Mit der Ankündigung von iOS 11 schlägt Apple – zumindest in den USA – bereits neue Wege ein und verstärkt damit einen Trend für Zahlungsmittel: Messenger Dienste wie Whatsapp, Facebook Messenger und iMessage werden verstärkt mit Bezahlfunktionen ausgestattet. Ich gebe euch einen Ausblick darauf, was das für Online-Shopper heißt.

Mit der Veröffentlichung von Apples aktuellstem mobilen Betriebssystem iOS 11.2 hat man eine Neuerung eingeführt, die mittelfristig auch für Online-Shopper interessant sein dürfte: Apple integriert eine Möglichkeit direkt über iMessage Geldbeträge an Kontakte zu überweisen.

Damit stellt sich Apple in direkte Konkurrenz zu PayPal und möchte offenbar ein größeres Stück vom Zahlungsdienstleister-Kuchen als „nur“ mit dem iTunes- und App-Store abbekommen.

Der Trend zum Messenger als Zahlungsmittel ist aber nicht nur auf Freunde beschränkt. Tatsächlich testet auch Facebook seit einigen Monaten Bezahlmöglichkeiten direkt im Facebook Messenger.

Messenger als Zahlungsmittel – was heißt das für Online-Shopper?

Grundsätzlich halte ich die Messenger als Zahlungsmittel für eine praktische Erweiterung. Viele haben ohnehin schon Guthaben oder Zahlungsdaten bei Facebook und dem iTunes-Store hinterlegt um sich Zubehör in Spielen oder Musik und Filme zu kaufen. Die „Geld senden“-Funktion kann sich im Alltag durchaus als praktisch erweisen. Wer hat nicht schon einmal mit Freunden eine Pizza bestellt und hatte gerade kein Kleingeld zur Hand?

Mit dem Facebook Messenger können amerikanische Nutzer bereits Geld an Freunde senden. © Facebook

Auch beim Online-Shopping kann eine solche Funktion sehr hilfreich sein. Stellt euch vor, ihr seit auf der Facebook-Seite eines Unternehmens und chattet mit einem Service-Mitarbeiter weil ihr unentschlossen wegen eines Produktes seid. Der Mitarbeiter könnte euch direkt im Messenger das perfekte Produkt zeigen und eine Möglichkeit zum Kauf anbieten.

Ähnliches gibt es schon bei Werbeaktionen: Ich habe mich auf einer Facebook-Seite für kostenlose Proben eines Bartpflege-Mittels interessiert. Über den Messenger konnte ich dann das Probe-Paket kostenlos bestellen ohne Facebook verlassen zu müssen.

WeChat: Chinesische App macht das Zahlen per Messenger vor

Im chinesischen Raum ist das Zahlen per Messenger übrigens schon Gang und Gäbe: Mit WeChat lassen sich allerhand Produkte, Dienstleistungen und P2P-Zahlungen (Person-to-Person-Zahlungen) abwickeln – für Online-Shops und für lokale Geschäfte. Das Zahlen via WeChat ist dort so beliebt, dass mittlerweile sogar an einigen deutschen EC-Terminals im stationären Handel das Zahlen via WeChat für chinesische Touristen über einen kleinen Umweg möglich ist.

Können schon jetzt Einkäufe per Messenger bezahlt werden?

Noch ist es nicht in der breiten Masse möglich seine Online-Einkäufe per Messenger zu bezahlen. Wir können aber stark davon ausgehen, dass besonders größere Online-Shops solche Services testen werden, wenn sie für einen größeren Kundenkreis verfügbar sind. Eine wesentliche Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von Apple Pay, welches in Deutschland noch immer auf sich warten lässt.