Nach dem Preisvergleich landet oft das billigste Produkt im Warenkorb. Auf wichtige Details wird bei einem so großen Kaufanreiz dann oft nicht mehr geachtet. Weshalb Schnäppchen aus dem Ausland richtig teuer werden können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Dekorative Kissen, moderne Technik oder schicker Modeschmuck für nur wenige Euros — da möchte man schnell zuschlagen. Anbieter wie Wish bieten Waren 60 bis 90 Prozent günstiger als im Einzelhandel an und sind für ihre plakative Werbung in sozialen Medien bekannt.

Doch, wenn die Lieferung der Artikel mehrere Wochen dauern soll, sollten Sie stutzig werden. Fast 23 Prozent der Verbraucher kaufen mittlerweile bei Händlern im Ausland und merken es nicht mal. Wir wissen, welche Konsequenzen dies mit sich ziehen kann.

Darum ist bei Schnäppchen aus dem Ausland Vorsicht geboten

Mangelnder Kundenservice

Online-Plattformen wie Wish sind keine Online-Shops im eigentlichen Sinne. Wie das kalifornische Unternehmen besitzen sie die Waren nicht selber, sondern vermitteln diese nur von den unterschiedlichsten Verkäufern. Von wem Sie also die günstigen Produkte kaufen, wissen Sie meistens nicht.

Dies hat für Käufer einen großen Haken: Sie haben keinen Kaufvertrag mit der Online-Plattform. Sie müssten also bei Anfragen selber den Kontakt zum eigentlichen Verkäufer herstellen, was sich natürlich schwierig gestalten kann, wenn dieser beispielsweise in China sitzt.

Versteckte Kosten 

Die günstigen Preise, mit denen solche Anbieter werben, sind nicht die letztendlichen Kosten, die Sie für Ihre Bestellung zu tragen haben. Der Versand der meisten Produkte erfolgt aus Asien und bringt daher neben dem Produktpreis zusätzliche Kosten durch Steuern, Versand- und Zollgebühren mit sich. Entscheiden Sie sich für mehrere Produkte, werden Ihnen womöglich auch für jedes einzelne Versandkosten berechnet, da Sie eben über die Plattform in unterschiedlichen Shop bestellen.

Konkret gilt: Betragen die Gesamtkosten mehr als 22 Euro, kommen bei internationalen Bestellungen Einfuhrumsatz- und ggf. Verbrauchsteuern dazu. Bei Bestellungen von insgesamt über 150 Euro (inklusive Versandkosten) fallen Zollgebühren an. Informieren Sie sich also vor einer Bestellung über die jeweiligen Zollbestimmungen und seien Sie sich bewusst, dass Sie bis zu 20 Prozent des Kaufpreises als Einfuhrgebühr zahlen könnten.

Ärger durch lange Lieferzeiten und Zoll

Nach der Lieferzeit von mehreren Wochen kann es vorkommen, dass Sie Ihre Bestellung selber beim Zoll abholen müssen. Aufgrund des langen Transportweges besteht leider auch oft die Gefahr, dass Sie die Sendung  gar nicht erreicht.

Schlechte Qualität der Waren

Verbraucher, die Produkte von solchen Anbietern bestellt haben, berichten häufig von schlecht verarbeiteten Waren minderwertiger Qualität. Bei den Artikeln handelt es sich unter anderem auch um Kopien von Markenprodukten. Nicht zuletzt sorgt oft der Versand oft für Beschädigungen.

Mahnungen kommen oft noch vor der Bestellung an

Auch die versendeten Rechnungen verunsichern die Verbraucher. Bei Wish werden Sie vom Rechnungsdienstleister Klarna per E-Mail versendet. Eine solche Zahlungsaufforderung lässt sich nicht direkt zuordnen und wird daher leichtfertig ignoriert. Dies kann bei diesem Unternehmen schnell zu Mahnungen und weiteren Kosten durch Inkasso-Dienste führen. Schon nach 14 Tagen kann Sie die erste Zahlungserinnerung erreichen — also noch vor dem Erhalt der Ware.

Sie sollten jedoch im besten Fall nicht in Vorleistung gehen und die Ware nach Möglichkeit erst dann bezahlen, wenn Sie Ihre Bestellung in den Händen halten und die Ware einwandfrei ist. In diesem Fall müssten Sie selber mit Klarna Kontakt aufnehmen und um einen Aufschub bitten.

Probleme bei Reklamation und Rücksendung

Sie wollen die fehlerhafte Ware wieder loswerden? Die Umstände der Anbieter sorgen auch bei Reklamation und Rücksendungen für Ärger. So erreichen Sie den Wish-Kundenservice nur online, nicht aber telefonisch und können auch meist nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungsfristen in Anspruch nehmen.

Außerdem müssen Sie laut Rückgabebedingungen bei der Rücksendung oft erneut die Porto- und Zollgebühren tragen. Auf eine Erstattung der von Ihnen gezahlten Kosten für die ursprüngliche Lieferung können Sie auch nicht hoffen. Rechnen Sie sich also lieber vorher aus, ob Sie durch die Reklamation am Ende nicht noch draufzahlen.

Fazit: Bleiben Sie lieber auf der sicheren Seite

Auch wenn Sie bei der Bestellung Ihrer gewünschten Waren keine Eile haben, sollten Sie sich aus guten Gründen lieber nicht auf diese vermeintlichen Schnäppchen aus dem Ausland einlassen. Die Verbraucherzetrale hat die Online-Plattform Wish nach zahlreichen Beschwerden bereits abgemahnt.

In unseren Beiträgen zum Online-Shopping von Produkten aus China oder den USA können Sie mehr über die Chancen und Risiken von Bestellungen aus dem Ausland erfahren. Sichere Alternativen finden Sie in unserer Shopsuche, wo Sie zum Beispiel crowdfox finden — das Vergleichsportal mit Schnäppchen, bei denen keine versteckte Kosten auf Sie zukommen.