Nicht erst seit dem Datenskandal bei Facebook steht das soziale Netzwerk in der Kritik, Nutzerdaten im großen Stil zu erheben. Mehr und mehr Unternehmen distanzieren sich nun von der Datenkrake — so auch Apple. Wie der Smartphone- und Computerhersteller jetzt den Datenhahn zu Facebook schließt, erfährst Du hier.

Nach Inkrafttreten der DSGVO Ende Mai soll bald ein weiterer Schritt Richtung Privatsphäre des Nutzers gegangen werden: Um den Datenschutz für Verbraucher zu stärken, wird Apple ab Herbst dieses Jahres seinen hauseigenen Browser Safari mit einer Art Blocker ausstatten, der es Facebook erschweren soll, Nutzerdaten zu erheben. Denn auch außerhalb des sozialen Netzwerkes — also losgelöst von facebook.com oder der Facebook-App — werden für das soziale Netzwerk Daten gesammelt.

Was steckt hinter dem Update bei Apple?

Facebook hat Einsicht in Dein Nutzerverhalten -- und das nicht nur, wenn du likst oder kommentierst.

Facebook hat Einsicht in Dein Nutzerverhalten — und das nicht nur, wenn Du likst oder kommentierst.

Vielleicht ist es Dir schon einmal aufgefallen: Wenn Du Dir auf einer Nachrichtenseite einen Artikel ansiehst oder Dich durch die Produkte eines Online-Shops klickst, hast Du manchmal die Möglichkeit, diese Inhalte mit Freunden auf Facebook zu teilen. Manchmal begegnest Du zum Beispiel aber auch einem blauen Daumen, über den Du dem Unternehmen ein „Gefällt mir“ hinterlassen kannst. Immer dann, wenn auf einer Webseite ein solches Element von Facebook eingebunden ist, erhält das Unternehmen Informationen über Deinen Webseitenbesuch — und das auch dann, wenn Du den Inhalt weder teilst, likst oder kommentierst.

Es werden also nicht nur die Cookies gespeichert, die für die besuchte Seite notwendig sind, sondern auch ein zusätzlicher Facebook-Cookie, der die Daten für das US-amerikanische Unternehmen speichert. So kann Facebook ein genaues Profil von Dir erstellen, das auf Deinem Nutzerverhalten basiert — und das, obwohl Du nicht mal auf Facebook unterwegs warst.

Neu bei Apple: Einwilligung zu Facebook-Cookies

Mit dem Update seines Browsers Safari möchte Apple die Verwendung dieser Cookies nun erschweren. Der Browser wird künftig explizit danach fragen, ob Du es einem Drittunternehmen erlauben möchtest, Deine Daten zu sammeln. Dies erfolgt über ein Pop-Up, das sich automatisch im Browserfenster öffnet, sobald Du eine Webseite mit integrierten Facebook-Funktionen besuchst.

Apple lässt Dir damit die Wahl, ob Du Deinen Webseitenbesuch mit Facebook verknüpfen möchtest, um zum Beispiel personalisierte Angebote im sozialen Netzwerk angezeigt zu bekommen. Du kannst, musst aber den Datenhahn zu Facebook nicht schließen. Die Datennutzung auf der eigentlichen Webseite, also dem Nachrichtenportal oder Shop, bleibt davon allerdings unbeeinflusst und wird über den Cookie-Hinweis auf der Seite geregelt.

Diese Änderung wurde diese Woche auf der WWDC 2018, einer internationalen Entwickler-Konferenz von Apples Software-Chef Craig Federighi vorgestellt und mit einem Browser-Update im Herbst umgesetzt werden. Der Blocker muss vom Nutzer nicht extra aktiviert werden, sondern wird automatisch mit dem Update eingesetzt.

 Welche Auswirkungen hat die Änderung?

Nach aktuellem Stand bringt das Update nur Änderungen für Apple-Nutzer mit sich, die den hauseigenen Browser nutzen. Doch ist nur an dieser Stelle relativ — schließlich ist Safari der voreingestellte Browser, mit dem Du aller Voraussicht nach im Internet surfst, wenn Du ein iPhone oder iPad besitzt. Apple setzt damit einen großen Meilenstein in Sachen Datenschutz, der die Privatsphäre einer Vielzahl von Verbrauchern stärkt. Die Änderung kann daher erwirken, dass andere Browser-Anbieter nachziehen und den Blocker ebenfalls integrieren werden.

Und: Auch wenn Apple laut Federighi bei der Vorstellung des Updates ganz klar auf Facebook abgezielt hat, werden auch andere Unternehmen von der Änderung betroffen sein. So werden auch Cookies von Werbetreibenden, die ihre Anzeigen auf Webseiten platzieren, oder aber die von Google zunächst blockiert und nur nach vorheriger Zustimmung genutzt werden.