Der richtige Kinderwagen – Alltagstauglichkeit und Sicherheits-Check

teaser großWenn das erste Kind auf dem Weg ist, stehen Eltern vor zahlreichen kleinen und großen Herausforderungen, zum Beispiel der Wahl des richtigen Kinderwagens. Dies ist eine nicht gerade günstige Angelegenheit. Daher sollte ein Kinderwagen genau auf die alltäglichen Bedürfnisse von Kind und Eltern zugeschnitten sein: Er sollte gewändig im Straßenverkehr und möglichst lange für das Kind geeignet sein, er sollte platzsparend verstaut werden können und wichtige Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Welche verschiedenen Kindwagen gibt es und was sollte man beim Kauf beachten?

Der folgende Beitrag gibt Ihnen eine systematische Übersicht aller Arten von Kinderwagen mit ihren Vor- und Nachteilen. Daran können Sie leicht überprüfen, welcher Typ für Sie und Ihr Kind am Besten geeignet ist.

1. Kinderwagen

Der sogenannte klassische Kinderwagen ist nur für ganz kleine Babys bis zu 10 Monate gedacht, die noch nicht sitzen können.

Um den Rücken Ihres Babys ausreichend zu schützen, ist eine feste Liegefläche besonders wichtig. Dieser Typ Kinderwagen hat große Räder, eine weiche Federung, eine feste Liegefläche und ein Verdeck am Kopfteil gegen Sonne und Regen. Zudem ist er rundum geschlossen und meist sehr hoch, sodass man sich bequem hineinbeugen kann. Damit Ihr Baby es warm und gemütlich hat, sind zusätzlich Matratze, Kopfkissen und Zudecke notwendig.

Aufgrund der kurzen Nutzungsdauer, ist der klassische Kinderwagen nur empfehlenswert, wenn Sie ihn ausleihen oder günstig gebraucht bekommen. Zudem ist er für den Transport im Auto zu sperrig. Als Alternative wird heute meist der Kombi-Kinderwagen genutzt.

Sportkinderwagen2. Der Sportwagen

Sobald Ihr Kind sitzen kann, ist der klassische Kinderwagen ungeeignet. An seine Stelle tritt der Sportwagen.

In ihm kann das Kind in oder gegen die Fahrtrichtung sitzen. In manchen Sportwagen kann die Sitzposition auch leicht gewechselt werden.

Für das optimale Sitzen ist am Sportwagen eine verstellbare Fußraste angebracht, auf der das Kind seine Füße abstellen kann. Zudem werden die Unterschenkel durch eine Auflage entlastet. Für mehr Flexibilität in der Sitzposition kann die Lehne verstellt werden, bei manchen Modellen sogar bis in die Waagerechte.

Auch der Sportwagen wird immer seltener gekauft. Heutige Alternativen sind der Kombi-Kinderwagen oder der Buggy.

3. Der Kombi-Kinderwagen

Die bessere Alternative zum klassischen Kinderwagen sowie Sportwagen ist der Kombi-Kinderwagen, sozusagen ein Alleskönner unter den Kinderwagen. Hier unterscheidet man nochmals zwischen zwei Typen.

So kann zum einen der klassische Kinderwagen als Grundkonstruktion dienen. Der Kinderwagen-Aufsatz wird dann einfach vom Fahrgestell entfernt und durch einen Sportwagenaufsatz ersetzt. Diese Version bündelt nun die Vorteile von Sport- und Kinderwagen optimal: als Baby hat es eine optimale Liegefläche und als Kleinkind kann es bequem sitzen.

Zweite Alternative wäre, dass der Sportwagen in wenigen Schritten zum Kinderwagen umgebaut werden kann. Dazu werden Kopf- und Fußteil jeweils in die Waagerechte herunter bzw. hoch geklappt. Als praktisches Zubehör entsteht dabei meist noch eine Baby-Tragetasche. Nachteil hieran ist, dass allein Kopf- und Fußteil als Kinderwagen nicht sehr bequem für das Baby sind. Zudem kann es im Winter schneller frieren. Die Tragetasche ist zwar praktisch, nimmt dem Baby jedoch Liegefläche weg.

Jogger

4. Der Jogger

Wenn Eltern auch mit Kind weiter fitt bleiben und Sprössling beispielsweise laufen wollen, ist der Jogger das ideale Gefährt. Durch die hohen Räder, die Dreirad-Anordnung und eine zusätzliche Bremse, ist er für hohe Geschwindigkeiten und manche auch für Fahrten im Gelände ausgelegt. Die meisten Jogger haben einen Sportwagen-Sitz, manche auch einen Kinderwagen-Aufsatz.

Der Nachteil: Jogger sind sehr groß, selbst wenn man sie zusammenfaltet. Sie eignen sich daher weniger, um damit in überfüllten U-Bahnen oder Busen zu fahren. Zudem nehmen sie im Kofferraum des Autos viel Platz weg.

5. Der Buggy

Der Buggy ist leicht zu tragen und kann klein und schmal zusammengefaltet werden. Buggies eignen sich daher ideal als Zusatzwagen für kurze Strecken – aber auch wirklich nur dafür. Denn über längere Zeit ist das Sitzen für das Kind im Buggy zu unbequem. Neben einer guten Federung der Räder, fehlt der Lehne eine ausreichende Stabilität für den Rücken. Immerhin: an gute Buggies kann die Rückenlehne waagerecht gestellt werden, sodass das Kind liegend schlafen kann.

Allerdings ist der Buggy im Winter eher ungeeignet, da Rücken und Po des Kindes schnell kalt werden. Außerdem lassen sich die kleinen Doppelräder im Schnee nur schlecht manövrieren.

6. Shop’n Drive System

Das sogenannte Shop’n Drive System ist eine Kombination aus Kinderwagen und Autositz. Mit einem Adapter kann der Autositz auf das Gestell des Kinderwagen montiert werden. Dies erleichtert den Eltern das Ein- und Aussteigen ins bzw. aus dem Auto, indem sie das Kind wirbelsäulen-schonend transportieren können.

Doch diese Lösung ist ebenso wie der Buggy nur für kurze Strecken geeignet. Das Kind sitzt hier äußerst unbequem und sollte daher gerade in den Autopausen zur Entlastung aus seinem Autositz genommen werden.

Darauf sollten Sie außerdem achten

Haben Sie sich nun für einen bestimmten Typ Kinderwagen entschieden, prüfen Sie vor dem endgültigen Kauf noch einmal, ob folgende allgemeine Merkmale erfüllt sind:

  • Sind Sie hauptsächlich mit dem Auto oder mit Bus und Bahn unterwegs? Passt der Kinderwagen dementsprechend in Ihren Kofferraum? Ist er besonders leicht und klein zusammenklappbar, um in die volle U-Bahn zu passen?
  • Ist der Wagen gut lenkbar? Dies fördert die Flexibilität in enger Umgebung. Doch aufgepasst: Die vorderen Räder können sich auch schnell querstellen, günstige Modelle lassen sich so häufig nur schwer schieben.
  • Schützt das Verdeck bei Sonne, Regen, Wind und Kälte?
  • Einiges Zubehör sollte außerdem nicht fehlen: Sonnenschirm, Tasche, Wagenkette, Regenhaube sowie Winterfußsack.
  • Kann ein Kiddy-Board für das Geschwisterkind angebracht werden?

Sicherheits-Checkliste

Neben der Alltagstauglichkeit ist es vor allem wichtig, dass der Kinderwagen bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllt. Hier erhalten Sie daher eine kurze Checkliste, die vor dem Kauf erfüllt sein sollte:

  • Ist der Kinderwagen gut gefedert?
  • Ist der Wagen kippsicher? Hierfür sollten die Räder entsprechenden Abstand voneinander haben.
  • Wirkt eine Feststellbremse auf mindestens zwei Rädern? Ist die Bremse stabil? Kann sie bequem erreicht werden?
  • Hat das Wagengestell eine Sicherung, die ein plötzliches Zusammenklappen verhindert?
  • Ist ein Sicherheitsgurt vorhanden, sodass Ihr Kind beim Sitzen angeschnallt werden kann?
  • Ist der Kinderwagen frei von Kleinteilen, die sich eventuell ablösen und vom Baby verschluckt werden können?
  • Hat Ihr gewünschtes Model ein TÜV- oder GS-Zeichen? Diese unabhängigen Prüfsiegel bürgen für Sicherheit und Qualität.

Wenn auch diese Kriterien erfüllt sind, steht einem Ausflug aber auch der Bewältigung des Alltags mit Baby und Kind in dem neuen Kinderwagen, Sportwagen, Kombi-Kinderwagen, Jogger, Buggy oder dem Shop’n Drive System nichts mehr im Wege.

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Mehr Tipps zum Thema Kinderwagen gibt es zum Beispiel bei eltern.de.

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