Viele Erwachsene haben keine großen Hemmungen, wenn es um das Posten von Kinderbildern in sozialen Netzwerken geht. Besonders Eltern sind so stolz auf Ihre Kinder, dass Sie Fotos aus allen Lebenslagen teilen. Doch wie fühlen sich die Kinder ein paar Jahre später damit, dass alles online so fleißig dokumentiert wurde? Wir erklären, worauf Sie für einen angemessenen Umgang mit Kinderfotos im Netz achten sollten.

Täglich landen unüberlegt geteilte Kinderfotos in sozialen Netzwerken. Was manche Eltern süß oder lustig finden, kann für das Kind vor späteren Klassenkameraden ziemlich peinlich werden. Damit Ihr Nachwuchs später nicht seine ersten Badebesuche oder so manches Outfit vorgehalten bekommt, haben wir diesen nützlichen Ratgeber für Sie.

So schützen Sie Ihre Daten im Netz

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Was muss ich beachten, wenn ich Kinderfotos posten möchte?

Veröffentlichen Sie Kinderbilder nur mit Einwilligung

Da auch Kinder ein Persönlichkeitsrecht besitzen, sollten sie gefragt werden, ob sie mit der Verbreitung eines Bildes einverstanden sind. Wenn sie an diesen Entscheidungen beteiligt werden, lernen sie, sich in der digitalen Welt zu bewegen. Ab dem Grundschulalter, spätestens jedoch ab dem 14. Lebensjahr, sollte das Verständnis für diese Einschätzung bestehen.

Auch Verwandte oder Kindergärten, Schulen und weitere Einrichtungen benötigen ebenfalls eine Einwilligung. Diese muss von mindestens einem der Sorgeberechtigten gegeben sein. Ohne sie kann neben Anspruch auf Unterlassung eine kostenpflichtige Abmahnung die Folge sein.

Kinderfotos können sich im Internet verselbstständigen

„Das Internet vergisst nie!“ sagt man, und das gilt auch in diesem Fall. Sind die Fotos erst im Netz, lassen sie sich kaum vollständig löschen. Auch, wenn Sie die Bilder von Ihrem Profil entfernen, können sie weiterhin im Netz verfügbar sein. Es ist eben kinderleicht mit wenigen Klicks Fotos herunterzuladen oder per Screenshot zu speichern.

Überprüfen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen

Möchten Sie trotzdem Kinderfotos teilen, überprüfen Sie vorher unbedingt Ihre Einstellungen bei Facebook, Instagram und Co.. Gehen Sie sicher, dass Ihre Fotos nicht auf öffentlich gestellt sind und teilen Sie sie diese am besten nur innerhalb einer bestimmten Gruppe. Nutzen Sie Fotos mit Ihren Kindern also nicht als Profilfoto oder Titelbild, da sie dort besonders sichtbar sind.

Um Ihre persönlichen Daten besser zu schützen, sollten Sie für Ihr Profil ein Pseudonym verwenden und im Dateinamen der Fotos nicht den richtigen Namen ihres Kindes angeben. Legen Sie außerdem in den Einstellungen fest, dass die Bilder in Suchmaschinen nicht erscheinen sollen.

Überlegen Sie genau, was Sie zeigen 

Verzichten Sie darauf, Fotos aus intimen Situationen zu teilen. In sozialen Netzwerken sind viele Kinder zwar schon direkt nach ihrer Geburt präsent, doch Fotos beim Baden oder ähnlich privaten Momenten müssen nicht sein. Unbedenklich hingegen sind Bilder, auf denen die Kinder nur von oben oder von hinten zu sehen sind. Die Gesichter der Kinder sollten Sie lieber durch Unschärfeeffekte oder auch Emojis verdecken.

Fazit

Sicher wollen Verwandte und Bekannte mit den öffentlich sichtbaren Kinderfotos Ihre Zuneigung für die Familie zeigen. Ebenso bestärken Likes und positive Kommentare sie darin, weiter Kinderfotos zu posten. Doch Facebook und andere soziale Netzwerke sind keine praktische und harmlose Möglichkeit, um Andere an schönen oder witzigen Momenten des Lebens Ihrer Kinder teilhaben zu lassen.