Im letzten Part dieser Artikelreihe hast du dich für dein Foto-Equipment entschieden, doch jetzt geht der Spaß eigentlich erst richtig los. Wie lerne ich am besten fotografieren? Welches Zubehör brauche ich für eine bestimmte Art von Fotos? Diese Fragen klären wir in diesem Artikel.

Nachdem du nun eine Kamera und mindestens ein Objektiv dein eigen nennst, musst du nun lernen, damit auch umzugehen. Erster Anlaufpunkt dafür ist das Handbuch, das du auch tatsächlich zumindest überfliegen solltest. Denn um vernünftige Fotos zu machen, musst du zumindest die Verschlusszeit, den ISO-Wert und die Blende ändern können; und natürlich auch wissen, wo sich der Auslöser befindet.

Das klingt erst mal ziemlich einfach – ist es manchmal aber gar nicht. So hatte ich an der Sony Alpha 7 anfangs ziemlich große Probleme, den Knopf zum Starten einer Videoaufnahme zu finden. Sowas sollte dir nicht im praktischen Einsatz passieren, sonst verpasst du vielleicht einen entscheidenden Moment und damit potenziell ein gutes Foto.

Und danach ist die erste Devise: Einfach Fotos machen! Ob die am Anfang gut werden oder nicht ist eigentlich nicht entscheidend, es geht erst mal ums Sammeln von Erfahrung und natürlich auch um Spaß. Parallel dazu, kannst du dich auf verschiedenen Wegen inspirieren lassen und neue Techniken lernen.

Das Fotografieren lernen

Smartphone mit Kamera-App

Wie lernt man am besten das Fotografieren?

YouTube-Videos von Fotografen

Einige Fotografen bieten es dir auf YouTube an, ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu gucken und von ihnen zu lernen. In Extremfällen ist das sogar schon in Reportagen mit Fernsehqualität geendet, die neben dem Lernen der Fotografie auch Infos über eine andere Kultur bieten. Empfehlenswerte Kanäle betreiben zum Beispiel Benjamin Jaworskyj, Martin Flindt, Stephan Wiesner oder Marco Bagnoli. Interessante Tests zu Objektiven und Kameras findet man bei ValueTechTV.

Video-Workshops

Einige Fotografen bieten Video-Workshops zu ausgewählten Themengebieten der Fotografie zum Kauf an. Einige bieten die Produkte sogar noch als DVD an, die meisten sind mittlerweile auf Download-Versionen umgeschwenkt. Meistens wird in diesen Workshops ein Foto als Ausgangspunkt gezeigt, das dann gemeinsam mit dir erarbeitet wird. Dadurch kannst du sehr genau sehen, worauf man bei der Aufnahme und gegebenenfalls bei der Bearbeitung achten muss.

Bücher

Natürlich gibt es auch diverse Fotografie-Bücher, diese gehen meist noch deutlich mehr ins Detail als Workshops und YouTube-Videos und beleuchten oft auch die technischen Hintergründe (Wie funktioniert eigentlich eine Kamera? Warum sind manche Objektive schwerer zu bauen als andere?). Teilweise wird aber auch mit ähnlichen Methoden wie bei Video-Workshops gearbeitet.

Drei Foto-Tipps zum nachmachen

Den manuellen Modus benutzen

Viele Leute fotografieren im Automatikmodus. Bei aktuellen Kameras funktioniert dieser meist zwar schon sehr gut, aber eben immer noch nicht perfekt. So erkennt man oft „schlechte“ Fotografen daran, dass sie bei einem Städtetrip Bauwerke mit Blitz fotografieren. Der automatische Modus schaltet diesen ein, weil es dunkel ist, doch niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, ein riesiges Gebäude mit einem kleinen Blitz aufzuhellen.

Doch ganz abgesehen davon lernt man bei der manuellen Fotografie die Verschlusszeit, den ISO-Wert und die Blende besser kennen. Außerdem neigt man weniger zum knipsen, sondern fotografiert viel definierter und überlegter; man achtet viel mehr darauf, was man eigentlich fotografiert.

Wenn du das manuelle Fotografieren ganz auf die Spitze treiben willst, kannst du außerdem manuell fokussieren. Mir persönlich macht das deutlich mehr Spaß, außerdem ist es genauer, als den Autofokus zu verwenden. Für Familienfotos und Sportaufnahmen, allgemein jede Art von spontaner Fotografie, ist das aber nur sehr bedingt geeignet.

Festbrennweiten benutzen

Festbrennweiten sind eine tolle Möglichkeit, dich kreativ zu betätigen. Auf Grund der meist sehr großen Offenblende der Objektive hast du bereits bei eher kürzeren Brennweiten die Möglichkeit, einen unscharfen Hintergrund zu erzeugen. Und dadurch, dass du nicht zoomen kannst, musst du dich selber mehr bewegen oder machst Bilder, die du mit einem Zoom-Objektiv nicht gemacht hättest.

Sony Alpha A7 mit Canon 85mm 1.8 und Fotograf

An die Sony Alpha 7 ist in diesem Bild eine 85mm-Festbrennweite angeschlossen.

 

In Schwarz-Weiß fotografieren

Klar, Farbfotografie ist etwas echt tolles. Aber wenn man die Farben einmal ausblendet, achtet man viel mehr auf die Kontraste und den Bildaufbau. Abgesehen davon, sehen schwarz-weiß-Fotos häufig auch noch ziemlich cool aus. Die meisten Kameras haben einen eingebauten schwarz-weiß-Modus, häufig zu finden unter dem Menüpunkt „Bildprofile“ oder „Bildstile“.

Welches Zubehör ist empfehlenswert?

Für Familienfotos und Urlaubsfotos ist meistens kein Zubehör erforderlich. einzig ein Stativ kann hilfreich sein, wenn man selber auch auf dem Foto drauf sein möchte. Wenn du aber etwas höher hinaus willst – Landschaftsbilder, Milchstraßenaufnahmen oder Timelapses machen möchtest – sind einige Zubehör-Artikel sehr empfehlenswert.

Foto von Douchebags The Hugger 60L

Sowohl der Himmel, als auch das Motiv sind korrekt belichtet.

So gibt es verschiedene Filter, die du vor dein Objektiv schrauben kannst. ND-Filter verdunkeln das Bild – das ist bei Videoaufnahmen oder sehr langen Belichtungen am Tag eine gute Sache. Pol-Filter entfernen Spiegelungen aus Wasser oder Fensterscheiben. Verlaufsfilter verdunkeln einen Teil des Bildes, während der andere Teil normal belichtet bleibt. Hast du schon Fotos gesehen, wo das Motiv genau richtig belichtet, der Himmel aber komplett überbelichtet war? Dagegen helfen Verlaufsfilter.

Für Videografen gibt es ganz viel spezielles Zubehör. Doch auch wenn du „nur“ Urlaubsvideos aufnehmen möchtest, bist du mit einem günstigen Mikrofon, das du auf den Blitzschuh deiner Kamera stecken kannst, gut bedient. Die interner Mikros sind nämlich bei nahezu allen Kameras – selbst im hochpreisigen Segment – nicht zu gebrauchen.

Das Fazit: üben, üben, üben

Es ist tatsächlich wie immer alle sagen: Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera. Doch durch eine gute Kamera und ein gutes Objektiv hat man zumindest in der Theorie die Möglichkeit, bessere Bilder zu machen.
Am wichtigsten ist aber die Praxis. Geh einfach raus, fotografiere irgendwas, probiere Sachen aus. Brich die Regeln. Hör auf konstruktive Kritik und beachte Leute, die dich und deine Fotos runter machen wollen nicht.
Und das war es dann auch schon wieder mit der dreiteiligen Artikelreihe über das Fotografieren. Weitere Fragen kläre ich gerne in der Kommentar-Sektion.

Mehr Fotobasics hier im Blog

  1. Fotobasics Teil 1: Was sind Verschlusszeit, Brennweite, Blende und Iso?
  2. Fotobasics Teil 2: Welche Kamera soll ich mir kaufen?