So schützen Sie Ihre Daten auf Facebook
Für viele Internetnutzer sind Facebook, StudiVZ und Co. ein beliebter Zeitvertreib. Hier tauschen Freunde Fotos und Videos aus, kommunizieren miteinander oder kaufen sogar ein. Dabei werden natürlich viele persönliche Informationen in den Benutzerprofilen gespeichert. Damit Sie stets die Kontrolle über Ihre persönlichen Daten in der Hand behalten, empfehlen wir Ihnen mit diesen Informationen besonders sorgsam umzugehen. Wir haben daher sieben Tipps für den sicheren Umgang mit persönlichen Daten in sozialen Netzwerken zusammengestellt.
Darauf sollten Sie achten!
- Schützen Sie Ihre Privatsphäre!
- Laden Sie so wenig Bilder wie möglich hoch!
- Lassen Sie sich bei markierten Fotos benachrichtigen!
- Prüfen Sie Links und Freundschafts-Einladungen!
- Seien Sie sparsam mit Ihrer Datenfreigabe über Apps!
- Achten Sie auf Gütesiegel – auch bei Facebook!
- Loggen Sie sich stets aus, wenn Sie Facebook verlassen!
1. Schützen Sie Ihre Privatsphäre!
Über Facebook können Sie viele persönliche Informationen von sich preisgeben: Telefonnummer, Adresse, politische oder religiöse Ansichten, Beziehungsstatus, Hobbies und Lieblingssendungen. Auch Fotos der letzten Party und Statusupdates werden besonders gern veröffentlicht.
Doch Vorsicht: Wer Daten auf Facebook preisgibt, muss sich darüber im Klaren sein, dass diese zunächst von jedem eingesehen werden – von den engsten Freunden bis zum Chef. Wichtig ist es daher genau zu überlegen, welche Informationen Sie wirklich veröffentlichen möchten und wer diese einsehen darf. Über die Privatsphäre-Einstellungen können Sie daher für jeden einzelnen Facebook-Freund festlegen, was er über Sie lesen darf und was nicht.

Möchten Sie die Bilder des letzten Urlaubs oder der letzten Geburtstagsfeier den engen Freunden zeigen, dem Chef aber nicht, können Sie beispielsweise Ihre Kontakte in Freundeslisten organisieren: Eine Liste für „Familie“, eine für „Freunde“ und eine für „Geschäft“. Nun können Sie jeder Liste unterschiedliche Rechte zuweisen und jeder erfährt nur was er erfahren soll.
2. Laden Sie so wenig Bilder wie möglich hoch!
Zwar können Sie über die Privatsphäre-Einstellungen sehr detailliert festlegen, wer was aus dem Profil einsehen kann. Doch sobald Sie Bilder, Videos oder Texte in das Netzwerk hochladen, übertragen Sie automatisch Ihre Urheberrechte an diesen Inhalten an Facebook. Das bedeutet: Facebook kann Ihre Bilder auch ohne Ihre Einwilligung verwenden. Facebook beruft sich hier auf eine so genannte IP-Lizenz. Diese endet, sobald Sie die entsprechenden Inhalte oder Ihr Konto bei Facebook löschen.
Doch Vorsicht: Haben andere Nutzer die Inhalte geteilt und nicht von Ihrem Profil gelöscht, bleibt die Lizenz bei Facebook erhalten. Wer die Rechte an seinen Bildern und Co. nicht abtreten möchte, sollte daher gut überlegen, was er in das Netzwerk hochlädt und was nicht.
3. Lassen Sie sich bei markierten Fotos benachrichtigen!
Nicht selten laden Facebook-Freunde Fotos von Ihnen hoch und markieren Sie darauf. Hierdurch wird das Bild mit Ihrem Profil verlinkt. Wer nicht auf Bildern markiert werden möchte, kann dies zwar nicht verhindern, man kann die Markierung jedoch im Nachhinein löschen.
Um von Facebook über jede Markierung informiert zu werden, klicken Sie in Ihrem Profil oben rechts auf „Konto“ -> „Kontoeinstellungen“ -> „Benachrichtigung“. Wenn Sie unter dem Punkt „Fotos“ ein Häkchen bei „Dich auf einem Foto markiert“ setzen, werden Sie stets informiert, sobald Sie auf einem Bild markiert werden und können im Nachhinein die Markierung löschen. Über die Privatsphäre-Einstellung können Sie zudem festlegen, dass Fotos und Videos, auf denen Sie markiert sind, auch nur für Sie sichtbar bleiben.
4. Prüfen Sie Links und Freundschafts-Einladungen!
Durch die große Anzahl an Nutzern tummeln sich inzwischen zahlreiche Betrüger auf Facebook mit dem Ziel, Ihre Daten illegal abzugreifen. Dieser Datenklau im Internet ist auch als Phishing bekannt. Hierbei werden beispielsweise Spam oder Einladungen über gekaperte Facebook-Accounts verschickt.
Was aussieht wie eine Nachricht von einem Freund, ist tatsächlich eine Aufforderung, einem Link zu folgen, hinter dem man sich augenscheinlich bei Facebook einloggen soll und somit sämtliche Profildaten dem Phishing-Betrüger mitteilt. Prüfen Sie daher genau, von wem eine E-Mail mit Link kommt. Konkrete Tipps verrät auch Martin Labuschin, IT-Experte bei Trusted Shops, im Interview.
Auch Freundschaftseinladungen von Personen, die Sie nicht kennen, sollten genauestens überprüft werden. Handelt es sich um den Spitznamen eines Freundes oder jemanden, der Daten ausspähen und diese vielleicht verkaufen oder Spam verschicken möchte? Hier reicht es meist schon aus, zu prüfen, ob Sie gemeinsame Freunde haben. Oder Sie fragen die Person in einer kurzen Nachricht direkt woher man sich kennt.
5. Seien Sie sparsam mit Ihrer Datenfreigabe über Apps!
Auf Facebook gibt es unzählige Quizzes à la „Welcher Freundes-Typ bist du“, Online-Spiele oder Gewinnspiele. Sie werden als Anwendungen oder Apps bezeichnet und in der Regel von externen Entwicklern oder Unternehmen angeboten. Bevor Sie bei solchen Anwendungen mitmachen, werden Sie in den meisten Fällen via Popup aufgefordert, einer Datenfreigabe zuzustimmen. Das bedeutet, dass Sie einem externen Anbieter erlauben, auf bestimmte Informationen aus Ihrem Profil zuzugreifen und diese Informationen auch zu verwenden.
Seien Sie sich im Klaren darüber, dass Ihre Profilinformationen und Ihr Surfverhalten im Netzwerk schon von Facebook erfasst werden. Facebook nutzt diese Informationen, um Ihnen beispielsweise neue Freunde vorzuschlagen, Fanseiten oder Anwendungen anzubieten. Allerdings stellt Facebook diese Informationen auch Unternehmen zur Verfügung, die im Netzwerk werben. Die Unternehmen nutzen diese Daten, um Ihnen Werbeanzeigen zu präsentieren, die Ihren Interessen und Neigungen entsprechen.
Nicht immer sind alle Daten, die Sie bei einem Gewinnspiel oder einem Quiz preisgeben, für die Durchführung wirklich notwendig. Auch wenn das Mitmachen bei Spielen und Quizzes unterhaltsam ist und für viele vielleicht auch den Reiz an Facebook ausmacht, sollten Sie sparsam mit der Freigabe Ihrer Daten umgehen, wenn Sie nicht wollen, dass Unternehmen Verbraucherprofile auf Grundlage Ihrer Facebook-Aktivitäten erstellen.
6. Achten Sie auf Gütesiegel – auch bei Facebook!
Inzwischen gibt es immer mehr Online-Shops, die auch auf Facebook ihre Produkte anbieten. Damit Sie auch hier sicher einkaufen können, sollten Sie prüfen, ob der Shop etwa auf ein Impressum oder eine Datenschutzerklärung verweist.
Garantiert sicher einkaufen kann man in Facebook-Shops mit dem Trusted Shops Gütesiegel. Geprüfte Facebook-Shops wie Fahrrad.de, fitness.de oder bikeunit müssen beispielsweise von den Facebook-Servern abgekoppelt sein. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass kein automatischer Datenabgleich stattfindet und – ohne ausdrückliche Einwilligung des Nutzers – keine Daten an das Netzwerk übertragen werden. Zudem können Sie im Anschluss an Ihre Bestellung einen Käuferschutz abschließen und sind damit auch finanziell abgesichert, falls der Shop einmal trotz Zahlung nicht liefern sollte.
7. Loggen Sie sich stets aus, wenn Sie Facebook verlassen!
Er ist besonders praktisch und immer mehr Anbieter im Internet haben ihn inzwischen eingebaut – der „Gefällt mir“-Button. Er funktioniert denkbar einfach: Wer ein Produkt oder einen Artikel gut findet, klickt „Gefällt mir!“ und teilt den Freunden über seine Pinnwand mit, dass man das Produkt/den Artikel gut findet. Aus Sicht des Datenschutzes ist dies jedoch nicht unbedenklich:
„Surfen Sie gerade auf einer Internetseite mit ‘Gefällt mir’-Button und sind gleichzeitig bei Facebook eingeloggt, erhält Facebook die Information, dass Sie diese Seite besucht haben. Diese Information wird auch dann an das Netzwerk übertragen und kann Ihrem Profil direkt zugeordnet werden, wenn Sie den Button nicht klicken“, warnt Lars Klatte, Datenschutzbeauftragter bei Trusted Shops.
Wer also nicht permanent Informationen über sein Surf- und Shopping-Verhalten an Facebook weitergeben möchte, ohne, dass er aktiv den „Gefällt mir“-Button verwendet oder auf Facebook direkt surft, sollte sich beim Verlassen von Facebook stets ausloggen!
Fazit
Facebook ist zweifelsohne ein schöner Zeitvertreib, mit dem Sie kommunizieren, sich informieren, unterhalten und shoppen können. Dennoch sollten Sie nicht blindlings alles über sich in Ihr Profil stellen. Egal, ob Fotos oder persönliche Informationen:
- Seien Sie stets äußerst sparsam mit allem, was Sie auf Facebook veröffentlichen.
- Legen Sie genau fest, wer welche Informationen über Sie einsehen kann.
- Informieren Sie sich regelmäßig über Neues zum Thema Datenschutz und Facebook. Wichtige Änderungen erfahren Sie zum Beispiel im Trusted Shops Newsletter oder auf www.facebook.com/trustedshops.





