Wanderschuhe – trittsicher in allen Situationen

Die Freude an einer Wandertour hängt ohne Zweifel entscheidend vom gewählten Schuhwerk ab. Unbequeme Schuhe machen jeden Tritt zur Qual, zu leichte Stiefel bedeuten Unsicherheit durch Umknicken und Ausrutschen. Die Anforderungen an das Material und die Verarbeitung sind enorm: Tausende von Schritten, ruppiges Gelände, Nässe und Hitze. Kein anderes Kleidungsstück ist so direkt der Umgebung ausgesetzt – jeder Kontakt mit dem Boden geht über die Sohlen. Wanderschuhe müssen daher mit Sorgfalt ausgewählt werden.

Worauf sollte man beim Kauf von Wanderschuhen achten?

Die folgenden Tipps für den Kauf von Wanderschuhen wurden vom Outdoor Shop Bergfreunde.de zusammengestellt.

Die richtige Größe finden

Klobige, schwere Lederstiefel gehören inzwischen der Vergangenheit an. Durch zahlreiche Innovationen in der Schuherstellung lässt sich inzwischen so mancher steigeisenfeste Bergstiefel recht bequem auf dem Wanderweg durch grüne Almwiesen tragen. Voraussetzung ist, dass die Schuhe passen. Und diese Bedingung ist manchmal gar nicht so einfach zu erfüllen.

Während einer längeren Wandertour heizen sich die Füße auf. Durch die erhöhte Blutzirkulation schwellen sie an und werden größer. Auch das Bergabgehen drückt die Zehen nach vorne. Beim Anprobieren solltest man das unbedingt beachten und die Schuhe im Zweifel eher etwas größer wählen. Klar ist, dass auch die geeigneten Trekkingsocken an die Füße gehören.

Die beste Tageszeit Wanderschuhe anzuprobieren, ist aus diesen Gründen der Nachmittag. Dann sind die Füße nach einem Arbeitstag größer als direkt nach dem Aufstehen. Auf das intuitive Gefühl beim Anprobieren kann man sich unter Umständen durchaus verlassen, aber auch der bestmögliche Wanderschuh muss in der Regel eingelaufen werden.

Sohle und Obermaterial

Für Bergschuhe werden nur noch Gummisohlen verwendet. Auf das Profil sollte man durchaus einen kurzen Blick werfen. So gibt es beispielsweise Sohlen, die eine profillose Schuhspitze haben. Diese eignen sich gut für Bergtouren mit kurzen Kletterstellen: Auf den kleinen Felsvorsprüngen hilft diese ebene Auflagefläche. Führender Hersteller für hochwertige Sohlen ist die Firma Vibram – ihre Produkte sind mit Blick auf Abriebfestigkeit und Rutschfestigkeit bisher unerreicht.

Für das Obermaterial verwenden die Hersteller bis heute traditionell Leder. Neuentwicklungen kombinieren Lederteile häufig mit der modernen Gore-Tex Membran.

Leder hat bezüglich Wasserdichte, Robustheit und Atmungsaktivität nach wie vor die herausragenden Qualitäten eines Naturprodukts. Die Lebensdauer hängt dabei entscheidend von der Pflege ab. Leder nimmt die Feuchtigkeit zunächst auf und gibt sie durch Trocknen ab. Dadurch entsteht Verdunstungskälte, die das Fußklima unterstützt. Ist der Schuh am Ende der Tour feucht, sollte man ihn niemals in der Nähe einer direkten Wärmequelle oder unter direkter Sonneneinstrahlung trocknen. Das Leder wird dann sehr spröde und steif.

Die Gore-Tex Membran ist verhältnismäßig deutlich leichter und hocheffektiv. Eine Beschädigung ist jedoch kaum zu beheben – der Schuh wird wasserdurchlässig. Gore-Tex nutzt für seine Leitfähigkeit das Druckgefälle zwischen Innen- und Außentemperatur. Am besten funktioniert die Membran daher bei eher niedrigen Außentemperaturen. In warmen Gebieten sollte ein Lederschuh gewählt werden.

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Schuhtypen für die Berge

Über den genauen Schuhtyp entscheidet das voraussichtliche Einsatzgebiet. Seit etwa 20 Jahren klassifiziert man Trekkingschuhe nach den vier Kategorien A, B, C und D. Wanderschuhe der Kategorie A sind ausgelegt für einfache Wege, die Kategorie D entspricht hochalpinen bergsteigerischen Herausforderungen.

Für einfache Wanderungen in Mittelgebirgen, den Voralpenregionen oder in ebenen Gebieten sind also Schuhe der Kategorie A bzw. A-B geeignet. Sie müssen nicht zwangsläufig knöchelhoch sein, sollten aber die Gehbewegung ausreichend unterstützen und guten Halt geben. Die Sohle ist nicht komplett steif und kaum für wegloses Gelände ausgelegt.

Höhere Ansprüche auf Touren in mäßig schwierigem Gelände und nur gelegentlichen kurzzeitigen Ausflügen ins Hochgebirge erfüllen Schuhe der Kategorie B bzw. B-C. Die Umgebung ist geprägt durch felsigen Untergrund, schlechte Pfade und längere Wegstrecken. Ein knöchelhoher Schaft sorgt für Stabilität und Schutz vor Verletzungen im Fußbereich. Einige Schuhmodelle können unter Umständen bedingt steigeisenfest sein. Die Sohle ist zunehmend torsionssteif, ermöglicht jedoch noch immer ein ergonomisches Abrollen.

Schuhe der Kategorie C sind in jedem Fall bedingt steigeisenfest und für Hochgebirgstouren, Gletschertouren oder ausgedehnte Trekkings geeignet. Der Schaft reicht in jedem Fall über den Knöchel. Die Sohle ist steif und hat hinten einen festen Sohlenrand, über den die Steigeisen am Schuh befestigt werden. An der Schuhspitze fixiert man die Steigeisen mit einem Kunststoffbügel. Für die allermeisten alpinen Unternehmungen im Freizeitbereich genügen C-Stiefel völlig.

Für Mixedklettereien, Eiswände und klassische Extremtouren wurden Schuhe der Kategorie D entwickelt. Sie sind voll steigeisenfest mit Sohlenrand vorne und hinten, haben eine steife Sohle und werden allen Herausforderungen gerecht. Die meisten Freizeitwanderer werden kaum in Kontakt mit dem Gelände kommen, in dem diese Stiefel ihr ganzes Leistungsvermögen ausspielen. In Einzelfällen sind Schuhe dieser Kategorie auch als Hartschalenschuhe mit herausnehmbaren Innenschuhen konstruiert.

Generell sind die Kategorien Enscheidungshilfen, die jedoch der kritischen Überprüfung bedürfen. Im Zweifel sollte die Wahl auf den festeren Schuh fallen – schließlich ist kaum absehbar, in welchem Gelände genau man sich zu späterer Zeit bewegen wird. Zusätzliche Festigkeit (und damit ein höheres Maß an Trittsicherheit) bietet außerdem Sicherheitsreserven.

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Hersteller

Zahlreiche Hersteller beliefern den Markt mit ihren Schuhmodellen. Newcomer im Schuhbereich wie Vaude konkurrieren mit traditionsreichen Anbietern wie Meindl. Genauso haben Übernahmen die Branchen verändert, so vertreibt Mammut inzwischen unter dem eigenen Namen Produkte der Firma Raichle. Exemplarisch kommen hier kurz drei Hersteller zur Sprache.

Garmont ist Marktführer im Bereich Telemark-Stiefel und sucht mit diesen Erfahrungen besonders auch Anschluss im Skitourenbereich. Die Wander- und Bergstiefelkollektion baut auf Erfahrungen von fünf Generationen, etwa 140 Jahren, die das Unternehmen in Familienbesitz ist. Von einer einfachen Schuhmanufaktur in Norditalien ist es inzwischen zu einer festen Größe geworden. Prägend für die Schuhentwicklung ist ein asymmetrischer Schuhaufbau, der für den Käufer an der versetzten Schnürung erkennbar ist. Garmont bietet eine breite Auswahl von leichten Hiking- und Approachschuhen bis zu festen Bergstiefeln.

Ein absolutes Traditionsunternehmen aus Bayern ist die Firma Hanwag. Hans Wagner, auf den der Firmennamen zurückgeht, machte sich 1921 selbstständig. Das Handwerk hatte er wie sein Bruder Lorenz Wagner, der später Lowa gründete, vom Vater gelernt. Die Hanwag-Kollektion ist an den zahlreichen Spielformen des Alpinismus orientiert und bietet spezifische Modelle unter anderem für gemütliche Wanderungen, das Klettersteiggehen, felsige Touren oder klassische Gletscherwege. Seit vielen Jahren überzeugen die Schuhe durch Qualität und weniger durch einen glamourösen Auftritt in der Werbung. Inzwischen gehört Hanwag gemeinsam mit Fjällräven (Outdoorbekleidung) und Primus (Kochgeräte) zu Fenix Outdoor.

Società Calzaturieri Asolani Riuniti Pedemontana Anonima – unter diesem Namen gründete der Engländer Lord Cecil Iveagh 1938 in Asolo, Italien die Firma Scarpa, um den örtlichen Schuhmachern Arbeit zu geben. Deren Nachfahren führen bis heute das Unternehmen und haben die kleine Schuhmanufaktur in den letzten Jahrzehnten zu einem der führenden Hersteller im Schuhbereich für Bergsport entwickelt. Vom Skitourenstiefel bis zum Kletterschuh bietet Scarpa alle Modelle für Bergsteigerfüße. Für den Jahrgang 2009 des DAV Expeditionskaders und seine Projekte, unter anderem in Pakistan, stellte Scarpa das Schuhwerk zur Verfügung.

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Weitere interessante Informationen über Wanderschuhe für Frauen und Wanderschuhe für Männer finden Sie bei Bergfreunde.de.

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