Bier ist in Deutschland ja nahezu ein Volksgetränk. In Köln haben wir unser Kölsch, die Bayern trinken ihr Weizenbier und in Düsseldorf steht Alt auf der Getränkekarte. Doch die ganzen verschiedenen Biere werden auch aus verschieden Biergläsern getrunken. Zu einigen der bekanntesten oder skurrilsten Biergläser findest du hier die interessantesten Infos und Fakten.

Der Willibecher

Willi BierglasAuch in der Nachkriegszeit wollten die Deutschen nicht auf ihr Bier verzichten, doch für aufwändige Biergläser aus hochwertigen Materialien wie den zuvor vorherrschenden Humpen war kein Geld da. Also entwarf Willy Steinmeier 1954 in Essen den Willibecher.

Der Erfolgszug des Willibechers

In nahezu alle Brauereien in der Bundesrepublik Deutschland wurde der Willibecher zum Standardglas. Auch heute noch werden jährlich mehrere Millionen Gläser dieses Typs verkauft. Der Willibecher ist in den Größen 0,2 Liter, 0,25 Liter, 0,3 Liter, 0,4 Liter und 0,5 Liter erhältlich.

Bier mit passendem Bierglas

Der Humpen

Bier in Glaskrug HumpenDer Humpen hat so viele Spitznamen wie wahrscheinlich kein anderes Gefäß: Bierkrug, Bierseidel, Schnelle, Bierbembel, Walzenkrug, Halber, Henkel – doch eigentlich bezeichnen sie alle dasselbe: Einen Krug aus zumeist Glas oder Stein mit einem Henkel, der häufig mit Bildern, Schrift oder Reliefs verziert ist und einen Scharnierdeckel besitzt.

Der Humpen im Kunsthandwerk

Der Humpen ist seit der Renaissance besonders in Deutschland ein absolutes Kultgefäß. Er ist in den verschiedensten Größen erhältlich, teils wurden sogar bereits Einzelanfertigungen mit bis zu fünf Litern Fassungsvermögen hergestellt! Auch aus kunsthandwerklicher Sicht ist das Gefäß nicht unwichtig: So wurden schon Humpen aus Silber, Porzellan, Zinn, Elfenbein oder Bernstein hergestellt.

Die Kölner Stange

Kölschglas und KölschkranzIn der Kölner Stange wird das Kölsch ausgeschenkt. Sie hat meist ein Fassungsvermögen von 0,2 Litern, es gibt aber auch das sogenannte Stößchen, das nur 0,1 Liter fasst. In der Kölsch-Konvention ist festgeschrieben, dass der Wirt sich „nach besten Kräften dazu einzusetzen“ hat, Kölsch nur in der Kölner Stange auszuschenken.

Und warum ist die Stange so klein und schmal?

Wegen des geringen Fassungsvermögens wird sich in Bayern über die Kölner Stange eher lustig gemacht, doch die Form des Glases hat einen ganz wissenschaftlichen Hintergrund: Der Bierschaum von Kölsch hat einen geringen CO2-Gehalt, was dazu führt, dass Kölsch in größeren und breiteren Gläsern zu schnell schal werden würde.

Der Stiefel

Bier im StiefelglasDiese eher seltsame Form unter den Biergläsern entstammt wahrscheinlich einer Mutprobe, bei der Soldaten aus echten Stiefeln trinken mussten. Vorreiter gab es aber bereits im Mittelalter. Der Stiefel fasst zumeist zwei Liter, teilweise aber bis zu fünf Liter. Aufgrund dessen wird ein Stiefel Bier meist nicht alleine getrunken, sondern umher gereicht und/oder mit Trinkspielen verbunden.

Die skurrile Eigenheit des Stiefels

Die Herausforderung am Trinken aus einem Stiefel ist, dass sich sobald nur noch der Fußbereich mit Flüssigkeit gefüllt ist, ein Unterdruck bildet. Bei unvorsichtigem Trinken kann einem hier der gesamte Inhalt ins Gesicht schießen. Das kann durch drehen des Glases allerdings umgangen werden. In einigen Bereichen Deutschlands muss der, dem dieser Fauxpass passiert, den nächsten Stiefel für die Gruppe ausgeben.

Fazit zu verschiedenen Biergläsern

Es muss gesagt werden, dass das wirklich nur ein kleiner Abriss der verschiedenen Biergläser ist, der auch noch auf Deutschland bezogen ist. Allein in Belgien, das wohl einzige Land mit einer größeren Bierkultur aus Deutschland, gibt es zig weitere Formen an Gläsern, teils auf einzelne Biermarken bezogen, wie das „Ribbelke“ bei Stella Artois. Aber vielleicht gibt es ja zum nächstjährigen Tag des Bieres einen zweiten Teil dieses Artikels? 😉

Hier gibt es Biergläser für jedes Bier