Friesennerz war gestern. Wer bei dem Wort „Regenjacke“ an gewachste Plastikjacken in Gelb denkt, sollte jetzt genau aufpassen. Denn die neuen Multifunktionstalente sind bis ins kleinste Detail durchdacht und bieten Schutz vor Nässe von außen und von innen.

Viele kennen vielleicht noch die Jacken von damals, die zwar 100 % vor Regen geschützt haben, jedoch keine Atmungsaktivität boten und somit der Nässe von innen nicht entgegengewirkt haben. Das Resultat war, dass man auf langen Touren trotz Regenjacke nass war. Die Atmungsaktivität wurde daher zu einem starken Auswahlkriterium. Als klassischer Schutz vor Regen, aber auch vor Wind, redet der Fachmann nicht mehr nur von Regenjacken, sondern von „Hardshelljacken“. Diese gibt es natürlich in zig Varianten und Preiskategorien. Auf der Suche nach der richtigen Hardshelljacke haben wir die Experten von Outdoor Shop Bergfreunde.de zurate gezogen. Unm die perfekte Regenjacke zu finden, empfehlen diese, sich vor dem Kauf folgende zwei Fragen zu stellen:

Wofür brauche ich die Regenjacke?

Für den Alltag empfiehlt der Experte eine beschichtete Jacke oder eine Zweilagen-Membranjacke. Ist die Jacke eher für die sportliche Freizeit, sollte man  auf eine Gore-Tex Paclite oder eine ultraleichte, beschichtete Jacke zurückgreifen. Werden Touren in den Bergen oder lange Trekkingtouren mit schwerem Gepäck geplant, so ist sicherlich eine Dreilagenjacke die beste Wahl.

Wie viel Geld kann ich ausgeben?

Beschichtete Jacken gibt es schon unter 100 €, bei Membranjacken müssen Sie je nach Eigenschaften noch etwas drauflegen. Je nach Anforderungen können dies auch mal 500 € sein.
Ist der Verwendungszweck und das Budget klar, kann es an die Beschaffenheit der Jacke gehen. Hier  unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Jacken:

Jacken mit Polyurethan-Beschichtung

Preisgünstig sind Jacken mit sogenannter Polyurethan-Beschichtung, durch die das Außenmaterial wasserabweisend wird, zum Beispiel von Marmot oder The North Face. Vorteil dieser Jacken ist der günstige Preis. Nachteil ist, dass die Beschichtung sich mit der Zeit abnutzt und sich selber nicht mehr so gleichmäßig auftragen lässt. Imprägnierte Jacken sind daher gut geeignet für den Alltag oder Tagestouren mit leichtem Rucksack.

Membran-Jacken

Langlebiger, kälteresistenter, knickstabiler und daher für nahezu jeden Einsatz geeignet sind Jacken mit einer Membran. Bei diesen Jacken muss im Gegensatz zu einer beschichteten Jacke die Imprägnierung nicht nach einigen Waschgängen oder häufigem Gebrauch neu aufgetragen werden. Sie sind somit dauerhaft wasserdicht und pflegeleichter.

Viele Poren machen die Jacke hoch atmungsaktiv. Die bekanntesten Membranen kommen von der Marke Gore-Tex. Bei diesen Membranen befinden sich über 1,4 Milliarden mikroskopisch kleiner Poren auf einem Quadratzentimeter. Die Größe einer Pore ist dabei kleiner als ein Wassertropfen, jedoch größer als ein Wasserdampfmolekül. Dies bewirkt, dass so eine Membran auf der Außenseite hundertprozentigen Schutz vor Regen bietet, der sich bei Bewegung bildende Schweiß jedoch von innen nach außen gelangen kann.

Bei so einer Membranjacke liegen mindestens zwei Schichten aufeinander. Eine Unterscheidung gibt es bei der Anzahl der Schichten. Die Menge der Schichten hat z. B. Auswirkungen auf die Robustheit der Regenjacke, wobei es die 2-Lagen, die 2,5 und die 3-Lagenjacke gibt. Die Experten von bergfreunde.de empfehlen hier zum Beispiel die Jacken von Bergans.

Ist die erste Wahl getroffen, können diese kleinen Details auch noch wichtig sein:

Kapuze

Außer beim Radfahren wird eine perfekte Regenjacke stets eine Kapuze haben. Je nach Verwendung der Jacke ist es aber sinnvoll einen genaueren Blick auf diese zu werfen. Gerade beim Einsatz in den Bergen sollte die Kapuze über einen Helm passen, um auch beim Klettern ausreichenden Wetterschutz bieten.

Die Kapuze muss darüber hinaus einstellbar sein und ideal sitzen. Gerade bei kleinen Köpfen kann die Kapuze zu groß sein und im Regen die Sicht einschränken oder beim Laufen verrutschen. Die oft gewählte Lösung ist eine Kordel in der Kapuze oder ein Klettverschluss am Hinterkopf, um das Volumen zu verringern.

Eine weitere Lösung für die freie Sicht bietet ein im Schirm eingearbeiteter Metalldraht, mit dem man die Kapuze formen kann.

PitZips

Atmungsaktivität bedarf eines Dampfdruckgefälles, d. h. je kälter es ist, desto besser arbeitet die Membran. An warmen Tagen bestehen für die Regenjacken nicht die optimalsten Bedingungen, wodurch man mit PitZips, den Unterarm-Reißverschlüssen, dem Schwitzen in der Jacke zusätzlich entgegenwirkt. Hierbei gibt es unterschiedliche Lösungen aufseiten der Hersteller. Klassisch sind hierbei die Unterarmreißverschlüsse, abweichend gibt es aber auch zur Seite hin versetzte Taschen, die statt der PitZips geöffnet werden können und somit für Belüftung sorgen.

Taschen

Bei den Taschen einer Regenjacke sollte man auch einiges beachten. Sie bieten zwar die Möglichkeit Wertsachen oder Kleinteile zu verstauen, jedoch sollten diese jederzeit erreichbar sein. Der Gebrauch eines Rucksacks oder Klettergurts könnte hinderlich sein, um die Taschen zu erreichen. Die Taschen sollten daher gut zu erreichen sein und nicht von Hüft- bzw. Schultergurt verdeckt werden.

Für jeden Typ die passende Regenjacke

Alle großen Marken wie The North Face, Mammut oder Vaude haben inzwischen Regenjacken in allen Preissegmenten und Variationen, weshalb auch der modische Aspekt eine immer größere Rolle bei der Kaufentscheidung spielt. Mehr Infos gibt es außerdem bei bergfreunde.de.

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