Ich habe für dich wichtige Infos zur Frage: „Was sind Verschlusszeit, Brennweite, Blende und ISO?“  aufbereitet. Und für die Lesefaulen unter euch habe ich ein instruktives Video mit Praxisbeispielen und übersichtliche Bullet-Points mit den essenziellen Infos erstellt.

Ob nun Fotos von deinen Kindern, Haustieren, von dir selbst oder einfach von deinem letzten Urlaub – mit einer Wechselobjektivkamera kannst du deutlich hochwertigere Aufnahmen machen, als mit der integrierten Kamera deines Smartphones. Doch damit die Aufnahmen auch wirklich gut werden, und du weißt, welche Kamera und welches Objektiv überhaupt das richtige für dich sind, musst du ein paar einfache Grundlagen der Fotografie verstehen, die ich in diesem Beitrag erkläre.

Die Verschlusszeit

Die Verschlusszeit besagt, wie lange das Licht auf den Bildsensor fällt. Der Bildsensor ist vereinfacht gesagt das, was früher der Film war. Das Bild geht also durch das Objektiv auf den Sensor und wird dort dann ausgelesen und gespeichert.
Wenn nur für kurze Zeit Licht auf den Sensor kommt, wird das Bild natürlich dunkler, als wenn das Licht für lange Zeit auf den Sensor kommt.
Doch auch andere Bildeigenschaften lassen sich mit der Belichtungszeit steuern. Bei einer sehr langen Belichtung  (zum Beispiel eine Minute) eines belebten Platzes werden Menschen unscharf dargestellt oder verschwinden gar komplett, da sie sich während des Belichtens bewegen. Im Gegensatz dazu lassen sich mit einer sehr kurzen Verschlusszeit sehr flüchtige Momente scharf festhalten.

Verschlusszeit auf einen Blick

  • Die Zeit, in der Licht auf den Bildsensor trifft
  • Kurze Verschlusszeit = ein „kürzerer Moment“ wird eingefangen
    gut für z.B. Sportaufnahmen
  • Lange Verschlusszeit = das Bild ist heller
    hilfreich z.B. bei Nachtaufnahmen
Verschlusszeit bei Sportfotografie

Mit einer kurzen Verschlusszeit lassen sich selbst schnell bewegende Dinge wie diese Radfahrerin „scharf“ festhalten

Die Brennweite

Die Brennweite lässt sich eigentlich sehr einfach erklären. Du hattest sicherlich schon mal eine von diesen kleinen Kompaktkameras, mit denen man zoomen kann. Wenn du komplett raus gezoomt bist, also ganz viel von der Umgebung auf dem Bild ist, ist die Brennweite sehr kurz. Bist du weit reingezoomt, wenn du zum Beispiel etwas in der Ferne fotografieren möchtest, ist die Brennweite lang.
Die Brennweite wird vom Objektiv gesteuert und meist in Millimeter angegeben. Es gibt sowohl Objektive, die eine feste Brennweite haben als auch Objektive, die eine variable Brennweite haben, mit denen man also zoomen kann. Festbrennweitenobjektive sind aber meist günstiger und auch schärfer, darum geht es aber erst im nächsten Part.
Die Brennweite hat außerdem einen Einfluss auf die Bildwirkung. So wirkt ein Bild, das mit einer Brennweite von 50mm gemacht wurde (auch „Normalbrennweite“ genannt) sehr organisch, während ein Bild mit einer 10mm-Brennweite Verzerrungen aufweißt, die das Bild unecht wirken lassen, wenn sie im Nachhinein nicht korrigiert werden. Bei Portraits sehen sind Brennweiten von über 50mm empfehlenswert, da Gesichter dann vorteilhafter aussehen.

Brennweite auf einen Blick

  • Wird meistens in mm (ganz selten in cm) angegeben
  • Je größer die Brennweite, desto mehr ist das Motiv „ran gezoomt“
  • Beispiel: 18mm, viel Landschaft mit vielen Bäumen auf dem Bild; 200mm, nur noch einer der Bäume ist zu sehen

In diesem Video erkläre ich, wie das Ganze in der Praxis aussieht:

Die Blende

Die Blende wird am Objektiv oder an der Kamera selbst geregelt und gibt an, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor trifft. Bei einer geringen Blendenzahl (zum Beispiel 1.4) ist die Blende weiter geöffnet, es kommt also mehr Licht durchs Objektiv. Die maximale Offenblende unterscheidet sich je nach Objektiv (und Preisklasse). Bei einer hohen Blende wird der Bereich der Schärfentiefe geringer, bei einer kleinen Blende wird dieser demnach größer.

Blende auf einen Blick

  • Wird vom Objektiv geregelt
  • Je kleiner die Blendenzahl, desto mehr Licht geht durch das Objektiv und desto heller wird das Bild
  • Maximale Offenblende von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich

ISO

Der ISO-Wert gibt an, wie hoch die Empfindlichkeit des Bildsensors ist. Ist dieser Wert hoch (zum Beispiel 6400), ist das Bild heller, bei einem geringen Wert (100) dunkler. Bei hohen ISO-Zahlen rauscht das Bild allerdings und es gehen wichtige Dinge wie Schärfe und Dynamik des Bildes verloren.

ISO auf einen Blick

  • Empfindlichkeit des Bildsensors
  • hoher Wert = Bild ist heller = Bild rauscht stärker wegen der Verstärkung des Signals

Unscharfer Hintergrund

Besonders charakteristisch bei Fotos mit einer Wechselobjektivkamera ist für viele die geringe Schärfentiefe, also der unscharfe Hintergrund (bzw. auch Vordergrund), es ist also ein einzelnes Motiv freigestellt.

Fotografie-Tipps Tiefenunschärfe

Das Bild wurde mit einer offenen Blende und einer langen Brennweite von 85 mm fotografiert, der Hintergrund ist also verschwommen.

Doch um eine kleine Schärfeebene zu erreichen, musst du ein paar Sachen schon beim Kauf deines Equipments beachten. Denn um eine geringe Schärfentiefe zu erreichen, ist folgendes hilfreich:

  • Eine lange Brennweite
  • Eine möglichst offene Blende
  • Ein großer Bildsensor der Kamera

Auch ist es natürlich entscheidend, wie weit die Kamera vom Motiv (also dem, was scharf sein soll) und das Motiv von dem Hintergrund (der unscharfe Bereich) entfernt ist.

Schärfentiefe auf einen Blick

  • Wie tief ist der Bereich, in dem das Bild scharf dargestellt wird?
  • Geringer Bereich = Hinter-/Vordergrund sind unscharf
  • Je länger die Brennweite, je offener die Blende und je größer der Bildsensor der Kamera, desto geringer der scharfe Bereich, also desto geringer die Schärfentiefe

Ausblick auf Teil zwei

Nachdem du nun ein paar Grundlagen kennst, erfährst du in Part zwei, welches Equipment (Kamera, Objektiv, ggf. Stativ) zu deinem Einsatzzweck und deinem Budget am besten passt und worauf du beim Kauf achten solltest.

Kameras und Objektive findest du hier