Wer nicht immer pünktlich zum Bauch-Beine-Po-Kurs erscheinen kann, dem bieten sich im Netz attraktive Alternativen: zeit- und ortsflexible Online-Fitness-Angebote. Doch worauf ist bei Online-Fitness-Anbietern besonders zu achten? Unser Experte Dr. Carsten Föhlisch hat die fünf wissenswerte Punkte, die dir bei Fragen in Sachen Kündigung von Online-Fitness-Angeboten helfen.

Wir leben in einer Zeit, in der man fast alles von zu Hause aus machen kann — selbst Sport. Mit unzähligen Fitnessanbietern im Web, lässt sich das heimische Wohnzimmer dank Videoanleitung schnell zum exklusiven Fitnessstudio umwandeln. Ende 2016 waren schon mehr als eine halbe Million Nutzer bei Online-Fitnessanbietern registriert. Doch was ist eigentlich, wenn mir das Angebot nicht zusagt oder ich doch keine Zeit finde? Wir haben mit unserem Rechtsexperten Carsten Föhlisch gesprochen und für dich herausgefunden, was bei der Kündigung dieser Angebote zu beachten ist.

Fitnessangebote richtig kündigen

Kündigung der Mitgliedschaft

Grundsätzlich gilt auch bei sogenannten Online-Fitnessstudios, die per App oder auf einer Website Zugang zu Fitnessvideos und Tipps gewähren, das Widerrufsrecht. Es handelt sich bei diesen Verträgen aber nicht um Warenlieferungen oder um Dienstleistungen. Da hier lediglich Videos zur Verfügung gestellt werden, handelt es sich um Verträge über nicht auf körperlichen Datenträgern befindliche digitale Inhalte. Bei diesen Verträgen kann das Widerrufsrecht allerdings vor Ablauf der 14 Tage bereits erlöschen. Das ist der Fall, wenn der Unternehmer mit der Ausführung des Vertrags begonnen hat, nachdem der Verbraucher:

  1. ausdrücklich zugestimmt hat, dass der Unternehmer mit der Ausführung des Vertrags vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, und
  2. seine Kenntnis davon bestätigt hat, dass er durch seine Zustimmung mit Beginn der Ausführung des Vertrags sein Widerrufsrecht verliert.

Wichtiger Hinweis: Hat der Fitnessanbieter dich nicht entsprechend informiert, läuft das Widerrufsrecht ganz normal 14 Tage ab Vertragsschluss. Widerrufst du dann innerhalb dieser Zeit, hat der Unternehmer keinen Anspruch auf die Vergütung oder einen Wertersatz. Sind die genannten Voraussetzungen gegeben, gilt das Widerrufsrecht nicht mehr. Willst du dich als Verbraucher dann noch vom Vertrag lösen, muss er die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen einhalten. Hierzu muss er in den AGB des Anbieters nachlesen.

Kündigungsform

Bei online abgeschlossenen Verträgen hat der Anbieter keine Möglichkeit, eine Kündigung zwingend per Brief zu fordern. Eine entsprechende AGB-Klausel schränkt bei dieser Art von Vertrag die Kündigungsmöglichkeiten des Verbrauchers unangemessen ein und ist damit unwirksam.“

Nach der Testlaufzeit

Hier kommt es darauf an, was du mit dem Anbieter vereinbart hast. Dazu schaust du am besten in deine Vertragsunterlagen. Endet der Vertrag nach der Testlaufzeit automatisch? Dann musst du nichts weiter tun. Wandelt sich die Testlaufzeit automatisch in einen kostenpflichtigen Vertrag? Dann musst du dich an die vereinbarten Kündigungsmodalitäten halten.

Vorzeitige Kündigung des Vertrages

Grundsätzlich können Verträge, die über einen bestimmten Zeitraum geschlossen sind, immer nur zum Ende dieser Laufzeit gekündigt werden. Allerdings können auch diese Verträge bei Vorliegen eines wichtigen Grundes fristlos gekündigt werden. Wann ein solcher wichtiger Grund vorliegt, muss immer im Einzelfall geprüft werden. Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Ein wichtiger Grund kann nur dann vorliegen, wenn der Kunde die entsprechenden Leistungen dauerhaft – also nicht nur vorrübergehend – nicht mehr in Anspruch nehmen kann. Dauerhaft bedeutet dabei, dass du mindestens bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit keinen Sport mehr machen darfst, z.B. aufgrund einer schweren Erkrankung oder auch bei Schwangerschaft.

Unzufriedenheit mit dem Ergebnis

Der Anbieter schuldet lediglich den Zugang zu den Videos bzw. Diätplänen. Eine weitere Leistung wird in der Regel in den Verträgen nicht versprochen. Daher besteht auch kein Anspruch auf eine Rückzahlung des Geldes, wenn du nicht mit dem Ergebnis zufrieden bist.

Mehr zum Thema Online-Rechte findest du in unserer Rubrik Tipps&Tricks.