Du hast endlich die Schuhe gefunden, die Du schon so lange gesucht hast. Du hast schnell online bestellt und zwei Tage voll Vorfreude auf das Päckchen gewartet. Dann klingelt es und Du hältst das Päckchen in der Hand.

Was jetzt passiert kann ganz unterschiedlich sein: Im besten Fall begeistern Dich die Schuhe, sie passen wie angegossen und alles ist gut. Perfekt. Es kann aber auch anders kommen. Du machst den Karton auf und die Schuhe gefallen Dir gar nicht mehr. Oder die eine Schnürsenkel-Öse liegt abgerissen im Karton. Oder nach zwei Monaten löst sich die linke Sohle.

Was ist dann? Kannst Du Schuhe zurückgeben, weil sie Dir einfach nicht mehr gefallen? Kannst Du bereits getragene Schuhe zurückgeben? Hier geben wir Dir die Antworten.

Der einfachste Fall: Widerruf innerhalb von 14 Tagen

Die Schuhe kommen bei Dir an und Du findest, dass das Blau in echt nicht so schön leuchtet wie im Online-Shop?

Das ist kein Problem, denn bei Onlinebestellungen steht Dir das Widerrufsrecht zu. Innerhalb von 14 Tagen kannst Du den Kauf also ohne Angabe von Gründen ganz einfach widerrufen. Dieser Zeitraum beginnt mit Erhalt der Ware – also nicht, wenn im Briefkasten ein Zettel liegt, dass Du das Päckchen in der Postfiliale abholen kannst – sondern tatsächlich an dem Tag, an dem Du das Päckchen in den Händen hältst. Wichtig beim Widerruf: die Rücksendung der Ware allein reicht dafür nicht aus, der Widerruf muss eindeutig kommuniziert werden. Am besten schriftlich per Fax, E-Mail oder Brief.

Deine Widerrufserklärung könnte etwa so lauten:
„Hiermit widerrufe ich den Kauf der am [Datum] bestellten Ware [Kaufgegenstand]“.

Einen Grund für den Widerruf musst Du nicht angeben. Die Ware musst Du dann innerhalb von zwei Wochen nach Erklärung des Widerrufs zurücksenden.

Rücksendekosten und Rückerstattung

Grundsätzlich musst Du als Käufer die Rücksendekosten tragen – es gibt aber viele Händler, die die Kosten freiwillig übernehmen. Klarheit darüber gibt die Widerrufsbelehrung.

Die Kosten für den Standardversand zu Dir hin muss der Händler dagegen in jedem Fall tragen. Achte bei der Erstattung also darauf, dass Dir diese Kosten auch erstattet werden.

Wichtig: Einen Gutschein musst Du übrigens nicht akzeptieren.

Oder liegt ein Mangel vor?

Wenn es nicht die Farbe ist, die Dir nicht mehr gefällt, sondern ein Mangel vorliegt, dann greift das zweijährige Gewährleistungsrecht. Das bedeutet aber noch nicht, dass Du die Schuhe auf Grund des Mangels direkt zurückschicken und von dem Kauf zurücktreten kannst. Erst greift hier die sogenannte „Möglichkeit der Nacherfüllung“ – durch Reparatur oder (bei Kleidungsstücken eher die Regel) Lieferung eines Exemplars ohne Mängel.

Natürlich ist das mit dem Mangel gerade bei Kleidungsstücken nicht immer ganz einfach:

Wenn bei einem neu bestellten T-Shirt anfangs keine Mängel zu sehen sind, es aber nach dem ersten (korrekten!) Waschen plötzlich doppelt so breit wie lang ist, kommt es auf die Entscheidung im Einzelfall an. Der Nachweis, dass man selbst nichts falsch gemacht hat, das Kleidungsstück aber einen versteckten Mangel aufweist, ist häufig schwierig. Hilfreich ist hier die gesetzliche Vermutung, dass ein Mangel, der innerhalb von sechs Monaten nach der Lieferung auftaucht, von Anfang an da war.

Nach sechs Monaten dreht sich die Beweislast um: dann musst Du beweisen, dass der Mangel von Anfang an bestand und nicht beispielsweise auf Fehler beim Waschen zurückzuführen ist.

Vorteilhaft ist immer der Einkauf bei einem seriösen Händler. Das mag ein bisschen binsenweise klingen, macht aber bei solchen Einzelfallentscheidungen oft den entscheidenden Unterschied. Mit Gütesiegel und Käuferschutz bist Du gleich doppelt auf der sicheren Seite.

Und falls Probleme auftreten sollten, empfehlen wir Dir ausdrücklich, schriftlich zu kommunizieren. So kannst Du bei weiteren Schwierigkeiten schriftliche nachweisen, wann Du was beanstandet oder widerrufen hast.

Deine Möglichkeiten auf einen Blick:

Widerruf

Innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware kannst Du den Kaufvertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen. Du schickst die Ware zurück und erhältst Dein Geld zurück.

Nacherfüllung

Wenn die bestellten Klamotten mangelhaft sind, hast Du ein Recht auf Nacherfüllung. Das bedeutet, dass Du eine Reparatur oder eine mangelfreie Ersatzware verlangen kannst. Bei Kleidungsstücken läuft es in der Regel auf Ersatz hinaus, der innerhalb von 14 Tagen geliefert werden sollte.

Minderung

Wenn der Händler den Mangel nicht beheben kann und keinen Ersatz schicken kann, Du das Kleidungsstück aber trotzdem behalten willst, kannst Du den Kaufpreis mindern. Allerdings sagt das Gesetz nicht, wie hoch diese Minderung sein darf. Hier musst Du Dich mit dem Händler einigen.

Rücktritt

Falls Du mit dem der Händler nicht einig wirst, kannst Du vom Vertrag zurücktreten. Dazu gehört eine schriftliche Erklärung, dass Du von dem Kaufvertrag wegen des Mangels zurücktrittst und daher den Kaufpreis zurückforderst. Gleichzeitig schickst Du die mangelhaften Klamotten zurück.

Und dann gibt es ja noch die Garantie

Den Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie kennen nur wenige Online-Shopper: Gewährleistungsrechte sind gesetzlich geregelt und können Dir vom Händler nicht verweigert werden. Eine Garantie dagegen ist eine freiwillige vertragliche Zusage des Händlers (oder des Herstellers), die Deine – nur in Deutschland geltenden! – Gewährleistungsrechte ergänzt.

Auch wenn es also keine Garantie gibt – die zweijährige Gewährleistung im Fall von Mängeln hast Du in jedem Fall.

Fehlbestellungen oder Mängel an Produkten können immer mal vorkommen. Entscheidend ist dann, dass Du bei einem Händler eingekauft hast, der geltendes Recht befolgt und auch in diesen Fällen Wert auf einen guten Service legt. Trusted Shops prüft genau das – und sollte es bei einem Einkauf in einem Shop mit Gütesiegel doch mal zu Problemen kommen, steht Dir das Trusted Shops Team mit Rat und Tat zur Seite.