Auch wenn unzählige Maß Bier die Hemmungen senken, sollte man sich auch auf der Wiesn an gewisse Regeln halten. Damit deine Manieren nicht schon am ersten Tag aus dem Festzelt fliegen, kannst du dich an unserer Wiesn-Knigge orientieren. So machst du garantiert eine gute Figur und wirst nicht direkt als Tourist enttarnt — Ja mei is des schee!

Dass die bayrische Kultur manchmal etwas eigen ist, hat jeder von uns schon einmal mitbekommen. Sei es durch Verwandte, Freunde oder dem ersten Besuch im Freistaat — Tradition wird hier groß geschrieben. Und so ist es natürlich auch auf den Wiesn. Doch mit den passenden Dos und Don’ts lassen sich die größten Fettnäpfchen geschickt vermeiden und du kannst dich auf einen lustigen Besuch auf dem Oktoberfest freuen.

Dos für den Oktoberfestbesuch

Ein traditionelles Menü essen

Nichts wird mehr mit den Wiesn in Verbindung gebracht als Maß, Hendl und Weißwürste. Traditionell werden Weißwürste mit einer Maß, einer Laugenbrezel und süßem Senf gegessen. Das „Zuzeln“ — die Haut aufbeißen und das Fleisch in den Mund saugen — ist für viele Bayern hierbei ein Muss. Da diese Methode jedoch etwas Übung erfordert, kannst du als Gast beruhigt zu Messer und Gabel greifen. Das Hendl wird allerdings komplett mit den Fingern gegessen: erst auseinandernehmen und dann verspeisen. Hierfür werden auch extra Reinigungstücher von den Bedienungen bereitgestellt.

Traditionelle Tracht tragen

Viele Touristen werden vor allem durch das Tragen von „Seppl-Hüten“ entlarvt. Wenn du dich hier etwas abheben möchtest, dann solltest du in der passenden Tracht über die Wiesn schlendern. Wo und wie du die passende Lederhose oder das passende Dirndl findest, kannst du übrigens auch bei uns im Blog nachlesen.

Das volle Programm mitmachen

Was mich als Kind immer begeistert hat, waren die vielen und abwechslungsreichen Fahrgeschäfte, mit der das Oktoberfest jedes Jahr aufwartet. Doch kommt man erst einmal in das entsprechende Alter, fällt der Fokus schnell auf die Festzelte. Dabei ist eine Tour über den Rummelplatz ein absolutes to do! Egal ob Karussell fahren, sich in der Geisterbahn gruseln oder von den unzähligen Leckereien naschen — auf der Wiesn gibt es unglaublich viel zu entdecken.

Sich mitreißen lassen

Spätestens wenn alle auf den Bänken tanzen (die Tische sind tabu!) und ihre liebsten Wiesn-Hits mitgröhlen, solltest du dich von der Stimmung mitreißen lassen und ordentlich mitfeiern. Immerhin sind die Wiesn nur einmal im Jahr — das muss man ausnutzen!

Früh reservieren

Egal ob Hotel oder Platz im Festzelt — für die Wiesn gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Sich rechtzeitig um eine passende Unterkunft und einen Platz im Zelt zu kümmern spart Nerven, Zeit und Stress. Schließlich willst du hier ein paar schöne Tage verbringen und nicht sieben Stunden vor dem Eingang zum Zelt warten. Dann kann man auch zu Hause bleiben.

Sei großzügig

Egal ob es die Toilettenfrau oder die Bedienung ist: sei großzügig. Wer auf den Wiesn Trinkgeld gibt, wird nicht nur freundlicher (und häufiger) bedient, sondern macht sich direkt einen guten Status im Festzelt. Und mal ganz ehrlich: Vitamin B in einem Münchener Festzelt zu haben kann nur Vorteile mit sich bringen.

Schütze die Natur

Die beste Anreise ist immer noch die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß. Mit dem Auto zu kommen, kann schnell in einer Katastrophe enden. Denn erstens wird es kaum Parkplätze geben und zweitens kannst du lange nicht so ausgelassen feiern, wie du vielleicht möchtest.

Don’ts für den Oktoberfestbesuch

Die Dirndlschleife falsch binden

Mit eines der größten Don’ts für den Wiesn-Besuch ist das falsche Binden der Dirndlschleife. Hast du sie zum Beispiel auf der linken Seite, obwohl du deinen Freund dabei hast, kann das für mächtigen Ärger im Festzelt (und in eurer Beziehung) sorgen. Trägt man die Schleife links, bedeutet dies man ist noch zu haben. Die Vergebenen tragen daher ihre Schleife auf der rechten Seite. Vorne bedeutet, dass du noch jungfräulich bist. Aber auch auf der Rückseite kann die Schleife getragen werden. Dies bedeutet entweder „verwitwet“ oder es handelt sich um eine Kellnerin.

Billige Tracht tragen

Rund um den Hauptbahnhof und den Flughafen werden zur Wiesn-Zeit unzählige Trachtenmodelle zu günstigen Preisen angeboten. Doch nichts ist so verpönt, wie das Tragen von Billigtracht. Wenn du dir keine traditionelle Tracht zulegen möchtest, dann kannst du auch in deiner Alltagskleidung erscheinen. So vermeidest du einen großen Fauxpas.

Zu viel Alkohol trinken

Natürlich gibt es unglaublich viele bayrische Biersorten, die man liebsten alle einmal durchprobieren würde. Selbst die Bayern sorgen gerne für einen angenehmen Schwips in ihren Gemütern. Trotzdem wird hier immer in Maßen konsumiert. Wenn du also mit dem Alkoholkonsum übertreibst, outest du doch direkt als unerfahrener Tourist.

Auf den Tischen tanzen

Wenn die Stimmung im Festzelt so richtig in Fahrt kommt, dann kann sich kaum einer beherrschen. Aber auch hier gilt: Manieren bewahren. Das Tanzen auf einem der Tische ist ein absolutes no go beim Wiesn-Besuch und wird abgemahnt. Die Tische dienen ausschließlich zum Hendl essen und Maß trinken. Allerdings ist das Tanzen auf den Bänken gerne gesehen und erwünscht. Halte dich, mit Rücksicht auf die anderen Besucher und Bedienungen, auch in den Gängen zurück.

Eigenes Essen mitbringen

Was im Biergarten noch okay ist, sieht auf der Wiesn schon ganz anders aus! Am Eingang zu jedem Festzelt finden Kontrollen — inklusive Taschenkontrolle — statt. Sollte dabei Essen oder Trinken gefunden werden, wirst du aus dem Zelt geworfen.

An überfüllten Tagen kommen

Gerade die Wochenenden sind auf den Wiesn brechend voll. Hier gibt es nur Gedrängel, lange Schlangen und strapazierte Nerven. Tu dir also lieber selber einen Gefallen und Besuch das Fest zu einer weniger frequentierten Zeit. Du willst wissen wie? Über das Wiesnbarometer der Oktoberfestseite kannst du leicht herausfinden, zu welchen Zeiten die Stoßzeiten liegen und wann du besser nicht kommen solltest. Gerade unter der Woche zur Mittags- und Nachmittagszeit hast du die Chance, eine wirklich ruhige Wiesn vorzufinden. Stoßtage sind vor allem die Wochenenden (hüte dich vor dem Italiener-Wochenende) und die Abendzeiten ab 18 Uhr.

Im falschen Zelt sitzen

Du bist eigentlich gar kein Biertrinker und sitzt trotzdem im Augustiner? Warum? Es gibt 14 verschiedene Zelte und alle scheinen auf den ersten Blick — gerade für den Laien — ziemlich ähnlich. Doch dem ist nicht so! Ich habe einen witzigen Test gefunden, mit dem du ganz einfach herausfinden kannst, welches Zelt am besten zu dir passt. Übrigens: auch die Nichtbiertrinker werden ihren Platz finden. Hierfür gibt es ein extra Weinzelt.

Wie du siehst, kannst du einige Dinge auf der Wiesn falsch machen. Aber sei unbesorgt: kleine Fehler werden jedem gerne verziehen. Schließlich geht es bei der Wiesn darum Zusammenhalt, Tradition und Kultur zu feiern.

Hier kannst du dich auf die Wiesn vorbereiten