Das erste Kinderfahrrad: Worauf es bei Auswahl und Kauf ankommt
Wenn Eltern das erste Fahrrad für Ihre Kinder suchen, stehen sie meist vor einem Berg von Fragen: Wann ist der richtige Zeitpunkt für das erste Kinderfahrrad? Welche Voraussetzungen sollte mein Kind erfüllen? Wie ermittle ich die richtige Größe des Fahrrades für mein Kind? Worauf sollte ich bei Beschaffenheit und Ausstattung des Rades achten? Nicht jedes vierjährige Kind schon bereit für das erste Kinderfahrrad. Zudem können Stützräder das Fahrenlernen erschweren.
Tipps für das richtige Kinderfahrrad zur rechten Zeit finden Sie hier!
Der folgende Ratgeber über Kinderfahrräder wurde vom Shop kinderfahrradladen.de zusammengestellt.
Der richtige Zeitpunkt für das erste Kinderfahrrad
Es gibt drei Voraussetzungen, die für die ersten Fahrversuche auf dem Kinderfahrrad gleichermaßen erfüllt sein sollten:
1. Bereitschaft und Lust Ihres Kindes
Warten Sie bis Ihr Kind eigenständig den Wunsch äußert oder andere deutliche Anzeichen gibt, dass es das Fahrradfahren erlernen möchte. Niemals sollten Sie Ihr Kind drängen oder unter Druck setzen. Und Sie sollten auch dann die Geduld bewahren und nicht enttäuscht sein, wenn Ihr Kind das neu angeschaffte Fahrrad in den ersten Tagen nur schiebt und sich auf diese Weise mit dem neuen Weggefährten vertraut macht! Geben Sie Ihrem Kind alle Zeit, die es braucht – es wird den für sich richtigen Zeitpunkt für den nächsten Entwicklungssprung von ganz alleine finden.
2. Körperliche Voraussetzungen
Selbstverständlich ist es unbedingt notwendig, dass Ihr Kind eine Mindestgröße und Beinlänge (Schrittlänge) erreicht hat, damit es auch die übliche Einstiegsgröße eines 12 Zoll Kinderfahrrades gut bedienen kann. Die wichtigste Kenngröße ist hierbei, dass Ihr Kind bei niedrigster Sattelhöhe mit beiden Füßen den Boden bequem erreichen kann. Bei noch ungeübten Fahranfängern gilt zudem, dass dies beidseitig mit der gesamten Sohle erfolgen sollte, nicht bloß mit den Zehenspitzen.
3. Motorische Fähigkeiten
Kinder entwickeln sich hinsichtlich ihres Bewegungsdranges, Bewegungsverhaltens und auch -talentes höchst unterschiedlich. So ist es keine Seltenheit, dass bereits knapp Dreijährige Versuche unternehmen, die Fahrräder anderer Kinder mutig zu besteigen, während manch Vier- oder sogar Fünfjährige noch still daneben sitzen und beobachten.
Sofern die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind, spricht überhaupt nichts dagegen, den Schritt in die neue Erlebniswelt auch schon in jungen Jahren zu begleiten. Insbesondere dann nicht, wenn die motorischen Fähigkeiten und das Gefühl für Gleichgewicht durch Erfahrung mit anderen Bewegungs- und Lernfahrzeugen (Dreirad, Laufrad, Roller) ausreichend trainiert wurde. In aller Regel ist dann bei diesen vorerfahrenen Kindern, der Umstieg auf das Kinderfahrrad von einer auf die andere Stunde möglich und bereitet kaum Probleme.
Schrittlänge als Maß für die Wahl des Kinderfahrrades
Die Schrittlänge (Innenbeinlänge) Ihres Kindes (Grafik: a) gibt Auskunft darüber, bei welcher (niedrigst eingestellter) Sattelhöhe am Kinderfahrrad, beide Füße den Boden noch gut erreichen können. Vor den ersten Fahrübungen sollten Sie sicherstellen, dass diese Einstellung gegeben ist, da der gute und schnelle Bodenkontakt Ihrem Kind die nötige Sicherheit verleiht. Wenn Ihr Kind weiß, dass es bei Verlust des Gleichgewichtes schnell den sicheren Bodenkontakt herstellen kann, wird es sich viel mehr zutrauen und schneller lernen.
Vor einem Fahrradkauf sollten Sie sich unbedingt die Mühe machen, die Innenbeinlänge ihres Kindes genau zu messen. Die von Herstellern oft angegebene (Mindest-) Körpergröße (Grafik: b) ist oft zu ungenau und Sie ersparen sich und Ihrem Kind möglicherweise ärgerliche Überraschungen.
Die Tabelle gibt Ihnen einen ungefähren Überblick ab welcher Größe sich ein Fahrrad für Ihr Kind eignet:

Ist ein Fahrrad für Ihr Kind noch zu früh, erhalten Sie in unserem Ratgeber Tipps für den Kauf eines Kinder-Laufrades.
Das Fahrradfahren erlernen
Wie schon zuvor beschrieben, hängt der Erfolg der ersten Fahrversuche stark von den motorischen Vorerfahrungen Ihres Kindes ab. Ist das Körpergefühl bereits sehr ausgeprägt und haben langes Laufrad- oder Rollerfahren für viel Übung gesorgt, so wird Ihr Kind erfahrungsgemäß keine Probleme mit dem Umstieg auf das Kinderfahrrad haben.
Natürlich kann Ihr Kind das Fahrradfahren auch ohne diese Vorerfahrungen erlernen. Wahrscheinlich wird das aber längere Zeit in Anspruch nehmen. Sie sollten es unbedingt vermeiden, dass Ihr Kind diese ersten Radfahrversuche mit zu vielen Enttäuschungen erlebt und eine gewisse Drucksituation entsteht. Wichtig ist, dass Ihr Kind seine ersten Erfahrungen mit dem Kinderfahrrad positiv und mit Freude und Leichtigkeit erinnert.
Wichtig ist es daher Ihr Kind beim Fahren lernen zu ermutigen, jedoch nicht zu überfordern. Manche Kinder hören zu Beginn noch interessiert zu, wie ihnen das Treten und Anfahren erklärt wird. Wenn jedoch nach 15 Minuten noch keine Fortschritte erzielt wurden, sollten Sie das Vorhaben zu nächst unterbrechen. Ihr Kind ist dann nicht mehr konzentriert genug und würde schnell verunsichert und enttäuscht werden.
Starten Sie dann erst einen zweiten Versuch, wenn ihr Kind den Wunsch dazu äußert. Wenn das erste Fahren erfolgreich gemeistert wurde, können Sie später auch das Kreisen, Bergauf fahren oder Fahren auf anderen Untergründen üben und somit das Fahrgefühl Ihres Kindes verbessern.
Auf Stützräder von Anfang an verzichten
Auch wenn Sie selbst das Fahrradfahren mit Stützhilfen erlernt haben und noch der Meinung sind, das wäre eine praktikable und übliche Unterstützung für die Kinder: Ersparen Sie Ihrem Kind die Montage von Stützrädern
Alle Fachleute sind sich inzwischen einig darüber, dass Stützräder am Fahrrad den Lernprozess des Radfahrens für Ihr Kind ganz erheblich verzögern, erschweren und noch dazu (Sturz-)Gefahren mit sich bringen, die es zu vermeiden gilt.
Eigenschaften und Ausstattung des Kinderfahrrades
Wichtigste Ausstattungsmerkmale für ein erstes Kinderfahrrad sind ein geschlossener Kettenschutz, intakte Sicherheitslenkergriffe und ein ausreichender Aufprallschutz am Lenkervorbau. Ebenso sollten natürlich die Bremsen intakt sein und die Höheneinstellungen (Sattel, Lenker) am Kinderfahrrad stimmen.
Ziel ist es, dass Ihr Kind eine möglichst aufrechte bequeme und zudem rückenfreundliche Sitzposition einnehmen kann und im Stand mit beiden Füßen den Boden erreicht.
12-18 Zoll große Kinderfahrräder sind nach der DIN 79110 verkehrsrechtlich als “Spielzeug” einzuordnen. Dennoch sind beim Kauf solcher Spielfahrräder natürlich wesentliche Qualitäts- und Sicherheitskriterien zu beachten. Auf folgende Eigenschaften sollten Sie bei der Auswahl eines 12-18 Zoll großen Spielfahrrades Wert legen:
- Rücktritt- und kindgerechte Vorderradfelgenbremse
- Rahmen mit tiefem Durchstieg (leichterer Aufstieg – Absprung)
- Ausreichender Verstellbereich für Sattel- und Lenkerhöhe
- Geschlossener Kunststoff-Kettenkasten
- Reifenbreite 47 mm / 1,75 Zoll
- Nicht erforderlich: Lichtanlage
- Nicht sinnvoll: Gangschaltung
Zu beachten ist auch, dass Kinder mit Spielfahrrädern rechtlich den Fußgängern gleichgestellt sind. Spielräder sind nach dem deutschen Verkehrsrecht keine Verkehrsmittel und dürfen weder auf Fahrbahn noch auf Radwegen benutzt werden – auch nicht in Ihrer Begleitung (Ausnahmen sind die sogenannten “Spielstraßen”). Benutzen Sie daher gemeinsam -mit viel Obacht und in angemessener Geschwindigkeit- stets Gehwege und Bürgersteige.
Kinderfahrräder in großer Auswahl, zum Beispiel von Puki, Kettler, Cobra oder Vermont finden Sie hier:
Weitere Informationen zum Thema Kinderfahrräder finden Sie im Online-Shop Kinderfahrradladen.de





