Amazon informierte Anfang der Woche über einen technischer Fehler, der Namen und E-Mailadressen von Nutzern auf der Website veröffentlicht hat. Nach diesem Datenskandal stellt sich berechtigterweise die Frage, ob die Informationen bereits in die Hände von Kriminellen geraten konnten. Doch was wollen Hacker mit Ihren Daten? Wir geben Ihnen einen kompletten Überblick zum Thema Datenmissbrauch samt Tipps zur Vorsorge und für das Verhalten im Falle des Identitätsdiebstahls.

Wenn Sie eine Nachricht von Amazon bekommen haben, gehören auch Sie zu den Betroffenen der Datenpanne aus Deutschland. Im Kontext von Produktrezensionen sollen Klarnamen und E-Mailadressen sichtbar gewesen sein. Obwohl der Fehler wieder behoben sein soll, standen die Daten immerhin der Öffentlichkeit zur Verfügung. Könnten die Daten nun also missbraucht werden? Wir klären Sie darüber auf, worauf Sie im Netz achten sollten, damit Ihre Daten sicher bleiben.

So schützen Sie sich vor Identitätsdiebstahl

Jeder Dritte war schon einmal von einem Identitätsmissbrauch im Netz betroffen. Schützen Sie sich jetzt.

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Was ist Identitätsdiebstahl?

Ein Identitätsdiebstahl liegt vor, wenn jemand Ihre persönlichen Daten betrügerisch einsetzt. Immer mehr Menschen werden Opfer genau dieser Form von Kriminalität, da sich mit gestohlenen Daten eine ganze Reihe von lukrativen Straftaten begehen lassen. Ein konkretes Beispiel dafür ist, wenn in Ihrem Namen online eingekauft wurde. So auch der aktuelle Fall einer Witwe in Hessen, deren verstorbener Mann eine Handtasche gekauft haben soll und sie mit einer Mahnung des Online-Shops konfrontiert wurde.

Ein weiterer Fall von Identitätsdiebstahl wäre es, wenn jemand auf Ihre Konten zugreift, indem er Zugang zu Ihrem PayPal-Account erlangt hat oder Ihre Kreditkartendaten weitergegeben wurden. Auch Profile in sozialen Netzwerken werden dafür genutzt, Ihre Freunde zu kontaktieren und Unwahrheiten zu verbreiten, um an Geld oder weitere Informationen zu gelangen. Es ist also relativ einfach, mit einigen Eckdaten Ihre Identität zu stehlen. Doch wie gelangen Fremde an diese sensiblen Informationen?

Wie kommen Cyberkriminelle an meine Daten?

Nach Benutzernamen, Kreditkarten-Nummern und Geburtstagen, sind heute vor allem E-Mail-Adressen bei Kriminellen begehrt, da sie meist als Login für sämtliche Online-Accounts genutzt werden. Persönliche Daten können auch beispielsweise über unverschlüsselte Internetverbindungen abgegriffen werden. Besonders anfällig sind hier öffentliche WLAN-Hotspots — beispielsweise in Cafés. Zudem können über Viren und Trojaner persönliche Daten ausgespäht werden und Phishing-Mails dazu verleiten, Daten leichtfertig in Online-Formulare einzugeben.

Ihre persönliche Daten könnten auch unabhängig von Ihrer Vorsicht in öffentlichen Datenbanken, auf ungesicherten Websites oder sogar illegalen Handelsseiten erscheinen. Es gibt immer mal wieder Fälle, bei denen Kundendaten bei Unternehmen gestohlen werden. Diese Daten werden dann oft im Darknet zum Verkauf angeboten. Damit Sie sich im besten Fall gar nicht erst mit möglichen Folgen auseinandersetzten müssen, haben wir folgende Tipps für Sie zusammengefasst.

Tipps zum Schutz vor Identitätsdiebstahl

Um Aktivitäten rund um Ihre Daten im Auge zu behalten, haben Sie ein paar einfache Möglichkeiten. Die wichtigsten Schritte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Sorgen Sie für sichere Zugangsdaten

Mittlerweile haben die meisten Menschen unzählige Accounts bei Online-Diensten. Daher ist es sinnvoll, für jeden Dienst ein eigenes und sicheres Passwort zu wählen. Nutzen Sie ebenso Sicherheitsmechanismen wie die sogenannte Zwei-Faktor-Autorisierung. Bei vielen Diensten kann man zum zusätzlichen Schutz sogenannte Sicherheitsfragen beantworten. Hier sollten persönliche Fragen gewählt werden, deren Antworten man nicht mit einer schnellen Google-Suche herausfinden kann.

Öffnen Sie keine Anhänge von Unbekannten 

Überprüfen Sie vor dem Öffnen von Dateianhängen genau, ob Sie den Absender der E-Mail kennen und von ihm eine Datei erwarten. In Dateianhängen könnten Trojaner und Viren stecken, die ihren Rechner befallen.

Installieren Sie eine aktuelle Anti-Viren-Software

Um sich vor ausspähender Schadsoftware auf Ihrem Rechner zu schützen, sollten Sie eine aktuelle Anti-Viren-Software nutzen. Schon kostenlose Versionen helfen dabei, Trojanern und Viren zu bemerken.

Halten Sie Ihr Betriebssystem auf dem aktuellsten Stand

Regelmäßige System-Updates helfen dabei, Sicherheitslücken im Betriebssystem und der installierten Software zu schließen. Sowohl Apple als auch Microsoft liefern mittlerweile regelmäßig Sicherheitsupdates, die Sie stets zeitnah installieren sollten.

Überprüfen Sie Freundschaftsanfragen 

Nehmen Sie in sozialen Netzwerken nicht alle Freundschaftsanfragen von Personen an, die Sie nicht kennen. Dahinter könnten sich Hacker und automatisierte Programme verstecken, die systematisch persönliche Daten abgreifen, um Identitätsdiebstahl zu begehen.

Seien Sie vorsichtig bei öffentlichem WLAN und Rechnern 

Wenn Sie sich an einem öffentlichen Rechner — beispielsweise im Internet Café, im Urlaub oder in einer Bibliothek — in Ihren Accounts einloggen, sollten Sie sich unbedingt wieder abmelden. Andernfalls könnte eine andere Person Ihre Zugänge verwenden. Von sensiblen Vorgängen wie Online-Banking sollten Sie in solchen Fällen ganz absehen.

Gehen Sie sparsam mit ihren Daten um 

Geben Sie immer nur die Daten an, die wirklich für die jeweiligen Zwecke notwendig sind. Je weniger Daten im Umlauf sind, desto weniger Daten können abgegriffen werden.

Nutzen Sie Trusted Shops PLUS Identity

Der Identitäts­schutz PLUS Identity schützt Sie gegen Datenklau im Netz.  Der umfassende Vier-Phasen-Schutz funktioniert wie eine Alarmanlage für Ihre Daten. Er meldet Ihnen in Echtzeit, wenn sich jemand Ihrer Daten bemächtigen sollte und ermöglicht Ihnen die Löschung und Sperrung.

  • Monitoring: Das Internet (inkl. Deep- und Darkweb) wird permanent nach Ihren eingegebenen Daten durchsucht.
  • Alarm: Bei einem Datenfund erhalten Sie umgehend eine Meldung per E-Mail und/oder SMS.
  • Online-Cleaner: Auf Wunsch wird die Löschung bzw. Sperrung Ihrer Daten veranlasst.
  • 24-h-Hotline: Im Ernstfall erhalten Sie kompetente und schnelle Beratung – rund um die Uhr.

So verhalten Sie sich richtig, wenn Ihre Daten gestohlen wurden

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass Ihre Daten gestohlen werden und Sie handeln müssen. Darauf sollten Sie besonders achten:

Ändern Sie umgehend Ihre Passwörter der betroffenen Dienste

Stellen Sie sicher, dass Sie für alle Konten neue und sichere Passwörter setzen. Schauen Sie ebenso in die Profileinstellungen bei den kompromittierten Diensten, um zu prüfen, ob eine andere E-Mail-Adresse zur Kontowiederherstellung eingetragen wurde. Sonst besteht die Gefahr, dass Kriminelle Ihr Passwort wieder ändern. Wurden Daten von Online-Diensten gestohlen, informieren diese oft proaktiv ihre Kunden, damit sie Ihre Zugangsdaten ändern. Häufig werden dabei Ihre Passwörter sicherheitshalber direkt zurückgesetzt. Bei allen E-Mails gilt jedoch: Achten Sie darauf, dass die Nachricht wirklich vom Anbieter stammt, bevor Sie auf Links klicken und Daten eingeben.

Melden Sie gefälschte Profile beim Betreiber

Hat ein Betrüger Ihre Daten genutzt, um ein gefälschtes Profil bei einem Online-Dienst anzulegen, sollten Sie den Betreiber unverzüglich kontaktieren und auffordern das Profil zu löschen. Es kann helfen, wenn Sie auch Freunde bitten, an den Betreiber mit dieser Bitte heranzutreten.

Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei

Datendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Wenn Sie Opfer von Datendiebstahl geworden sind, sollten Sie spätestens dann zur Polizei gehen, wenn Ihnen ein Schaden entstanden ist — egal, ob es um Ihren Ruf oder Ihren Geldbeutel geht. In beiden Fällen handelt es sich um Straftaten die zur Anzeige gebracht werden sollten. Außerdem kann der Nachweis über eine Anzeige bei der Polizei beispielsweise bei Kreditkartenunternehmen dazu führen, dass ein finanzielle Schaden zumindest in Teilen ersetzt wird.

Scannen Sie Ihren Rechner nach Viren und Trojanern

Sicherheitshalber sollten Sie mit Ihrem Anti-Viren-Scanner verdächtige Dateien überprüfen lassen. Sollte Ihnen ein Schaden beim Online-Banking entstanden sein, könnte die Bank den Nachweis über einen virenfreien Rechner fordern, bevor Ihr Online-Banking wieder freigeschaltet wird.