Ihr verbringt fast jede Minute miteinander, seid immerzu Seite an Seite und geht gemeinsam durch dick und dünn. Tag für Tag vertrauen Sie ihm neue Geheimnisse an — doch was wissen Sie eigentlich über Ihren Begleiter? Die Rede ist nicht von Freund oder Freundin, sondern von Ihrem Smartphone! Wir stellen Ihnen Ihren Weggefährten mal etwas genauer vor.

Ob als Wecker, für die Selbstorganisation oder zur Unterhaltung unterwegs: Unser Smartphone ist schon lange nicht mehr nur ein Telefon, sondern unser stetiger Begleiter in allen Lebenslagen. Doch sind Sie sich eigentlich bewusst, was Ihr Smartphone über Sie weiß?

Natürlich sind die Informationen zu Ihrem mobilen Ich davon abhängig, welches Endgerät Sie besitzen und welche Apps Sie installiert haben. Welche Programme bestimmte Informationen von Ihnen haben, beziehungsweise auf welche anderen Apps sie zugreifen, können Sie in den App-Einstellungen Ihres Handys einsehen und verwalten. Doch gibt es einige Funktionen und Quellen, die eine große Zahl an Smartphones gemeinsam haben. Diese möchten wir Ihnen hier vorstellen. 

Wo Sie unterwegs sind

Auch wenn Sie natürlich auch zu Hause mit dem Handy surfen können, bewegen Sie sich beim mobilen Surfen meist von einem Standort zum anderen. Wo Sie sich gerade genau aufhalten, kann das GPS (Abk. für Global Positioning System) Ihres Smartphones auslesen und verwenden. Die Standortermittlung via GPS ist natürlich wichtig, sollte Ihr Mobiltelefon mal verloren gehen oder aber gestohlen werden und Sie es orten müssen. Auch wenn Sie ihr Handy als Navigationsgerät nutzen, ist die GPS-Nutzung elementar.

Doch kann das Auslesen Ihres Standorts auch für andere Zwecke genutzt werden. So bekommen zum Beispiel all Ihre Fotos, sofern Sie die Funktion ‚Standortinformationen‘ eingeschaltet haben, einen konkreten Ort zugewiesen. Auf Ihrem Handy lässt sich auf Reisen zum Beispiel eine konkrete Route ermitteln und Fotos praktischerweise nach Standort clustern. Wenn Sie diese Fotos nun über soziale Medien posten oder verschicken, wird der Standort mit übergeben. Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, kann für Betrüger und Kriminelle eine Hilfe sein, ein sehr konkretes Bild von Ihnen zu zeichnen. Sie können anhand von Urlaubsfotos und gekennzeichneten Fotos Ihres Wohnortes erkennen, wo Sie wohnen und, dass Sie sich zurzeit im Urlaub befinden. 

In den letzten Jahren wird die Verwendung von Standortinformationen immer weiter ausgebaut. So bekommen Sie zum Beispiel von Unternehmen Werbeangebote geschickt, sobald Sie an einer Filiale vorbeilaufen und werden im Anschluss an einen Restaurantbesuch nach Ihrer Bewertung gefragt, ohne, dass Sie Ihrem Smartphone aktiv mitgeteilt haben, dass Sie sich dort aufgehalten haben. Die Verwendung von Standortinformationen kann also Vor- und Nachteile haben. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Aufenthaltsort erkannt wird, können Sie die Funktion ganz einfach ausschalten.

Was Sie interessiert

Der Zugang zu Wissen und mobilem Entertainment ist so einfach geworden. Über Suchmaschinen wie Google kann die Frage, die Ihnen keine Ruhe lässt, binnen Sekunden beantwortet werden. All Ihre Suchanfragen werden vom Unternehmen gespeichert und dazu genutzt, Ihr Smartphone zu personalisieren. Wenn Sie ein Android-Gerät nutzen, ist es notwendig, dass Sie sich einen Google-Account anlegen. Doch auch als Apple-Nutzer kann es natürlich sein, dass Sie eine Mailadresse oder andere Dienste von Google nutzen. In diesem Account sind extrem viele Informationen über Sie verfügbar, insbesondere über Ihr Surf- & Suchverhalten. 

Über Ihre persönliche Nutzungshistorie können Sie einsehen, welche Suchanfragen Sie in einem bestimmten Zeitraum getätigt haben. Nicht nur diese Art von Anfragen kennt Ihr Handy, sondern auch die Webseiten, die Sie besucht haben. Diese können Sie — so wie auch auf dem Heimcomputer — im Verlauf Ihres Smartphone-Browsers einsehen. Über Cookies werden dort zusätzlich Zugangsdaten gespeichert. Gerade bei Ihrem Mobiltelefon, mit dem Sie ständig unterwegs sind, sollten Sie besonders aufpassen, dass diese Dienste nicht ohne Probleme genutzt werden können. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Surfverhalten dokumentiert und Ihre persönlichen Daten gespeichert werden, empfiehlt es sich, im privaten Modus zu surfen oder aber regelmäßig Verlauf und Cookies zu löschen.

Welche Gewohnheiten und Termine Sie haben

Viele Smartphone-Besitzer nutzen Ihr Endgerät vor allem, um unterwegs ihre Termine voll im Blick zu haben. Doch nicht nur, wenn Sie das Handy aktiv als Organizer nutzen, kann Ihr Smartphone Einblick in Ihre Gewohnheiten und Termine erhalten. So kann es zum Beispiel sein, dass Ihr Mailaccount mit dem Kalender Ihres Handys verknüpft ist. Termine wie ein Flug oder eine Hotelbuchung werden aus der Buchungsmail übernommen und automatisch in den Kalender übertragen. Was auf den ersten Blick praktisch erscheint, kann mehr über Sie und Ihre Gewohnheiten verraten, als Ihnen vielleicht lieb ist.

… und was, wenn Ihr Handy den Besitzer wechseln soll?

Ihr Smartphone gefällt Ihnen nicht mehr? Ein neues Modell ist auf den Markt gekommen? Wenn Sie ihr Handy verkaufen oder weitergeben möchten, ist es natürlich ratsam, vorher Ihre persönlichen Daten zu entfernen. Um Dateien wie Musik und Bilder zu sichern, können Sie ein Back-Up davon in einer Cloud erstellen. Viele der neueren Smartphones bieten Ihnen zudem die Möglichkeit, über eine bestimmte App die Daten von Ihrem Altgerät auf Ihr neues zu übertragen.

Sind die Daten erstmal gesichert, können Sie diese auf dem alten Gerät entfernen. Dazu sollten Sie sich erst einmal klar werden, ob Sie zusätzlichen Speicherplatz wie eine externe Micro SD-Karte nutzen. Diese können Sie ganz einfach entfernen und ggf. in Ihrem neuen Smartphone weiter nutzen. Nun können Sie ihr Handy auf die Werkseinstellung (auch: Factory Reset) zurücksetzen. Das Gerät hat nun alle Informationen wieder vergessen und kann vom nächsten Besitzer problemlos genutzt und mit neuen Informationen befüllt werden.

Wofür nutzen Sie ihr Smartphone? Erzählen Sie es uns!