Kinder shoppen online. Das bleibt nicht immer ohne Folgen. So verursachen Kinder immer wieder hohe Kosten, ohne das Wissen ihrer Eltern. Eine neue Plattform namens Okiko will hier Abhilfe schaffen.

Das deutsche Fintech-Startup Okiko hat die junge und kaufkräftige Zielgruppe im Fokus. Und das nicht ohne Grund: Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Iconkids & Youth stünden den 6- bis 13-jährigen Kindern allein in Deutschland fast drei Milliarden Euro zur Verfügung!
Das Online-Konto von Okido soll den Einkauf im Internet kindergerecht und vor allem für die Eltern kontrollierbar machen. Die Eltern behalten die volle Kontrolle über Artikel, Shops und Transaktionen ihrer Kids.

Kontrolle für Online-Käufe bietet aber zum Beispiel auch Apple. Seit iOS 8 können Eltern über die sogenannte Familienfreigabe detailliert steuern, welche Inhalte bzw. Apps für welche Apple IDs zur Verfügung stehen. Und auch jeder Kauf muss explizit von einem Elternteil bewilligt werden.

Wer weder Okiko noch die Apple-Familienfreigabe nutzt, sollte folgende Punkte beachten, bevor er die Sprößlinge auf Shopping-Tour im Internet schickt.

Ab welchem Alter ist mein Kind berechtigt, im Internet zu shoppen?

Prinzipiell müssen Eltern ihren minderjährigen Kindern einen Kauf im Vorfeld erlauben oder nachträglich genehmigen. Andernfalls ist der Kauf unwirksam und das Geld muss vom Online-Händler rückerstattet werden. Eltern müssen jedoch eine Ausnahme beachten, den sogenannten Taschengeldparagraf: Kinder über sieben Jahre dürfen online einkaufen, wenn zum Beispiel die Eltern ihnen Geld zur freien Verfügung überlassen haben. Damit können sie dann Geschäfte tätigen, wie Downloads von kostenpflichtigen Apps, den Kauf von Kleidung oder einer Spielkonsole. Kinder unter sieben Jahren sind nicht berechtigt, im Internet oder im Laden einzukaufen.

Muss ich meinem Kind jedes Mal erneut die Erlaubnis geben, dass es online shoppen darf?

Ja, sofern die Ausgaben des Kindes nicht von dem sogenannten Taschengeldparagrafen gedeckt sind. Eine Generalvollmacht ist rechtlich nicht möglich.

Mein Kind hat im Internet Kleidung für 1.000 Euro gekauft. Allerdings ohne mein Wissen und ohne meine Erlaubnis. Kann ich mir mein Geld zurückerstatten lassen?

Für die Einschätzung der Wirksamkeit eines Vertrages macht es keinen Unterschied, ob er sich auf Downloads oder auf physische Ware wie Kleidung bezieht. Wenn das Kind ohne Einwilligung seiner Eltern die Käufe getätigt hat, können die Eltern den Betrag vom Online-Händler zurückverlangen. Natürlich müssen dann auch die Produkte zurückgeschickt werden. Eine Ausnahme liegt vor, wenn der Kauf unter den sogenannten Taschengeldparagrafen fällt, das Kind also eigenständig über den Betrag verfügen durfte. Dann ist keine Rückabwicklung möglich. Auch nicht bei einem Betrag in Höhe von 1.000 Euro.

Mein Kind hat Musik oder Konsolenspiele im Online-Shop gekauft und heruntergeladen. Kann ich diese Downloads wieder zurückgeben und mir mein Geld zurückerstatten lassen?

Bislang war die Rechtslage zur Rückgabe von Downloads unter Juristen umstritten – nun regelt die EU das Widerrufsrecht für Downloads neu. Das bedeutet konkret: PC- und Konsolenspiele, Hörbücher oder Musik, die als Download gekauft werden, können nicht mehr an den Händler zurückgegeben werden, sobald mit dem Herunterladen begonnen wurde. Mit einem Referentenentwurf bereitet das Bundesministerium der Justiz zurzeit die Umsetzung dieser Entscheidung für Deutschland vor. Somit bringt der Gesetzesentwurf des Ministeriums jetzt Klarheit. Diese neue Regelung gilt nicht, wenn das Kind beispielsweise ein PC-Spiel oder ein Hörbuch auf einer DVD oder einer CD im Online-Shop bestellt. Hier gilt auch weiterhin das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen, das es Verbrauchern erlaubt, im Internet bestellte Waren ohne Angaben von Gründen an den Online-Händler zurückzuschicken – es sei denn, er hat bei versiegelter Ware das Siegel geöffnet.

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