Unseriöse Fake-Shops sind immer schwerer zu erkennen — diese Erfahrung machen auch erfahrene Online-Shopper. Da altbewährte Tipps nicht mehr ausreichend gegen Betrug schützen, haben wir für Sie neue Hinweise zusammengetragen. So können Sie einen Fake-Shop erkennen!

Bei Fake-Shops handelt es sich um betrügerische Online-Shops, die von Ihnen eine Bezahlung per Vorauskasse fordern und die von Ihnen bestellte Ware dann nicht liefern. Andere gefährliche Online-Shops verkaufen illegale Markenfälschungen oder sind nur darauf aus, Ihre persönlichen Daten abzufangen.

Es gibt viele Faktoren, die auf einen betrügerischen Online-Shop hinweisen können. Doch bekannte Vorsichtsmaßnahmen reichen bei heutigen Fake-Shops oft nicht mehr aus. Wir möchten Ihnen daher weitere Tipps an die Hand geben, damit Sie in Zukunft in wenigen Schritten einen unsicheren Fake-Shop erkennen.

Anhand dieser Merkmale können Sie Fake-Shops erkennen

Zu günstige Kaufpreise

Alle Produkte des Shops sind um 25% oder sogar 50% reduziert? Die Rabatte sind auffällig in roter Schrift und mit durchgestrichenen Preisen präsentiert? Im Leben bekommt man nichts geschenkt — auch online nicht. Daher kann es bei solchen Schnäppchen, die zufälligerweise immer auf Lager sind, nicht mit rechten Dingen zugehen. Recherchieren Sie vor dem Kauf auch lieber die üblichen Preise des gewünschten Produktes und lassen Sie sich nicht von dem günstigsten Angebot eines Fake-Shops blenden.

Der Name der Internetadresse passt nicht zum Sortiment 

Fake-Shops haben nicht selten absurde Domain-Namen und damit auch URLs. Warum sollte ein Online-Shop für Schuhwerk für seine Adresse „baumschule-geisel.de“ wählen? Ein Online-Shop namens „hotelweinland.at“ verkauft sicherlich auch keine Versace-Taschen. Auch, wenn der Online-Shop auffällig große Markennamen kopiert, sollten Sie aufmerksam sein und überprüfen unter welcher Internetadresse die Marke wirklich Ihre Produkte verkauft. Auffällig ist es ebenso, wenn die URL von dem Namen auf dem Banner der Webseite abweicht.

Fake-Shops erkennen

Während der Online-Shop Schuhe verkauft, lautet seine Domain „baumschule-geisel.de“.

Das Angebot des Online-Shops sieht unüblich aus

Neben Dessous für Frauen werden Donald Duck Taschenbücher aber auch Ringmuttern angeboten? Manche Fake-Shops stellen tatsächlich ein derart seltsames Sortiment zusammen, um möglichst viele unterschiedliche Käufer zu täuschen. Werfen Sie einen Blick auf die Startseite und die Kategorien des Online-Shops. Wenn die Produkte so gar nicht zusammenpassen, könnte es sich um einen Fake-Shop handeln. Auch die schlechte Qualität der Produktbilder kann ein Indiz dafür sein, dass die dort angebotenen Produkte gar nicht existieren.

Es gibt fehlerhafte Texte und unvollständige Unterseiten

Betreiber von Fake-Shops sitzen oft im Ausland und investieren wenig Zeit und Mühe in Übersetzungen. Die Texte der betrügerischen Online-Shops sind daher meist in Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik fehlerhaft.

Wenn Ihnen dies auf den ersten Blick nicht auffällt, dann schauen Sie auf den Unterseiten zum Thema Versand, AGBs oder zur Datenschutzerklärung. Finden Sie dort schlechte Übersetzungen oder sogar nur unnötige Fülltexte wie „ERROR 404 – Seite nicht gefunden“, sollten Sie definitiv von einer Bestellung absehen.

Sie finden keine Informationen zum Online-Shop im Netz

Viele der Fake-Shops sind schon darauf ausgelegt, nach kürzester Zeit wieder abgeschaltet zu werden. Sie bewerben Ihre Webadressen bei Google oder in Sozialen Medien wie Facebook und Instagram, um so schnell wie möglich viele Besucher zu erhalten. Bevor Warnungen und schlechte Bewertungen erst irgendwo auftauchen können, ist der Fake-Shop schon nicht mehr aufrufbar und die Betrüger nutzen wieder eine neue Domain.

Fake-Shops erkennen

Angeblich gibt es diesen Fake-Shop schon seit 2012. Im Netz findet man jedoch keine Bewertungen von Kunden.

Geben Sie zur Recherche einfach den Namen des Online-Shops und Worte wie „Erfahrungen“, „Fake“ oder „Problem“ ein. Wenn Sie gar keine Informationen in Suchmaschinen finden, sollten Sie vorsichtig bleiben. Auch, wenn der Shop im unteren Bereich der Website Sie durch den ©-Hinweis glauben lassen will, dass es ihn schon seit längerem gäbe. Sollten im Fake-Shop selber nur Lobeshymnen als Bewertungen auftauchen und im Netz gar keine, so handelt es sich höchstwahrscheinlich um gefälschte Kundenstimmen.

Es gibt Hinweise auf eine unsichere Verbindung 

Fake-Shop erkennen

Sichere Internetadressen werden mit einem Schloss als „Sichere Verbindung“ angezeigt.

Internet-Browser, die wir heutzutage nutzen, bieten wertvolle Sicherheitshinweise. Sie geben Ihren Nutzern eine Einschätzung dazu, ob die Website, auf der Sie sich aktuell befinden, sicher ist. Im Falle eines sicheren Online-Shops, sollten Sie ein Schloss und den Hinweis „Sichere Verbindung“ sehen, wenn Sie auf das Symbol klicken. Ein anderer Hinweis darauf ist der Buchstabe „s“ hinter dem „http“ in der Adresszeile des Browsers. Vertrauenswürdige Händler verschlüsseln die Datenübertragung sicher und geben Ihnen die Möglichkeit, der Zusendung von Newslettern oder der Weitergabe Ihrer Daten zu widersprechen.

Unsichere Verbindungen werden als „Nicht sicher“ gekennzeichnet.

Ungenügender Datenschutz hingegen kann dazu führen, dass Ihre eingegebenen privaten Daten abgegriffen und missbraucht werden. Geben Sie Ihre Zahlungsdaten bei einem Fake-Shop-Betreiber ein, so könnte er diese auch an Dritte verkaufen. Geben Sie im Zweifelsfall also keine sensiblen Daten weiter.

Fake-Shop erkennen: Die klassischen Hinweise

Es gibt unvollständige oder falsche Angaben im Impressum 

Ein nicht vorhandenes Impressum ist ein eindeutiges Warnsignal für einen Fake-Shop. Ein seriöser Online-Shop identifiziert sich eindeutig als Verkäufer mit Namen, der Postanschrift, einer E-Mail-Adresse und Informationen zum Handelsregister. Mit Hilfe von www.handelsregister.de können Sie unter „normale Suche“ die Echtheit der Angaben prüfen.

Sollte ein Fake-Shop-Betreiber jedoch den Namen und die Daten seriöser Unternehmen missbräuchlich verwenden, so funktioniert dieser Test nicht. Achten Sie dann auf die restlichen Merkmale von Fake-Shops, um sie zu erkennen. Ihnen bleibt zudem noch die Möglichkeit telefonischen Kontakt zum Shop-Betreiber aufzunehmen, um die Richtigkeit der Angaben zu bestätigen. Kann der Kontakt nur über E-Mail erfolgen, ist dies ein schlechtes Vorzeichen.

Die einzige Zahlungsart ist Vorkasse

Fake-Shops bieten Käufern lediglich Bezahlverfahren an, die Vorkasse beinhalten. Mit einer Überweisung oder der Zahlung per Kreditkarte kann das Geld nicht mehr zurückgeholt werden, wenn Sie später erst bemerken. dass die Ware gar nicht versendet wird. Auch eine Zahlung über Dienste wie Western Union oder MoneyGram sollten Sie wegen Schwierigkeiten bei der Rückabwicklung nicht vornehmen. Zu empfehlen ist die Bezahlung nach Erhalt einer Rechnung oder über das Lastschriftverfahren. 

Manchmal werden Ihnen zwar durch Logos von Anbietern wie PayPal weitere Zahlungsmethoden suggeriert, doch am Ende des Bestellprozesses können Sie diese nicht mehr auswählen. Auch daran können Sie Fake-Shops erkennen. Ein seriöser Online-Shop wäre ebenso dazu verpflichtet, alle Preisangaben samt Mehrwertsteuer anzugeben und transparente Angaben zu Kosten für Versand, Rücksendung oder anderen Zuschlägen zu machen.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie Zahlungen per Vorkasse immer durch einen Käuferschutz wie den von Trusted Shops absichern. Er sorgt dafür, dass Ihre Bestellungen in den von uns  zertifizierten Online-Shops abgesichert sind. Was das konkret bedeutet? Sie erhalten Sie Ihr Geld zurück, falls Ihr Paket oder Ihre Erstattung nicht bei Ihnen ankommt.

Die Gütesiegel sind nicht klickbar

Unser Gütesiegel zeigt an, in welchen Online-Shops Du sicher einkaufen kannst.Fake-Shops binden gerne erfundene oder kopierte Gütesiegel ein, obwohl Sie nie zertifiziert wurden. Entdecken Sie zum Beispiel unser Trusted Shops Gütesiegel, überprüfen Sie durch einen Klick, ob sich die Zertifikatsseite öffnet. Dort sollte der Status „gültig“ erscheinen, damit es sich um einen sicheren Online-Shop handelt.

Fake-Shop erkennen

Beispiel für eine gültige Zertifikatsseite für einen von Trusted Shops zertifizierten Online-Shop.

Was Sie bei einem Betrug durch einen Fake-Shop tun können

Prüfen Sie, ob Sie Ihr Geld zurückholen können

Sie haben den Verdacht in einem Fake-Shop bestellt zu haben? Dann sollten Sie zunächst überprüfen, ob Sie das gezahlte Geld zurückholen können. Setzen Sie sich dazu schnellstmöglich mit Ihrer Bank in Verbindung, denn Überweisungen kann man nur innerhalb weniger Stunden rückgängig machen.

Aufgrund dessen sollten Sie von Bezahlungen außerhalb der Geschäftszeiten Ihrer Bank lieber absehen. Manche Fake-Shops täuschen sogar Verzögerungen des Versands durch Lieferschwierigkeiten vor, um Sie daran zu hindern, Ihre Überweisungen rückgängig zu machen. Beim Lastschriftverfahren haben Sie ein paar Tage als Spielraum für die Stornierung.

Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei

Haben Sie einen Fake-Shop entdeckt oder sind Sie Opfer eines Betrugs geworden, können Sie eine Strafanzeige bei der Polizei stellen. Dies funktioniert Sie auch im Internet unter online-strafanzeige.de. Behalten Sie dafür alles, was Ihre Online-Bestellung in dem Fake-Shop dokumentiert. Dazu gehören E-Mails über Bestellbestätigungen, der Kaufvertrag oder Screenshots. So tragen auch Sie zur Löschung von Fake-Shops bei.