Kaffee ist im Umbruch. Die Sehnsucht nach Genuss, Zeremonie und Exklusivität in Zeiten von Kapselrobotern ist so groß wie nie. Diese drei Trends in Sachen Kaffee sind eine kleine Kaffeerevolution und machen aus der Kaffeezubereitung endlich wieder ein Erlebnis.

Es ist tatsächlich 15 Jahre her, als der Senseo Pad-Automat auf den deutschen Markt kam und die Kaffeezubereitung revolutionierte – aber weniger geschmacklich, sondern in Sachen unkomplizierte und schnelle Zubereitung. Nachdem sich das Nespresso-Kapsel-System um 2010 durchgesetzt hatte, hieß es nur noch Luke auf, Kapsel rein. Mit dem Kaffee an sich kam man überhaupt nicht mehr in Kontakt. Doch das ändert sich zum Glück seit diesem Jahr. Das Kaffee-Motto des Jahres lautet „Back to the roots“. Hier kommen die Top 3 Kaffee-Trends.

Helle Röstungen

Der Trend in den Rösterein geht zu hellen Röstungen. Entgegen dem in zu großen Mengen und zu schneller Hitze industriell geröstetem Kaffee sind helle Röstungen sehr schonend und langsam geröstet. Während normaler Kaffee bis zum „Second Crack“ geröstet wird, ist die helle Röstung nach dem „First Crack“ vollendet. Das hat zur Folge, dass der Kaffee aus heller Röstung zum einen bekömmlicher ist und die rund 900 Aromen, die in der Bohne stecken, für einen sehr individuellen Geschmack sorgen. Ich habe auch bereits ein paar „Blonde“-Röstungen probiert und finde, dass sie fruchtiger und etwas säuerlicher schmecken als der dunkel geröstete Kaffee. Durch die helle, Zimt-ähnliche Farbe wird dieser Röstgrad auch „cinnamon roast “ genannt.

Tipp: Schon mal zu Hause selber geröstet? Unter rohebohnen.de kannst du kostengünstig rohe Bohnen kaufen und ganz nach deinem Geschmack deinen Kaffee einfach selbst zu Hause in der Pfanne rösten.

Cold Brew Coffee

cold-brew-coffee mit Eis

Foto: iMoa Kiatbordin Doojai

Bei diesem Kaffee-Trend bleibt die Küche kalt. Beziehungsweise das Wasser. Wie der Name schon sagt, wird hier kalt gebrüht. Der Vorteil: Erfrischend und völlig neuer Aspekt von Kaffee, denn der Cold Brew enthält weniger Säure und Bitterstoffe. Eine erfrischende Alternative zum herkömmlichen Eiskaffee. Und ein völlig neues Geschmackserlebnis. Und die Zubereitung geht ganz einfach.

Das brauchst du für den Cold Brew

  • 1 l kaltes Wasser
  • 2 Gefäße
  • 200g Kaffee (Mahlgrad 10 =  mittel-grob)
  • 1 Filter
  • Frischhaltefolie
  • Eiswürfel (optional)

Zubereitung Cold Brew Coffee

  1. Kaffee mit Wasser in einem Gefäß vermengen
  2. Gefäß mit Frischhaltefolie oder Deckel abdecken
  3. Ca. 9 Stunden (maximal 12) bei Raumtemperatur ziehen lassen
  4. Kaffeeextrakt durch einen Kaffeefilter geben
  5. Auf gewünschte Trinkstärke verdünnen (z. B. mit Eiswürfeln)
  6. Im Kühlschrank bis zu 2 Wochen aufbewahren

Tipp: Cold Brew in schweren Gläsern, zum Beispiel Einmachgläsern, und auf Eis servieren.

Klassische Brühmethoden

Kaffee Brühmethoden und Filter

Bei den Brühmethoden steigt man von maschineller auf Handarbeit um. Statt Hightech-Vollautomaten oder Kapselmaschinen wird jetzt wieder klassisch zubereitet. Dafür gibt es viele Methoden. Die günstigste ist wohl die einfache Handfiltermethode, bei der der Kaffee in einen mit Papierfilter versehenen Plastik- oder Porzellanfilter gegeben und mit heißem Wasser übergosssen wird. Eine weitere Filtermethode ist die French Press bei der das Pulver direkt in die Kanne gegeben und nach 1,5 Minuten der integrierte Filter nach unten gedrückt wird. Preislich am teuersten sind die Karlsbader- oder Bayreuther-Kaffekannen. Diese bestehen aus vier hochwertigen Porzellan-Teilen und der Kaffee wird durch ein feines, doppelt-glasiertes Porzellansieb gefiltert.

Die Kaffee-Zubereitung wird also endlich wieder das, was es einmal war: eine wohlriechende Zeremonie für echte Genießer.

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