Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag der meisten nicht mehr wegzudenken. Doch haben Sie eigentlich den vollen Überblick darüber, welche Ihrer Daten online sichtbar sind? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit wenigen Handgriffen Ihre Privatsphäre schützen können.

Warum ist Datenschutz in sozialen Netzwerken wichtig?

Nicht erst seit den letzten Datenskandalen bei Facebook, ist das Thema Datenschutz in sozialen Netzwerken ein sensibles. Der britischen Analysefirma Cambridge Analytica waren im März 2018 durch eine interne Quelle Millionen von Facebook-Informationen übermittelt worden, die unter anderem im letzten US-Wahlkampf eingesetzt worden waren.

Seit einigen Jahren ermittelt das deutsche Bundeskartellamt aufgrund der massiven Datensammlung gegen Facebook. Die Behörde drohte bereits mit Sanktionen, sollte es weiterhin keine Möglichkeit zum Widerspruch für die Nutzer geben. Sie will nun verbieten, dass Informationen an Drittanbieter weitergegeben werden. Dabei handelt es sich um verschiedene Website-Betreiben, die einen Facebook-Login oder den Gefällt-mir-Button anbieten oder auch die zu Facebook gehörenden Dienste Whatsapp und Instagram.

Doch auch losgelöst von einem solchen Datenmissbrauch sollte Ihnen der Schutz Ihrer persönlichen Daten in sozialen Netzwerken am Herzen liegen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in wenigen Schritten Ihre Privatsphäre bei Facebook überprüfen können.

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Erst denken, dann posten

Ein Foto von Ihrem Mittagessen, Ihr neuestes Lieblingslied oder eine Verlinkung auf einem lustigen Foto — alles harmlos. Doch haben Sie sich einmal gefragt, wo Ihre persönliche Grenze verläuft? Auch, wenn manche Inhalte auf den ersten Blick ungefährlich erscheinen, sollte man manchmal doch zweimal überlegen, was man von sich preisgeben möchte.

Dass eine Adresse oder die Nummer Ihres Personalausweises nicht unbedingt auf sozialen Netzwerken geteilt werden sollte, erscheint vielleicht auch ohne großes Nachdenken logisch, aber bei dem ein oder anderen Inhalt weiß man vielleicht nicht unbedingt sofort, dass dieser für kriminelle Zwecke genutzt werden kann.

Sie sind umgezogen? Dann stellen Sie in keinem Fall ein Foto Ihrer neuen Schlüssel ins Netz. Durch das Foto lässt sich der Schlüsselbart, also der gezackte Teil des Schlüssels, einfach kopieren. Haben Sie nun Ihren Post noch einen Standort hinzugefügt, lässt sich auch Ihr Wohnort leicht herausfinden. Sie fliegen in den Urlaub und möchten Ihre Vorfreude mit Ihren Freunden teilen? Dann nehmen Sie als Symbolbild besser nicht Ihre Bordkarte. Der QR-Code, der dort aufgedruckt ist, kann ebenfalls dupliziert und missbraucht werden.

Natürlich soll Ihnen nicht die Freude am Schreiben, Posten und Kommunizieren genommen werden. Schließlich ist es ja ein soziales Netzwerk. Doch manchmal zählt: Erst denken, dann posten!

Untersuchen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen

Ob nur Freunde, Freundesfreunde oder aber jedermann Ihre Inhalte ansehen darf, entscheiden Sie. In Ihren Privatsphäre-Einstellungen können Sie explizit angeben, wer Ihre Beiträge lesen, Ihnen Freundschaftsanfragen senden und Ihre Kontaktliste ansehen kann. Bei Posts lässt sich diese Einstellung von Beitrag zu Beitrag manuell anpassen. Suchen Sie zum Beispiel nach einer neuen Wohnung und möchten auch Menschen außerhalb Ihres Netzwerks erreichen, können Sie Ihren Aufruf öffentlich machen, auch wenn Sie Ihr Profil sonst auf privat gestellt haben.

Um zu überprüfen, ob Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen richtig vorgenommen haben, lohnt es sich, eine andere Perspektive einzunehmen. Auf Ihrem Profil können Sie unter „Anzeigen aus der Sicht von“ ansehen, wie andere Nutzer Ihr Profil sehen — zum Beispiel, wenn sie nicht mit Ihnen verbunden sind.

Anzeigen aus der Sicht von

„Anzeigen aus der Sicht von…“ finden Sie rechts oben auf dem Facebook-Profil.

App-Nutzung überprüfen

Facebook ist längst nicht mehr nur ein Netzwerk, das in sich geschlossen ist, sondern ist über viele Wege mit externen Plattformen und Apps verbunden. So können Sie sich mittlerweile bei vielen Portalen mit Ihren Facebook-Profil registrieren und Ihre Daten so mit nur einem Klick übertragen. Doch manchmal verliert man den Überblick, welchen Websites und Apps man die Einwilligung gegeben hat, auf persönliche Daten zuzugreifen — oder bekommt sogar gar nicht wirklich mit, dass man eine solche gegeben hat.

Unter „Apps und Webseiten“ können Sie prüfen, welche Applikationen das sind — und auf Wunsch die Erlaubnis entziehen, auf Ihre Daten zuzugreifen.

Screenshot Apps und Webseiten

Über „Apps und Webseiten“ können Sie die externen Zugriffe auf Ihr Facebook-Profil regulieren.

 Werbeprofil checken

Auf Basis Ihres Nutzerverhaltens hat Facebook ein Profil von Ihnen erstellt, welches es Werbetreibenden ermöglicht, gezielt Werbung an Sie auszuspielen, die zu Ihren (vermeintlichen) Interessen passen. Welche Faktoren das sind, können Sie einsehen und zum Teil auch steuern.

In den Einstellungen für Werbeanzeigen werden Ihnen alle Interessensgebiete angezeigt, die als relevant identifiziert wurden. Sie können manuell auswählen, welche Gebiete zutreffen bzw., welche Sie von sich preisgeben möchten. Es können auch gesamte Themengebiete ausgeklammert werden. Ganz werbefrei werden Sie Facebook allerdings nicht machen können.

Sicheres Passwort wählen

Damit Ihr Facebook-Account nicht ohne Probleme geknackt werden kann, sollten Sie — wie natürlich bei jedem zugangsbeschränkten Netzwerk oder Online-Shop —  ein sicheres Passwort wählen. Sollte Ihre E-Mail-Adresse  sonst in die Hände von Kriminellen gelangen, ist der Zugriff auf Ihr Facebook-Profil nicht mehr weit entfernt. Was Sie bei der Erstellung von einprägsamen, aber zuverlässigen Passwörtern beachten sollten, finden Sie in unseren Tipps und Tricks für ein sicheres Passwort.

Einen Identitätsschutz nutzen

Wenn Sie sich unsicher sind, wo Ihre persönlichen Daten im Internet oder sogar Darknet auftauchen, kann ein digitaler Identitätsschutz wie Trusted Shops PLUS Identity hilfreich sein. Zu Ihren persönlichen Daten zählen nicht nur Ihr Name und Ihre E-Mail-Adresse, sondern zum Beispiel auch Ihr Geburtsdatum sowie Ihre Telefonnummer. Mithilfe Ihrer Daten kann es in sozialen Netzwerken möglich sein, unter Ihrem Namen ein Fake-Profil zu erstellen. Betrüger können somit in Ihrem Namen im Netz aktiv sein — und zum Beispiel Nachrichten versenden oder „Gefällt mir“-Angaben tätigen.

Allgemeine Tipps zum Surfen im Netz

Insgesamt gilt: Beim Umgang mit persönlichen Daten im Netz ist Vorsicht geboten. Nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch beim Online-Shopping oder Surfen, sollte man darauf Acht geben, welche Daten man wo von sich preisgibt. Wichtig: Veröffentlichen Sie nie mehr als wirklich nötig ist. Unsere allgemeinen Tipps zum Datenschutz helfen Ihnen dabei, sicher im Netz unterwegs zu sein.