2016 wurden rund 3 Milliarden Euro mit Möbeln im Internet umgesetzt* – Tendenz steigend. Doch so bequem der Online-Kauf von Möbeln ist, er birgt auch einige Herausforderungen. Mit diesen fünf Tipps bist du auch beim Möbelkauf auf der sicheren Seite.

Wer sich dazu entscheidet, Möbel im Netz zu kaufen, sollte sich vorher informieren. Von Maßanfertigung bis Geld-zurück-Garantie:
Dr. Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops, weiß, worauf du bei der Einrichtungs-Shopping-Tour im Netz achten solltest. Wie du Möbel sicher online kaufen kannst, habe ich folgend für dich zusammengefasst.

 Auch beim Möbel-Online-Kauf gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht

Wer Möbel im Internet bestellt, hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Deshalb kannst du nach Erhalt der Ware ganz in Ruhe prüfen, ob diese vollständig und unversehrt angeliefert wurde. Möbel, die noch nicht zusammengebaut geliefert werden, kannst du auch ohne Bedenken zusammenbauen. Hierfür kann der Online-Händler keinen Wertersatz verlangen. Anders ist das, wenn du zum Beispiel eine Woche lang deine Mahlzeiten am neuen Esstisch zu dir genommen hast und ihn dann zurück schickst. Dann ist der Online-Händler nämlich berechtigt, einen Wertersatz zu verlangen, wenn das Möbelstück dadurch einen Wertverlust erlitten hat. Denn die dauerhafte Nutzung, also das Essen am Tisch, geht über die reine Prüfung der Eigenschaften und Funktionsweisen hinaus.

Eine Schraube fehlt, was nun?

Diese Situation kennt fast jeder: Das neue Wohnzimmerregal wird geliefert und beim Auspacken und Zusammenbauen stellt man fest, dass wichtige Schrauben fehlen. In diesem Fall handelt es sich um einen Mangel. In diesem Fall kannst du die Nachlieferung der Schrauben auf Kosten des Händlers verlangen. Darüber hinaus kannst du natürlich auch den Widerruf erklären, das mangelhafte Möbelstück zurücksenden und die Erstattung des Kaufpreises verlangen.

Maßgeschneidert, aber es passt nicht – und jetzt?

Nach deinen Wünschen angefertigte oder eindeutig auf deine persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Waren sind vom Widerrufsrecht ausgeschlossen. Wer sich also zum Beispiel seinen nach individuell angegebenen Maßen hergestellten Eckschrank anfertigen lässt, der sollte dringend beachten, dass es in diesem Fall kein Widerrufsrecht gibt. Wenn allerdings die Kundenvorgaben vom Händler nicht erfüllt wurden – der Schrank also nicht entsprechend den Maßangaben hergestellt wurde, hast du das Gewährleistungsrecht. In diesem Fall kannst du die Lieferung eines mangelfreien Schrankes verlangen.

Rücksendekosten bei Sperrgut – wer trägt die eigentlich?

Seit dem 13. Juni 2014 gilt grundsätzlich, dass du im Falle eines Widerrufs die Rücksendekosten zu tragen hat. Voraussetzung dafür ist allerdings immer, dass er darüber ordnungsgemäß belehrt wurde. Wenn die Ware nicht mit normaler Post zurückversandt werden kann, muss der Händler die Rücksendekosten konkret beziffern – und zwar bereits vor Abgabe der Bestellung. Ist dies nicht geschehen oder wirbt der Händler mit einer freiwilligen Übernahme der Rücksendekosten, muss du die Kosten für die Rücksendung nicht tragen.

Geld-zurück-Garantie: bei Vorkasse auf Nummer sicher

Mit einer Geld-zurück-Garantie vom Händler bist du auch bei der Zahlung per Vorkasse auf der sicheren Seite. Damit sind Verbraucher zum Beispiel bei Problemen wie einer nicht erfolgten Lieferung abgesichert.
Mehr zum Thema sicher online shoppen gibt es hier.

*https://www.handelsdaten.de/branchen/moebelhandel