Moderne Smartphones lassen sich heutzutage so bequem wie möglich sperren. Wo früher noch ein Zahlencode eingegeben oder Muster nachgezeichnet werden mussten, wird nun durch Gesichtserkennung oder Fingerabdruck in Sekundenschnelle entsperrt. Wir wissen, wie sicher diese biometrischen Verfahren sind.

Wer sich nicht viel aus der Sicherheit seiner privaten Informationen auf dem Smartphone macht, der wischt einfach über den Bildschirm, um es zu nutzen. Andere Verfahren für die Displaysperre versprechen mehr Schutz Ihrer sensiblen Daten. So arbeiten Smartphone-Hersteller an immer besseren Methoden.

In den letzten Jahren hat sich ein Trend zur Entsperrung durch Gesichtserkennung oder einen Scan des Fingerabdrucks entwickelt, den viele Verbraucher wie selbstverständlich nutzen. Diese biometrischen Merkmale sind individuell und für Sie sicher eine willkommene Abwechslung im Vergleich zu den zahlreichen Passwörtern, die Sie sich ohnehin schon merken müssen. Doch ist diese Authentifizierung für all die sensiblen Informationen auf Ihrem Smartphone sicher genug?

Welche Verfahren gibt es und wie sicher sind sie?

Gesichtserkennung

Bei dieser Methode schauen Sie in die Vorderkamera Ihres Smartphones, um die Sperrung aufzuheben. Beim Hersteller Apple lautet dieses Verfahren Face ID, bei Microsoft Windows Hello.  Spezielle Technologien sollen verhindern, dass nicht einfach mit einem Foto oder Video des eigentlichen Besitzers entsperrt werden kann. So erfasst ein Chip im Handy des Herstellers LG vom Gesicht reflektiertes Infrarotlicht, um ein 3D-Bild zu erstellen Auch Face ID nutzt ein komplexes aber sichereres Erkennungssystem, was sich in entsprechend hohen Verkaufspreisen spiegelt.

Viele Hersteller, die ihre Smartphones deutlich günstiger anbieten, bauen dennoch diese Funktionen ein, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Auch bei schwachem Licht, beim Tragen einer Sonnenbrille oder wehenden Haare könnte es Probleme geben. Billige Versionen sind zudem leichter zu täuschen und somit für Kriminelle leichte Beute. Wenn Sie Ihr Gerät also nicht gerade im Hochpreissegment gekauft haben, sollten Sie die Gesichtserkennung lieber nicht verwenden.

Fingerabdrucksensor

Den Fingerabdrucksensor gibt es seit 2013 und er wird mittlerweile in fast jedem Smartphone verbaut. Für dieses Verfahren müssen Sie einmalig Ihren Abdruck als Erkennungszeichen anlegen. Danach legen Sie zum Beispiel einfach Ihren Daumen auf den Home-Button oder Sensor auf der Rückseite Ihres Mobiltelefons. Bekannt ist Ihnen das Verfahren vielleicht vom Antrag des elektronischen Reisepasses oder Personalausweises.

Die Sensoren analysieren nicht nur das Muster des Abdruckes, sondern auch die Tiefe der Rillen. Da jeder Fingerabdruck einzigartig ist, kann so sogar zwischen eineiigen Zwillingen unterschieden werden.

Iris-Scanning

Hier wird die Erkennung Ihrer Iris über die Selfie-Kamera verwendet, um Sie als Nutzer des Gerätes zu identifizieren. Dieses Verfahren ließe sich theoretisch ähnlich wie bei der Gesichtserkennung mit einem hochauflösenden Foto der Iris täuschen.

Sind Ihre biometrischen Daten auf dem Gerät sicher?

Damit Ihr Smartphone Sie als Besitzer erkennen kann, muss das gewählte biometrische Merkmal auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Das bedeutet konkret, dass sich die Infos zu Ihrem individueller Fingerabdruck, dem Scan Ihres Gesichts oder der Iris auf Ihrem Handy befinden. Das lässt Fragen dazu aufkommen, ob sich Dritte Zugang zu diesen Daten verschaffen könnten.

Auf die Sicherheitsmaßnahmen des Herstellers Ihres Handys können Sie sich nicht immer verlassen. Immerhin bei Apple können Sie davon ausgehen, dass die Informationen Ihrer Face ID verschlüsselt gespeichert werden. Generell sollten keine Rohdaten wie Bilder der Fingerabdrücke gespeichert werden. Apple legt daher lediglich mathematische Darstellungen davon an. Der Abdruck kann dann selbst bei einem Hack nicht hergeleitet werden.

Tipps: So schützen Sie Ihre Daten auf dem Smartphone

Damit Sie ausschließen können, dass Schadsoftware wie ein Trojaner an private Daten auf Ihrem Gerät gelangt, sollten Sie folgende Vorkehrungen treffen.

Informieren Sie sich über die Qualität der Authentifizierungs-Methode

Aufgrund der bekannten Schwächen sind diese biometrischen Verfahren nicht immer hundertprozentig sicher. Lesen Sie unbedingt sorgfältig die Details der gewählten Methode für Ihr Smartphone, bevor Sie diese aktivieren. Sie sollte vor Täuschungen geschützt sein und Ihre Daten sicher verarbeiten.  

Im Normalfall ist nicht zu erwarten, dass jemand aus Ihrem Bekanntenkreis ihre Fingerabdrücke stiehlt, um Ihr Smartphone zu entsperren oder jemand dafür ein hochauflösendes Foto Ihrer Iris erstellt. Sie sollten jedoch prüfen, ob Ihr Gerät Sicherheitslücken bei der Speicherung Ihrer Daten aufweist.

Installieren Sie ein Anti-Viren-Programm

Um schadhafte Angreifer zu erkennen, kann sollten Sie eine Anti-Viren-App installieren. Bei manchen Smartphone- und Tablet-Anbietern sind sie bereits vorinstalliert. Aber Vorsicht: Gerade bei der Installation von Sicherheitsprogrammen ist äußerste Vorsicht geboten, um nicht an Fake-Apps zu geraten.

Führen Sie regelmäßig Updates durch

Die meisten Smartphones erinnern automatisch an regelmäßige Updates. Wenn Sie Ihre Software stets auf dem aktuellsten Stand halten, profitieren Sie neben nützlichen Funktionen auch von mehr Sicherheit.