Immer mehr Nutzer bestellen ihre Möbel online. Doch so bequem der Online-Kauf von Kleiderschrank, Schreibtisch und Co. auch ist, so birgt er auch einige Herausforderungen. Mit diesen fünf Tipps sind Sie beim Möbelkauf online auf der sicheren Seite.

Wer sich dazu entscheidet, Möbel im Netz zu kaufen, sollte sich vorher informieren. Von Maßanfertigung bis Geld-zurück-Garantie: Dr. Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops, weiß, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Möbel sicher online kaufen möchten.

 Auch beim Möbel-Kauf online gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Wer Möbel im Internet bestellt, hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Deshalb können Sie nach Erhalt der Ware ganz in Ruhe prüfen, ob diese vollständig und unversehrt angeliefert wurde. Möbel, die noch nicht zusammengebaut geliefert werden, können Sie auch ohne Bedenken zusammenbauen. Hierfür kann der Online-Händler keinen Wertersatz verlangen.

Anders ist das, wenn Sie das Möbelstück bereits in Betrieb genommen haben und es dann zurückschicken. So können Sie den bestellten Esstisch zwar zusammenbauen, nicht jedoch eine Woche lang täglich an ihm speisen. In diesem Fall wäre der Online-Händler nämlich berechtigt, einen Wertersatz zu verlangen, wenn das Möbelstück dadurch einen Wertverlust erlitten hat. Denn die dauerhafte Nutzung, also das Essen am Tisch, geht über die reine Prüfung der Eigenschaften und Funktionsweisen hinaus.

Eine Schraube fehlt, was nun?

Diese Situation kennt fast jeder: Das neue Wohnzimmerregal wird geliefert und beim Auspacken und Zusammenbauen stellt man fest, dass wichtige Schrauben fehlen. In diesem Fall handelt es sich um einen Mangel. In diesem Fall können Sie die Nachlieferung der Schrauben auf Kosten des Händlers verlangen. Darüber hinaus können Sie natürlich auch den Widerruf erklären, das mangelhafte Möbelstück zurücksenden und die Erstattung des Kaufpreises verlangen.

Maßgeschneidert, aber es passt nicht – und jetzt?

Nach Ihren Wünschen angefertigte oder eindeutig auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Waren sind vom Widerrufsrecht ausgeschlossen. Wer sich also zum Beispiel seinen nach individuell angegebenen Maßen hergestellten Eckschrank anfertigen lässt, der sollte dringend beachten, dass es in diesem Fall kein Widerrufsrecht gibt. Wenn allerdings die Kundenvorgaben vom Händler nicht erfüllt wurden – der Schrank also nicht entsprechend den Maßangaben hergestellt wurde — gilt das Gewährleistungsrecht. In diesem Fall können Sie die Lieferung eines mangelfreien Schrankes verlangen.

Rücksendekosten bei Sperrgut – wer trägt die eigentlich?

Seit dem 13. Juni 2014 gilt grundsätzlich, dass Sie im Falle eines Widerrufs die Rücksendekosten zu tragen haben. Voraussetzung dafür ist allerdings immer, dass Sie darüber ordnungsgemäß belehrt wurden. Wenn die Ware nicht mit normaler Post zurückgesendet werden kann, muss der Händler die Rücksendekosten konkret beziffern – und zwar bereits vor Abgabe der Bestellung. Ist dies nicht geschehen oder wirbt der Händler mit einer freiwilligen Übernahme der Rücksendekosten, müssen Sie die Kosten für die Rücksendung nicht tragen.

Bestellen Sie in einem zertifizierten Shop.

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