Datenskandale sind bei Google keine Seltenheit und verunsichern jedes Mal viele Nutzer. Wir beantworten Ihnen daher die Frage „Was weiß Google über mich?“ und erklären, wie Sie die Kontrolle über die gesammelten Daten erhalten. 

Darum sammelt Google Ihre Daten

Um zu verstehen, warum das US-Unternehmen Google überhaupt zu einer sogenannten „Datenkrake“ wurde, muss man das zugrundeliegende Geschäftsmodell verstehen. Google nimmt vorwiegend Geld durch Werbeeinahmen ein. Um seinen Nutzern möglichst passende Anzeigen zu schalten, muss Google möglichst viel über seine Nutzer wissen. Genau hierfür wird ein Interessenprofil von Ihnen angelegt.

Die zahlreichen Dienste, die Google Ihnen kostenlos zur Verfügung stellt, können vorwiegend nur genutzt werden, wenn Sie dieser Datensammlung zustimmen. Deaktivieren Sie das Abspeichern der Daten oder den Zugriff auf Ihren Standort, funktionieren Dienste wie Google Maps nicht wie gewohnt. Wir listen Ihnen auf, in welchen Bereichen Google Informationen über Sie speichert.

Was weiß Google über mich?

Wer Sie sind

Sind Sie Nutzer des Betriebssystems Android, werden Sie dazu aufgefordert, sich ein Google Konto zu erstellen. Hierfür müssen Sie Angaben zu Ihrem Namen, dem Geschlecht, dem Geburtsdatum oder der Sprache machen. Nutzen Sie den Sprachassistenten von Google, so kennt das Unternehmen ebenso Ihre Stimme. Alles, was Sie nach „Ok, Google” sagen, wird schließlich aufgezeichnet.

 Wo Sie unterwegs sind

Was Google über Sie weiß

In Ihren Einstellungen können Sie den Standortverlauf pausieren oder löschen.

Sie wollen sich in einer unbekannten Stadt bewegen? Kein Problem, Google Maps ist Ihr Freund und Helfer. Der bittere Beigeschmack dabei: alle Orte, die Sie besucht oder auch nur gesucht haben, werden gespeichert.

Es gibt sogar eine Zeitachse, die Ihnen anzeigt wo Sie wann wie häufig waren. Daraus lässt sich ganz einfach schließen, wo Sie wohnen, wo Sie zur Arbeit gehen, wo Sie gerne ausgehen oder wen Sie besuchen. Damit weiß Google auch, wer Ihre Freunde und Kontakte sind.

Um diese Aufzeichnung zu unterbinden, müssen Sie in Ihren persönlichen Google Maps-Einstellungen den Standortverlauf pausieren oder aber vollständig löschen. Alternativ sollten Sie die GPS-Funktion Ihres Smartphones deaktivieren.

Was Sie sich ansehen

Was Google über Sie weiß

Im Verlauf von YouTube finden Sie auch alle Kommentare, die Sie jemals hinterlassen haben.

Was würden Sie von einer chronologischen Übersicht aller Inhalte halten, die Sie jemals aufgerufen oder kommentiert haben? Solche Protokolle gibt es von Ihren Suchanfragen und Ihrem Wiedergabeverlauf bei YouTube. Es sei denn, Sie haben diese Option in den Aktivitätseinstellungen deaktiviert.

Was Sie einkaufen oder unternehmen

Google kennt Ihr Einkaufsverhalten. Dies ist eine der neuesten Meldungen über die Sammelwut des US-Unternehmens. Schließlich erhalten Sie als Gmail-Nutzer alle Bestätigungs-E-Mails nach dem Online-Shopping direkt in Ihr Postfach. Google wertet die Informationen daraus aus und erstellt eine Liste der Einkäufe. Zu finden ist sie unter Zahlungen & Abos unter Käufe. Sie soll laut Google nicht zu Werbezwecken dienen oder an Dritte verkauft werden.

Ebenso erfasst Google dort alle Reservierungen für Flüge, Hotels und Veranstaltungen, die in Google-Diensten wie Assistant oder Gmail erfasst wurden. Sämtliche Termine offenbart auch Ihr Google-Kalender, der in Kombination mit Ihrem Standortverlauf einige Interpretationen erlaubt.

Wonach Sie suchen

Kaum etwas verrät wohl mehr über Sie als Ihre Suchanfragen bei Google. Von der Recherche und Buchung des nächsten Urlaubs, zur Suche nach dem Starttermin der neuen Staffel der Lieblingsserie, bis hin zur Informationen über bestimmte Krankheitssymptome. All dies sammelt Google und stellt Ihre Präferenzen in einem ausführlichen Interessensprofil zusammen.

Welche Apps und Geräte Sie nutzen

Google kann die Nutzung von Apps verfolgen. Diese Auflistung finden Sie unter Ihrem Aktivitätenprotokoll. Möchten Sie dies nicht, sollten Sie in Ihren Aktivitätseinstellungen die Web- und App-Aktivitäten deaktivieren. Zudem kann Google nachvollziehen, mit welchen Geräten Sie sich anmelden, mit welchem Browser Sie dabei surfen und von wo Sie sich angemeldet haben. Die Übersicht dazu befindet sich unter Zuletzt verwendete Geräte.

  

So löschen Sie, was Google über Sie weiß

Die Frage „Was weiß Google über mich?“ haben wir nun beantwortet. In Ihrem persönliches Archiv haben Sie die praktische Möglichkeit, eine Übersicht dieser gesamten Daten herunterladen. Hier können Sie die Löschung von Daten in einem bestimmten Zeitraum beantragen. Dabei könnten Sie auch nur einen konkreten Dienst auswählen.

Neu ist die Funktion, den Standortverlauf und die Aktivitätsdaten automatisch löschen zu lassen. Angeboten wird Ihnen eine Speicherung Ihrer Daten von 3 und 18 Monaten. Alle Daten, die diese Zeitspanne überschreiten, würden automatisch von Ihrem Google-Konto entfernt. Diese Einstellung wird nach und nach für alle Nutzer ausgerollt.

Wenn Sie sich für das Thema Datenschutz und Privatsphäre interessieren, sollten Sie in unserer Kategorie Safer Sunday vorbeischauen, wo Sie unter anderem Informationen dazu finden, was Ihr Smartphone über Sie weiß oder, welche Alternativen es zur Suchmaschine von Google gibt.

Welche Google-Dienste verwenden Sie? Wussten Sie, was Google über Sie weiß?