Gegen Internet-Abzocke muss man sich wehren – sonst droht Schufa-Eintrag
Die Verbraucherzentrale Thüringen fordert auf, sich gegen Internet Abzocke zu wehren. Denn wer Rechnungen und Mahnungen ignoriert, riskiert seit Neuestem einen Schufa-Eintrag – auch wenn die Zahlungsaufforderung nicht gerechtfertigt ist. Sie warnt zudem vor der Eisenacher Firma Webtains GmbH. Diese konfrontiert gegenwärtig massenweise Verbraucher mit Geldforderungen von bis zu 192 Euro.
Wie kann man sich gegen die Abo-Fallen wehren und schon vorher schützen?
Wie kann man sich wehren?
Bisher reichte es aus, unberechtigte Zahlungsaufforderungen von dubiosen Anbietern zu ignorieren. Wer diesen jetzt nicht ausdrücklich und nachweislich widerspricht, riskiert einen negativen Eintrag bei Auskunfteien wie der Schufa. Davor warnt die Juristin Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Sachsen.
Der Grund hierfür liegt an der Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes im April. Dieses besagt nun, dass eine Firma Personen, die nach der zweiten Zahlungsaufforderung nicht zahlen, an Auskunfteien melden kann. Auch unseriöse Firmen machen hiervon Gebrauch.
Es ist daher wichtig, dass man unberechtigten Zahlungsaufforderungen, Schreiben von Anwälten oder Inkassobüros widerspricht. Am einfachsten ist dies mit dem Musterbrief der Verbraucherzentralen möglich. Wichtig ist, dass der Widerspruch gegen diese Forderungen nachgewiesen werden kann. Hier sollte daher das Porto für einen Brief per Einschreiben (mit Rückschein) in Kauf genommen werden.
Wer mindestens einmal nachweislich widersprochen hat, kann alle weiteren Ankündigungen von Mahnverfahren, Bankkonten-, Lohn- und Rentenpfändung, Zwangsvollstreckungen oder Schufa-Einträgen beiseite legen, so Edda Costello von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Wie erkennt man die Abo-Fallen schon vorher?
Die Verbraucherzentrale Thüringen warnt aktuell insbesondere vor diesen Internetseiten der Eisenacher Firma Webtains GmbH:
www.gedichte-download.de
www.grusskarten-24.de
www.kochrezepte-sammlung.de
www.online-tests.de
www.routenplaner.de
www.routenplaner-service.de
www.songtexte-24.de
Um gar nicht erst in eine Abo-Falle zu geraten, sollte man vor dem Registrieren auf einer Internet-Seite genau prüfen, um welches Angebot es sich handelt. Auf den zweiten Blick können zweifelhafte Anbieter oftmals erkannt werden.
Sie locken zunächst auf ihrer Startseite mit bestimmten Dienstleistungen. Klickt man weiter, wird man aufgefordert, ein Formular mit persönlichen Daten auszufüllen und sich damit zu registrieren, um die Dienstleistung zu nutzen. Mit der Registrierung hat man dann ein Abonnement abgeschlossen, mit dem monatliche Kosten von 10-200 Euro anfallen.
Diese Kosten werden in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) versteckt und sind somit nicht auf den ersten Blick erkennbar. Daher sollte man vor jedem Ausfüllen eines Formulars im Internet die AGBs genau prüfen. Spätestens dort ist festgehalten, ob das Angebot kostenlos ist oder ob dafür gezahlt werden muss.
Weitere Informationen zu diesem Thema sind auch bei der Verbraucherzentrale Thüringen und bei Spiegel.de erhältlich.



