Wenn dich der Paleo-Trend aus dem letzten Jahr schon mitgenommen hat, dann ist der diesjährige Ernährungstrend — die Paleozoic Diet — vielleicht mal eine nähere Betrachtung wert. Doch wie unterscheidet man Steinzeiternährung von Steinzeiternährung? Ich habe die neue Trendernährung einmal genauer unter die Lupe genommen.

Während sich die „klassische“ Paleo-Ernährung auf die Altsteinzeit bezieht, gehen wir bei der Paleozoic-Ernährung noch ein paar Schritte weiter zurück in die Vergangenheit. Die neue, nicht ganz ernst gemeinte, Trendernährung stützt sich dabei auf das älteste Zeitalter unserer Erdgeschichte — dem Paläozoikum. Zu dieser Zeit von 541 Millionen bis ca. 252,2 Millionen Jahren vor heute war das Leben vor allem auf die Ozeane beschränkt. Im Laufe des Zeitalters kamen jedoch die ersten Amphibien, Insketen und Therapsiden („säugetierähnliche Reptilien“) dazu. Auch eine große Fauna dominierte zu dieser Zeit das Weltbild. Dementsprechend setzt sich die Ernährung aus Algen, Pilzen, Farn, Pinien- und Fichtennadeln, Fisch- und Fischeiern sowie Amphibien- und Amphibieneiern zusammen. Lecker, oder?

Die Nahrungsmittel der Paleozoic Diät

Aufgrund der geringen Entwicklung von Lebewesen im paläozotischen Zeitalter ist man natürlich auch in seiner Nahrungsauswahl stark eingeschränkt. Die „abstruse“ Form der Paleo-Diät nach Aaron Thier beschränkt sich daher auf die folgenden drei Lebensmittelkategorien:

Moose, Algen, Seegräser und Nüsse

Während sich die Paleo Foodpyramide in der Basis  auf Gemüse und Obst stützt, muss man als echter Paleozoicer Vorlieb mit Seegräsern wie zum Beispiel Algen oder Flechten wie Moos nehmen. Während man aus den Algen vielleicht noch eine schöne und alternative Pasta machen kann, wird die Verarbeitung von Moos schon etwas schwieriger. Häufige Anwendung von Flechtgewächsen ist zum Beispiel in Form eines Tees. Aber auch in Sachen Nüssen und Samen muss der echte Vorzeitmensch einen Abstrich machen. Die Fauna im paläozotischen Zeitalter war vor allem von Nadelbäumen wie zum beispiel Pinien geprägt. So könnt ihr die Cashewkerne durch Alternativen wie Pinienkerne (auch sehr lecker geröstet) ersetzen.

Algen, Moose und Nüsse findet ihr übrigens hier

Für wahre Glückspilze

Entweder man liebt sie oder man hasst sie — Pilze. Bereits seit mehr als 900 Millionen Jahren präsent auf dieser Welt, haben sich die mittlerweile als Lebewesen anerkannten Köstlichlichkeiten einen Stammplatz in vielen Gerichten gesichert. Und so kommt es, dass Pilze in jeder Variation wie zum Beispiel getrocknet oder als Flüssigextrakt immer wieder ihren Weg in die heimische Küche finden. Bei der paleozoicischen Ernährung sind Pilze deshalb nicht wegzudenken. Pilze entahlten viele Vitamine (vor allem das seltene Vitamin D) und Nährstoffe. Sie zeichnen sich aber auch durch ein hohes Maß an Eiweiß und Ballaststoffen sowie wenig Kalorien aus.

Getrocknete Pilze und Flüssigextrakte könnt ihr hier kaufen

Eiweiß nach Urzeit-Art

Da es vor mehr als 200 Millionen Jahren noch keine Säugetiere gab, fällt die Proteinzufuhr über Fleisch vollkommen weg. Aber auch hier gibt es genug Ersatzprodukte. So wird zum einem auf den Verzehr von Fisch gesetzt. Im frühesten Erdzeitalter fand sich das meiste Leben tatsächlich in den Ozeanen. In der paleozoicischen Ernährung könnt ihr deshalb auf Fisch- und Fischeier, Muscheln aber auch zum Beispiel Insekten und Amphibien (Froschschenkel) setzen. Wie man Insekten richtig isst, könnt ihr außerdem in diesem Beitrag lesen.

Hier gibt es das Urzeit-Eiweiß

Was darf man bei der Paleozoic Diät nicht essen?

Durch die Beschränkung auf wirklich urzeitliche Nahrungsmittel, musst du natürlich auch einige gängige Produkte — gerade auch aus der Paleo-Ernährung — streichen:

  • Fleisch von Säugetieren
  • Nüsse (außer Pinien)
  • Vögel
  • Früchte
  • Cerealien
  • Speiseöle (Olivenöl, Kokosöl)

Paleozoic Diät: Übertrieben oder Trend?

Insgesamt muss man festhalten, dass es sich bei der Paleozoic Diät um eine nicht ganz so ernst gemeinte Form der Ernährung handelt. Natürlich kann es interessant, vielleicht sogar lustig sein, sich einmal wie im ältesten Zeitalter der Erdgeschichte zu fühlen. Allerdings muss man meiner Meinung nach auf zu viele essenzielle Lebensmittel verzichten. Wirklichen Genuss stelle ich mir so schwierig vor. Auch die passenden Lebensmittel zu beschaffen nimmt sehr viel Zeit und Energie in Anspruch — es gibt wohl einen Grund, warum zu dieser Zeit noch keine Säugetiere gelebt haben. An sich finde ich die Steinzeiternährung sehr gut, aber auch diese hat ihre Grenzen.

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