Käufer sollen sich beim Online-Shopping in Zukunft besser orientieren können. Dafür sollen neue Regelungen sorgen, die das EU-Parlament angenommen hat. Welche Verbraucherrechte im Online-Handel gestärkt werden, fassen wir einfach und verständlich für Sie zusammen. 

Die digitale Welt entwickelt sich kontinuierlich weiter. Klar, dass der Verbraucherschutz sich dem technischen Fortschritt anpassen muss. Bereits im April 2016 wurde der „New Deal for Consumers“ durch die Europäische Kommission vorgestellt. Nun wurden die neuen Richtlinien durch das Europäische Parlament verabschiedet. Wir möchten Ihnen die wichtigsten Maßnahmen zur Durchsetzung und Modernisierung des EU-Verbraucherrechts vorstellen.

Änderungen der Verbraucherrechte im Online-Handel im Überblick

Transparenz auf Vergleichsportalen und Online-Marktplätzen

Das Reformpaket fordert eine umfangreichere Informationspflicht der Anbieter von Vergleichsportalen und Online-Marktplätzen. Zahlreiche Portale im Netz listen Ihnen die angeblich günstigsten Online-Shops für bestimmte Produkte oder die besten Konditionen für Versicherungen und Stromanbieter.

Diese müssen laut Richtlinie einfach und verständlich über die Auswahlkriterien aufklären, die das Ranking der Angebote in den Suchergebnissen bestimmen. Ebenso muss ersichtlich sein, falls das Ranking durch bezahlte Werbung oder Provisionszahlungen beeinflusst wurde.

Darüber hinaus muss bei Waren oder Dienstleistungen klar werden, ob Sie diese von einem Unternehmer oder privaten Verkäufer beziehen. In jedem Fall sollen für den Käufer alle Informationen zu rechtlichen Ansprüchen zum Kauf und Widerruf zu finden sein.

Authentizität von Kundenbewertungen

Bewertungen spielen im Netz und besonders beim Online-Shopping eine immer wichtige Rolle in der Entscheidungsfindung. Damit Sie sich eine unabhängige Meinung bilden können, sollen Online-Händler und Betreiber von Plattformen nachweisen können, dass Sie echte Kundenbewertungen anzeigen. Dabei soll auch darüber informiert werden, ob sichergestellt wurde, dass der Verfasser der Bewertung das Produkt auch wirklich erworben hat. Doch das ist nicht genug.

So sollen ebenso die angewendeten Prozesse und technischen Mittel zur Prüfung und das Vorgehen bei der Veröffentlichung von positiven und negativen Bewertungen offengelegt werden. Gibt es ein Vertragsverhältnis, welches die Darstellung von Bewertungen beeinflusst, soll der Verbraucher dies wissen. Auch dürfen Bewertungen nicht manipuliert werden, indem nur positive veröffentlicht und negative gelöscht werden.

Darum bietet Ihnen Trusted Shops jetzt schon geprüfte Bewertungen

Verbraucherrechte im Online-Handel

So begegnet Ihnen das Gütesiegel im Online-Shop.

Auf die Bewertungen der von Trusted Shops zertifizierten Online-Shops können Sie sich verlassen. Auf dem Gütesiegel sehen Sie die Note der Gesamtbewertungen. Natürlich können Sie mit einem Klick darauf auch alle gesammelten Kundenbewertungen im Detail lesen und die Anzahl der Nutzer sehen, die den Shop bewertet haben. Dabei ist von „Sehr gut“ bis „Mangelhaft“ alles aufrufbar und die Antworten des Shops auf Rückfragen vorhanden.

Unser Bewertungssystem stellt sicher, dass nur Nutzer Bewertungen verfassen können, die tatsächlich bestellt haben. Ebenso haben wir Methoden, um gefälschte Bewertungen zu erkennen. Bei Unstimmigkeiten nehmen wir Kontakt mit dem Shop auf und prüfen die entsprechende Bestellbestätigung. Fake-Bewertungen werden strikt entfernt und sollten sich Fälschungen häufen, so entziehen wir dem Online-Shop das Trusted Shops Gütesiegel.

Hinweise zu Preisen und Preisänderungen

Preise im Online-Handel können nicht nur nach Tageszeit, sondern auch je nach Nutzer variieren. Diese Methode nennt sich personalisiertes Preismanagement (Personal Pricing). Aufgrund von verschiedenen Merkmalen wie dem benutzen Endgerät oder Ihrem Einkaufsverhalten können Online-Händler Schlüsse darauf ziehen, welche Preise Sie bereit sind zu zahlen. In Zukunft sollen Sie klar erkennen können, ob Sie allgemein gültige Preise oder personalisierte Preise angezeigt bekommen.

Des Weiteren soll die Regelung garantieren, dass bei der Ankündigung von Preisermäßigungen der vorherige Preis angegeben wird. So sollen Käufer davor geschützt werden, auf angebliche Schnäppchen hereinzufallen.

Schutz vor überteuerten Tickets

Der Weiterverkauf von Veranstaltungstickets ist mittlerweile ein lukratives Geschäftsmodell geworden. Das Vorgehen, eine große Anzahl an Tickets durch einen automatisierten Kauf zu erwerben und erneut zu verkaufen, soll künftig verboten werden. Dies soll verhindern, dass Tickets für Konzerte und andere Veranstaltung von dubiosen Privatanbietern und Ticket-Börsen überteuert angeboten werden.

Wann treten die Änderungen der Verbraucherrechte in Kraft?

Das vom EU-Parlament angenommene Reformpaket wird erst an den Rat weitergeleitet. Dieser muss zunächst den Standpunkt des Europäischen Parlaments zustimmen, um die Richtlinie anzunehmen. Danach bleiben den einzelnen Staaten zwei Jahre, um die Regelungen der Verbraucherrechte im Online-Handel in nationales Recht umzusetzen. Bis Sie als Verbraucher die Vorteile der Richtlinie spüren, dauert es also noch.