Was kann man gegen lästige Spam-Mails tun?

e-MailUnter dem Begriff „Spam“ oder „Junk“ (engl. für Abfall oder Plunder) versteht man massenhaft unerwünscht versendete E-Mail-Nachrichten. Der Großteil der versendeten Spam-E-Mails hat werbenden Inhalt. Aber auch Viren können auf diesem Weg auf die PCs der Empfänger gelangen. Wie verhindere ich, dass mein E-Mail-Postfach zugespammt wird? Wir haben einige Tipps für Sie.

Laut einer Studie der Europäischen Gemeinschaft belaufen sich allein die Kosten für den Download dieser ungewollten Werbung auf geschätzte 10 Milliarden Euro! Neben den Kosten sind weitere Probleme von Spam:

  • Verzögerungen beim E-Mail-Versand
  • Verlangsamung und Ausfall von Mailservern
  • Abweisung von eintreffenden E-Mails wegen mangelndem Speicherplatz (insbesondere bei Ferienabwesenheit)

Des weiteren wird der E-Mail-User in eine Zwangslage gebracht: Entweder lässt er seine Mailbox regelmäßig mit einer Unmenge von Spam-Mails fluten oder er benutzt Filter und riskiert, dass auch berechtigte und erwünschte E-Mails gefiltert werden.

Wie kommen Spammer an die E-Mail-Adressen?

Ein kommerzieller Spammer führt eine Datenbank mit teilweise mehreren Millionen Adressen. Diese kann er z.B. durch das gezielte (mit einem Programm automatisierte) Absuchen von Newsgroups, Homepages oder E-Mailverzeichnissen, aber auch durch Durchprobieren gängiger Adressen (webmaster@…, info@… usw.) erhalten. Entsprechende Daten werden auch bei Preisausschreiben gesammelt und ggf. noch weiterverkauft.

Die häufigsten Arten von Spam im Überblick

1. Unverlangte Massen-E-Mail (engl. Unsolicited Bulk E-Mail, UBE)

Charakteristisch hierfür sind der werbende Inhalt und die unangeforderte Zustellung an eine Vielzahl von Empfängern. Häufig handelt es sich hierbei auch um religiöse oder politische E-Mail-Werbeaktionen, Phishing-Mails, Viruswarnungen oder Kettenbriefe.

2. Unverlangte E-Mail-Werbung (engl. Unsolicited Commercial E-Mail, UCE)

Der Unterschied zur UBE ist, dass die UCE nur an einzelne oder wenige Empfänger verschickt wird. Unter den strengen Voraussetzungen des § 7 III UWG ist diese Art der E-Mail-Werbung in Deutschland sogar zulässig. Bedingungen hierfür wären allerdings:

  • eine ausdrückliche Einwilligung des Empfängers (Anklicken einer Checkbox, Eintragen in einen E-Mailverteiler)
  • oder der Unternehmer hat die elektronische Postadresse des Kunden im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung erhalten und
  • der Unternehmer verwendet die Adresse zur Direktwerbung für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen (falls ein Trockner bei A gekauft wurde, nicht Werbung für Ferienhäuser in Süd-Frankreich von B) und
  • der Kunde der Verwendung nicht widersprochen hat und
  • der Kunde bei der Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung klar und deutlich darauf hingewiesen wurde, dass er der Verwendung jederzeit widersprechen kann, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.

Häufigste Beispiele für UCE sind zweifelhafte oder besonders preiswert erscheinende Angebote für Medikamente, illegale Online-Glücksspiel-Casinos, gefälschte Nobel-Uhren, Software oder Finanzdienstleistungen.

In der Praxis versuchen die Spammer meist die Einwilligung des Empfängers in künftige Werbesendungen über undurchsichtige AGB zu erschleichen. Zumeist werden die dafür notwendigen Daten (Name, E-Mail-Adresse, Anschrift oder Telefonnummer) samt Einwilligungen bei Preisausschreiben oder Foren-Registrierungen gesammelt. Eine durch AGB „erteilte“ Einwilligung in E-Mail-Werbung ist jedoch, wie bereits von mehreren Gerichten entschieden wurde, unwirksam, da der Empfänger sonst unangemessen benachteiligt würde.

Unser Praxistipp
Wie verhindere ich, dass mein E-Mail-Postfach zugespammt wird?

  • Die E-Mail-Adresse nur angeben, wenn es wirklich notwendig ist
  • Preisauschreiben und überflüssige Registrierungen generell meiden
  • Für Anmeldungen auf öffentlichen Seiten eine sog. Wegwerf-E-Mail-Adresse benutzen, z.B. von www.sofort-mail.de oder www.trash-mail.de
  • Spamfilter Ihres Providers oder Ihres E-Mail-Prgramms verwenden
  • In Foren das @ in der eigenen E-Mail-Adresse durch (at) ersetzen
  • Mailadresse graphisch hinterlegen, zum Beispiel in Form eines Bildes
  • Niemals auf E-Mail-Werbung Antworten
  • Angehängte Dateien niemals öffenen
  • Spams ungeöffnet in den Papierkorb werfen und löschen
  • Automatische Vorschau im E-Mail-Programm ausschalten
  • An Beschwerdestellen wenden (Verbraucherzentralen, Provider etc.)

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