Praktische Tipps für den perfekten Laufschuh
Laufen ist Volkssport. Zwar ist der Sommer vorbei, doch in den Parks und auf Bürgersteigen tummeln sich weiterhin zahlreiche Läufer. Ob Laufanfänger, Fortgeschrittener oder Marathonprofi – ohne den perfekten Schuh kann das Training Knie- und Gelenkbeschwerden aber auch Kopf- und Rückenschmerzen verursachen. Der richtige Schuh ist daher für jeden das A und O. Doch worauf muss man beim Kauf achten?
Sind Sie Wald- oder Stadtläufer?
Vor jedem Schuhkauf sollten Sie sich gut überlegen, wo Sie den Turnschuh benötigen. Laufen Sie eher in der Stadt auf Bürgersteigen und Aspaltwegen? Dann ist die Dämpfung Ihres Laufschuhs besonders wichtig. Denn Ihre Muskulatur allein kann den harten Tritt auf dem festen Boden nicht abbremsen. Die Folge sind Kniebeschwerden.
Laufen Sie vorwiegend auf weichen Sand- oder Kiesböden im Wald oder Park, sollten Sie auf eine zusätzliche Federung im Schuh verzichten. Der Boden ist in diesem Fall weich genug und übernimmt die Dämpfung. Zusätzlich gefederte Schuhe können zu Schmerzen in den Achillessehnen führen.
Der Fußtyp ist entscheidend
Viele Verletzungen beim Laufen entstehen durch einen falschen Laufstil. Dieser entsteht durch eine Fußfehlstellung, denn nur etwa jeder Dritte hat einen Normalfuß. Fachgeschäfte bieten eine Fußanalyse per Laufband an. Innerhalb von wenigen Minuten können Sie aber auch bequem zu Hause ihren Fußtyp mit der „Fußabdruck-Methode“ ermitteln. Dazu müssen Sie nur Ihre Füße befeuchten, sich auf ein Löschblatt stellen und Ihre Fußinnenseite im Spiegel betrachten.
Einen Hohlfuß erkennt man daran, dass das sogenannte Längsgewölbe auf der Fußinnenseite zwischen Ferse und Ballen sehr hoch ist. Dadurch tritt man fast nur mit Ferse, Ballen und Zehen auf, wie der Fußabdruck beweist. Außerdem ist der Spann des Hohlfußes sehr hoch, was auch beim Schuhkauf hinderlich sein kann. Ein Hohlfuß rollt häufig über die Außenseite ab. Dies wird in der Fachsprache Supination oder Unterpronation genannt.
Der Normalfuß wird auch als Neutralfuß bezeichnet, da er keine Fußfehlstellung hat. Der Abdruck zeigt Ballen, Zehen, Fersen und auch einen Teil des Mittelfußes. Beim Abrollen setzt zuerst der Außenbereich der Ferse auf, anschließend kippt der Fuß leicht nach innen über die Fußinnenseite zum großen Zeh. Die Pronation ist also völlig normal und der Fuß fängt zu mindest einen Teil der Stoßbelastung beim Auftreten ab.
Ein Senkfuß zeichnet sich durch ein flaches Fußgewölbe aus, was meistens durch Überbelastung des Fußes oder des Muskel- und Bandapparates entsteht. Wenn die Ferse bereits beim Stehen nach innen neigt, weil das Längsgewölbe zu schwach ist, spricht man von einem Knick-Senkfuß. Der Fuß knickt beim abrollen nach innen weg, was als Überpronation bezeichnet wird. Die Folge können Schmerzen in Knie- und Hüftgelenk sein, da beide durch die Fehlstellung des Fußes falsch belastet werden.
Der Senkfuß oder Knick-Senkfuß geht häufig auch in einen Plattfuß über. Bei diesem ist das Längsgewölbe nicht mehr vorhanden. Die Fußsohle liegt also vollständig auf dem Boden auf. Auch hier knickt der Fuß beim Abrollen nach innen und kann Knie- und Hüftschmerzen verursachen.
Testen Sie den Schuh vor dem Kauf
Angenommen Sie haben sich nun einen Turnschuh mit entsprechender Dämpfung und passend für Ihren Fußtyp gekauft in einem Online-Shop bestellt. Als nächstes sollten Sie ihn zu Hause Probe laufen. Erst dann merken Sie ob Fuß und Schuh zusammenpassen und Sie richtig laufen.
Auch Laufschuhe können altern
Je nach Intensität des Trainings sollten Sie sich nach regelmäßigen Abständen ein neues Paar Turnschuhe zum Laufen zulegen. Der Verschleiß hängt vom Gewicht und Laufstil des Läufers sowie der Beschaffenheit des Schuhs ab. Eine 60 kg leichte Person kann gut 1.000 km mit einem Paar Sportschuhen zurücklegen. Ein Läufer mit 100 kg sollte sich nach rund 600 ein neues kaufen.
Wenn Sie regelmäßig drei mal die Woche laufen gehen, ist ein zweites Paar Turnschuhe von einem anderen Hersteller generell empfehlenswert. Sie sollten dann beide im Wechsel tragen, sodass Sie einseitige Belastungen des Fußes vermeiden. Außerdem kann dadurch die Lebensdauer der Schuhe gesteigert werden, da diese mehr Zeit haben sich zu “regenerieren”.
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