Kaum ein Computerprogramm wird so häufig und selbstverständlich genutzt wie ein Webbrowser. Doch haben Sie Ihren Browser schon mal auf den Prüfstand gestellt? Wir wissen, welche Funktionen sichere Browser besitzen müssen und stellen Ihnen die Sicherheitsoptionen gängiger Browser vor!

Ein Browser oder auch Webbrowser ist eine Software, mit deren Hilfe Sie sich Webseiten im World Wide Web anzeigen lassen können. Der Begriff „Browser“ stammt von dem englischen Verb „to browse“ und bedeutet so viel wie stöbern oder durchsuchen. Die Funktionen von Browsern sind im Laufe der Zeit immer vielfältiger geworden: Sie beeinflussen mit Ihrer Geschwindigkeit und Darstellung Ihr Surferlebnis, speichern Ihre Webseiten-Favoriten, besitzen verschiedene Privatsphäre-Funktionen und, und, und. Doch wie ist man sicher im Netz unterwegs?

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Was sind sichere Browser und was macht sie sicher?

Beim Surfen im Internet können Sie einige Spuren hinterlassen. Sogenannte Cookies oder andere Tracking-Methoden verfolgen auf welchen Webseiten Sie sich aufhalten. Darüber hinaus sammeln Internet-Unternehmen wie Facebook und Google Daten über Sie. Eine Möglichkeit, sich davor zu schützen, ist ein sicherer Browser mit guten Privatsphäre-Einstellungen. Da der Browser ein beliebtes Angriffsziel für Kriminelle ist, sind regelmäßige Updates gegen Sicherheitslücken essentiell. Die Zunahme an Cyberkriminalität oder zweckwidriges Daten-Tracking beweisen dies. Diese Funktionen können Ihnen dabei helfen, sicheres Surfen zu gewährleisten.

Der private Surfmodus

Sichere Browser besitzen einen privaten Modus, mit dem Sie Ihre Privatsphäre schützen. Er trägt je nach Browser einen anderen Namen. So zum Beispiel „Inkognito-Fenster“ bei Google Chrome, „privater Modus“ bei Mozilla Firefox oder „privates Surfen“ bei Apples Safari. Dieser Modus unterdrückt Cookies und speichert keine persönliche Daten wie Anmeldeinformationen oder den Browserverlauf und Ihre Downloadinfos.

Browser-Erweiterungen

Es gibt eine Reihe von Browser-Erweiterungen oder auch Browser-Add-ons, welche die Sicherheit Ihres Browsers zusätzlich stärken können. Die Erweiterung „HTTPS Everywhere“ sorgt dafür, dass nur sicher verschlüsselte Inhalte geladen werden. Programme wie „Disconnect for Facebook“ blockieren sämtliche Datenübertragungen an Facebook. „Click & Clean“ beseitigt alle Spuren Ihrer Internetbesuche in Form von Cookies, Cache, Passwörtern oder Formulardaten. Auch der „Privacy Badger“sorgt für mehr Anonymität beim Surfen im Web und blockt Werbebanner. Das Add-on „Ghostery“ schützt ebenso gegen Tracking. Prüfen Sie am besten, welcher Schutz Ihnen wichtig ist und achten Sie auf eventuelle Nachteile, wie erneute Eingaben von Nutzerdaten.

Verschlüsselung durch ein VPN

Es gibt Browser, die ein integriertes virtuelles privates Netzwerk besitzen. Ein VPN verschlüsselt den Datenverkehr des Browsers. So werden Tracker umgangen, die Ihre Webseiten-Besuche identifizieren wollen. Durch die Verschlüsselung sind Sie auch vor Hackern geschützt, die Sie beispielsweise in öffentlichen WLANs angreifen könnten.

Werbeblocker

Viele Browser besitzen die Funktion eines Werbeblockers, die Sie aktivieren können. Diese blenden störende Anzeigen aus, die oft auch von unseriösen Anbietern geschaltet werden.

Warnung vor Schadsoftware

Sichere Browser warnen Sie vor möglichen Bedrohungen wie Schadsoftware- oder Phishing-Inhalten. Diese Fuktion heißt bei Chrome beispielsweise „Safe Browsing“ und ist standardmäßig aktiv. Gefährliche Webseiten werden dadurch blockiert. Auch die Sandboxing-Technologie schützt Sie, indem sie die automatische Installation von Schadsoftware verhindert. Browser mit dieser Funktion sind vom System abgeschottet, sodass nichts auf Ihr Gerät übergreifen kann.

Das können die gängigsten Browser

Der Chrome-Browser

Der Chrome-Browser gilt als schnellster Webbrowser und bietet gute Sicherheitsfunktionen. Da es sich um einen Dienst von Google handelt, eignet er sich jedoch nicht gerade zum Datenschutz. Das Geschäftsmodell des Unternehmens basiert darauf, möglichst detaillierte Profile seiner Nutzer zu erstellen, um mit zielgerichteter Werbung Geld zu verdienen. Bisher konnte man die Funktionen dahingehend einzeln abschalten, doch seitdem die Browsersynchronisierung für das Konto Standard ist, übergibt man Google seine kompletten Verlaufsdaten.

Wichtige Funktionen für Ihre Sicherheit sind der „Inkognito-Modus“ oder das „Safe Browsing“. Die zusätzliche Sicherheitsoption „Website-Isolierung“ lädt jede Webseite als separaten Prozess, damit Ihre Daten nicht von einer anderen Website gestohlen werden können. Außerdem erhalten Sie etwa alle zwei Wochen automatische Updates.

Der Mozilla Firefox-Browser

Firefox gilt als etwas langsamer als Chrome, bietet aber ebenso zahlreiche Sicherheitsfunktionen. So können Sie das Sandboxing zum Schutz vor Hacker-Angriffen nutzen. Der private Modus enthält einen Tracking-Schutz, der Sie vor der Verfolgung durch Webseiten und Werbenetzwerke bewahrt. Es stehen viele Add-ons wie Ad-Blocker zur Auswahl oder auch die Möglichkeit zur Verbindung mit dem Tor-Netzwerk. Die Entwickler von Firefox liefern ebenso regelmäßige Sicherheitsupdates.

Von Vorteil ist zudem, dass Sie ein Masterpasswort zum Verschlüsseln Ihrer Online-Zugangsdaten anlegen können, um sich gegen Fremdzugriffe zu schützen. Weiter gibt es standardmäßig eine verschlüsselte Browsersynchronisierung über Ihr Firefox-Konto.

Der Safari-Browser

Die Nutzer des Betriebssystems von Apple nutzen meist den vorinstallierten Safari-Browser. Er beinhaltet nützliche Maßnahmen für Datenschutz und Sicherheit. Die intelligente Tracking-Bekämpfung verhindert domänenübergreifendes Tracking. Das integriertes Webseiten-Sandboxing erkennt Schadsoftware und Sie werden gewarnt, bevor Sie eine potenziell gefährliche oder infizierte Webseite besuchen. Der Modus „Privates Surfen“ erfasst keine surfbezogenen Informationen.

Der Opera-Browser

Der schnelle Opera-Browser bietet Ihnen wichtige Sicherheitsfunktionen, wie eine integrierte VPN-Anonymisierung. Die Option „privates Surfen“ und ein Schutz gegen Phishing oder Schadprogramme wie Spyware gehören ebenso zur Ausstattung. Die „Do-Not-Track“-Funktion hindert Webseiten daran, Ihr Verhalten zu analysieren. Außerdem können Sie den Zugriff von Internetseiten auf Webcams oder Mikrofone unterbinden. Eine weitere Zusatzfunktion ist der standardmäßig aktivierte Werbeblocker. Dank zahlreicher Add-ons lässt sich der Browser kostenfrei erweitern.

Der Tor-Browser

Tor gilt als einer der sichersten Browser, der kostenfrei verfügbar ist. Bekannt ist er den meisten als Zugang zum Darknet oder zum Besuchen von gesperrten Webseiten. Er gehört zu keinem Unternehmen und soll anonymes Surfen im Internet ermöglichen. Dieses Ziel erreicht das Programm, indem es die IP-Adresse, den Standort und surfbezogene Informationen verschlüsselt. Als Nachteil der Nutzung von Tor kann eine langsame Browserleistung und eine vergleichsweise unpraktische Verwendung angesehen werden.