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Paketzustellung – Was darf der Postbote?

 

Es ist schon eine praktische Sache, online zu verfolgen, wo sich ein bestelltes Paket gerade befindet. Doch wenn plötzlich der Status „zugestellt“ angezeigt wird, man selbst aber keine Ware bekommen hat, ist das nicht mehr so praktisch – vor allem dann nicht, wenn keine Benachrichtigungskarte im Briefkasten liegt. Doch was darf der Postbote und an wen wenden Sie sich bei Problemen?

Lesen Sie wertvolle Tipps im Interview mit Wirtschaftsjurist Martin Rätze.

Darf das Paket bei einem Nachbarn abgeben werden?

Martin Rätze: Viele Paketdienstleister behalten sich das Recht dieser so genannten Ersatzzustellung innerhalb ihrer AGB vor. Was die wenigsten wissen: Diese Klauseln sind zum größten Teil unwirksam. Das hat kürzlich das OLG Köln in Bezug auf eine Klausel der DHL bestätigt.

Wenn Sie nicht möchten, dass eine Sendung beim Nachbarn abgegeben wird, können Sie das schon im Online-Shop, z.B. im Kommentarfeld auf der Bestellseite, so mitteilen. Der Händler hat dann die Möglichkeit, den Zusatz „eigenhändig“ beim Zusteller zu buchen. Dann ist sichergestellt, dass nur der richtige Empfänger die Sendung bekommt. Ist er nicht anzutreffen, wird das Paket in eine Filiale gebracht, an der Sie es sich abholen können.

Muss der Postbote immer eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten werfen, wenn er ein Paket beim Nachbarn abgibt?

Martin Rätze: Das kommt darauf an, mit wem Sie die Sendung verschicken. Bei HERMES findet sich eine entsprechende Verpflichtung in den AGB. Bei DHL nicht, bei DPD ebenfalls nicht. Nach den AGB von DPD muss der Zusteller noch nicht einmal die Identität der Person, bei der er das Paket abgibt, prüfen.

Was kann ich tun, wenn ein unbekannter Nachbar das Paket nicht abliefert?

Martin Rätze: Sofern Sie bei Abgabe der Bestellung den Nachbarn nicht als empfangsberechtigt angegeben haben, können Sie sich zuerst immer an den Händler richten. Dieser ist dafür verantwortlich, dass Sie auch Ihre Ware erhalten. Unterschlägt der (unbekannte) Nachbar die Sendung, ist der Händler verpflichtet Ihnen den Kaufpreis zu erstatten. Er ist aber nicht verpflichtet, das bestellte Produkt noch einmal zu liefern.

Ist es rechtlich okay, ein Paket einfach vor die Haustür zu legen?

Martin Rätze: Es gibt so genannte Garagenverträge. Bei diesen vereinbart der Zusteller mit dem Empfänger einen Ort, an dem er das Paket ausdrücklich ablegen darf – etwa eine Garage. Eine Erlaubnis, die Sendung einfach vor der Tür abzulegen, findet sich nicht in den AGB der Zusteller und ist somit nicht erlaubt!

Und wenn es doch vor die Haustür gelegt – und dann geklaut wurde?

Martin Rätze: Hier gilt wieder, dass der Händler für Sie der Ansprechpartner ist. Geht das Paket verloren, muss der Händler Ihnen den Kaufpreis erstatten, auch wenn eine dritte Person ein Paket entwendet hat, das der Zusteller einfach vor der Tür abgelegt hat.

Was kann ich tun, wenn mein Paket beschädigt ankommt?

Martin Rätze: Der Einfachheit halber sollte man eine offensichtliche Beschädigung direkt vom Zusteller vermerken lassen. Hat das verpackte Produkt dagegen einen Schaden erlitten, sieht man dies oft erst nach dem Auspacken.

Die gesetzlichen Vorschriften sehen hier eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren vor. Innerhalb der ersten 6 Monate wird dabei vermutet, dass der Schaden bereits bei Übergabe vorlag, danach muss dies der Kunde beweisen.

Viele Händler sehen in ihren AGB vor, dass der Verbraucher innerhalb einer gewissen Zeit den Mangel anzeigen muss. Solche sog. Rügefristen sind fast immer unwirksam, weil sie gegen zwingende gesetzliche Regelungen verstoßen.

Mein Paket ist auf dem Postweg verloren gegangen. An wen kann ich mich wenden?

Martin Rätze: Auch hier gilt wieder: An den Händler. Da dieser die sog. Transportgefahr trägt, ist er zur Erstattung des Kaufpreises an Sie verpflichtet. Zwar könnten Sie Ihren Anspruch auf Kaufpreiserstattung im Regelfall auch gegenüber dem Transportdienstleister geltend machen, das ist aber oft kompliziert und dauert sehr lange. Zudem ist der Händler nicht berechtigt, Sie auf die komplizierten Nachforschungsaufträge der Zustelldienste zu verweisen.

Haben Sie dagegen die Ware noch gar nicht bezahlt, müssen Sie dies auch nicht tun, wenn die Ware auf dem Transportweg verloren ging.

Wann ist das Paket übergeben? Wenn ich es persönlich erhalten oder eine Benachrichtigung im Briefkasten habe?

Martin Rätze: Die Übergabe ist damit erfüllt, dass der Verbraucher den Kaufgegenstand in seinen Händen hält. Die Benachrichtigungskarte im Briefkasten – oder auch die Abgabe beim Nachbarn – bewirken im Regelfall noch nicht, dass der Kunde den Besitz an der Sache erlangt hat.

Das ist besonders wichtig, wenn man an die Widerrufsfrist denkt. Denn eine Voraussetzung dafür, dass die Frist überhaupt beginnt, ist der Erhalt der Ware. Die Frist läuft also erst los, wenn z.B. das Paket in der nächsten Filiale abgeholt habe und nicht bereits dann, wenn denn Zusteller die Benachrichtigungskarte in den Briefkasten geworfen hat.

Was, wenn das Paket beim Zurücksenden an den Händler verloren geht?

Martin Rätze: Machen Sie von Ihrem Widerrufs- oder Rückgaberecht Gebrauch, schicken Sie die Ware auf Gefahr des Online-Händlers zurück. Geht das Paket also dann verloren oder wird beschädigt, erhalten Sie trotzdem Ihren Kaufpreis zurück und müssen keinen Ersatz leisten.

Allerdings ist der Verbraucher in einem solchen Fall in der Pflicht, die korrekte Absendung auch nachzuweisen. Das ist zum Beispiel mittels Zeugen möglich. Außerdem sind Sie verpflichtet, die Ware in geeigneter Weise zu verpacken. So trifft Sie z.B. eine Mitschuld und Sie sind zum Schadensersatz verpflichtet, wenn Sie eine kleine, zerbrechliche Porzellan-Figur ohne Polsterung in einem großen Pappkarton verschicken.

Über Martin Rätze:

Martin Rätze ist Diplom-Wirtschaftsjurist und Mitarbeiter in der Rechtsabteilung der Trusted Shops GmbH. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themen Wettbewerbsrecht, e-Commerce-Recht, Abmahnungsmissbrauch, Europarecht und ist Autor zahlreicher Fachbeiträge und hält regelmäßig Vorträge zu diesen Themen.

Kommentare zum Beitrag

Kathrin Kriegsmann (28.04.2011 - 14:09):

Ich habe nur Ärger mit den Paketdienstleistern. Wenn ich vermerkt haben möchte, dass das Paket beschädigt ist, so ist dies nicht möglich. Der Paketdienst sagt, dass ich nur die Annahme verweigern kann. Oftmals ist aber nur die Verpackung beschädigt, der Inhalt ist o.k. Der Postbote erzählt eine Geschichte bei der Abgabe des Paketes, so dass man vergisst oder gar nicht daran denkt, das Paket auf Beschädigungen zu untersuchen. Es wird prinzipiell so abgestellt, dass man die Beschädigung nicht sieht. Erst wenn er dann weg ist, merkt man den Schaden. Dies ist mir schon bei DPD, UPS und auch bei GLS passiert. Eine Reklamation am nächsten Tag wurde nicht angenommen, ich hätte ja unterschrieben und die Annahme verweigern können. Ich soll halt besser aufpassen.
Ich unterschreibe nur noch mit u. V. (unter Vorbehalt) Name. Ob dies aber anerkannt werden würde, weiss ich nicht.
Bei der Sendungsverfolgung bei Hermes muss man eine kostenpflichtige Nummer anrufen. Dies hat unserer Firma das letzte Mal insgesamt um die € 20,00 gekostet (ca. 10 Anrufe zur Sendungsverfolgung) Das Paket kam nach 3 Wochen beim Kunden an (lt. Text im Hermesshop), dieser hat es aber nie erhalten. Der EK-Preis des Produktes wurde uns zurückerstattet. Auf den sonstigen Auslagen bleibt man sitzen.
Wir verschicken unsere Pakete mit DHL und ich hatte bisher noch keine Probleme!

Maurer (28.04.2011 - 21:08):

Ich streite mit DHL schon seit einem Jahr.
Ich habe einen Laptop mit Zubehör verschickt.
Das Paket wurde auf dem Zustellweg offensichtlich aufgemacht und wieder zugeklebt. Es wurde in der Filiale empfangen und gleich aufgemacht. Die Postmitarbeiter waren die Zeugen: der Laptop fehlt im Karton, Zubehör (WebCam und Tasche) ist da und das Gewicht wurde mit diversen Dingen (Süßigkeiten, benutzte Handkreme, Müll…) nachgefüllt.
Natürlich wollte der Empfänger solches ausgenommene Paket nicht nehmen, weil durch die Annahme des bekanntlich bestohlenen Paketes würde er die Richtigkeit der Zustellung anerkennen. Er hat von den Postmitarbeitern verlangt die Nachforschung zu machen und das Paket als Beweisstück zu nutzen.
Nun will DHL mir nichts zahlen, weil der Empfänger die Annahme verweigert hatte. Das ausgenommene Paket liegt aber in der Filiale…

DHL hat mir auch gesagt, daß ich nicht beweisen kann, daß ich den Laptop tatsächlich ins Paket eingelegt hatte.
in der Packstation ist so ein Beweis nicht möglich. Und in 3 Filialen wurde mir gesagt, daß DHL den Mitarbeitern ausdrücklich verboten hat in die offene Pakete zu schauen, auch wenn die Versender das wollen.
Sieht so aus, daß DHL bewußt versucht den Kunden alle Beweismöglichkeiten zu nehmen, wenn es ums Beklauen der PAkets geht.

Was kann ich noch machen, um DHL zu zwingen die Versicherungssumme zu bezahlen?

M. Schönefeld (01.05.2011 - 11:05):

Das mit Hermes wundert mich nicht. Mein letzter Stand zum Verdienst eines Paketboten ist dieser: die Hermes-Boten sind alle selbständig und haben die Pflicht, jede Adresse bis zu 3x anzufahren, bis sie abliefern können. Dafür erhalten sie eine Pauschale von 0,75€ pro Paket. Wenn man sich hochrechnet, was ein Paketbote überhaupt leisten muss, um davon leben zu können, ist völlig klar, dass eine korrekt ausgeführte Dienstleistung bei „schwierigen“ Adressen (nicht erreichbar, schlecht gelegen, etc.) nicht profitabel ist.

Teubner S. (04.09.2011 - 23:09):

Hallo,ich muß hier unbedingt was schreiben.Also von Hermes kann ich ur gutes sagen und,die vewrdienen pro Paket nicht 0,75 cent sondern nur 0,50 cent.Die hier bei mir liefern sind alle sehr zuverlässig und sehr nett.Von DHLbekomme ich icht so viel,kann mich aber auch nicht beschweren.Allerdings aber ist Hermes sehr gut,kommt vielleicht auch darauf an welche Personen da arbeiten

Benny (22.01.2015 - 19:13):

Hallo
Habe im ebay ein Parfum bestellt,bezaht & es wurde verschickt.Am 16.1.15
Im Briefkasten ???? lag am 20.1. von der Deutschen Post DHL ???? eine Gelbe Benachitigungskarte drin.
Als ich meine Briefsendung 2,40€ Warensendung abholen wollte am 21. & 22.1. war sie nicht da.
Ich bin nicht versichert, weil es eine Warensendung ist oder doch, weil ich einen gelben Zettel habe ?
Ok wert 25,50€ aber darum geht es nicht wie soll ich den Verkäufer Bewerten. Muss der Postler nachweisen, dass er es wirklich in dieser Filiale die er angekreuzt hat abgegeben hat ? Und nun ? Briefträger wechselt ständig in der Woche konnte noch nicht mit ihm sprechen ( Name ) habe ich.
Liebe Grüße & ich freue mich auf Antworten natürlich auch sehr gern von einem Briefträger oder Postler
Danke ?? ????

Matthias Lang (15.09.2015 - 13:05):

Hermes hatte nicht lange genug gewartet, bis ich geöffnet hatte und gab das Paket beim Nachbar ab. Als Hermes den Benachrichtungsschein bei mir einwerfen wollte, bat ich ihn, das Paket umgehend beim Nachbar wieder abzuholen und mir zu übergeben. Er weigerte sich. Auch Hermes weigert sich. Muß der Versender das Paket mir wieder neu zuschicken? MFG Mang

Ralf Benda (23.10.2015 - 22:01):

Seit Wochen habe ich Ärger mit einer Zustellerin von HERMES. Sie kommt grundsätzlich nicht an die Wohnungstür in der 3.Etage. Jedesmal (schon seit Jahren) Sagt sie über die Sprechanlage: „…Kommst du runter…? “ – eine bodenlose Frechheit, da ich sie kaum kenne, hat sie nicht das recht, mich zu duzen – In den lletzen 2 Wochen hat es verweigert, meine Sendungen an die Wohnugstür zu bringen. Beim 2. mal (gestern) hat sie sogar behauptet, sie habe schriftlich, daß sie nicht bis zur Wohnungstür kommen muß – und wenn ich nicht runter komme, nimmt sie die Sendung wieder mit. Ich habe beide Fälle telefonisch an Hermes mitgeteilt. Bisher habe ich keine eindeutige Antwort erhalten (weder per Mail, noch telefonisch oder brieflich.
Wo ist denn nun der gesetzlich festgelegte Übergabepunkt ???
Aus gesundheitlicher Einschränkung, kann ich nicht ständig 5 Treppen runter und wieder hoch „laufen“. Die Zustellerin hat schließlich eine Verpflichtung laut Arbeitsvertrag, die Sendungen ordnungsgemäß abgugeben…!!!
MfG

Peter (08.03.2016 - 20:38):

Hallo und guten Abend um auch mal was zu sagen also ich wohne hier im 6ten og ohne Fahrstuhl und wenn mein hermes Bote kommt gehe ich immer runter und er bedankt sich immer wieder bei mir.
ich fragte ihn mal warum er es tut und laut der agb’s von Hermes müsse er nicht hochlaufen Übergabe ist an der Haustür aber aus Zeitgründen laufen die meisten hoch.
ich habe das nicht glauben wollen und selber mal nachgelesen und er hat recht aber was mir aufgefallen ist die post/DHL muß bis zur Wohnungstür kommen.
Ich hoffe ich konnte ein wenig zur Aufklärung beihelfen nehmt euren fahrer nicht alles böse er macht auch nur seinen Job

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