Auf einen Blick: Auf welche Änderungen sich Verbraucher*innen 2022 einstellen können

Schneller, flexibler, digitaler: Die Änderungen, die uns in diesem Jahr erwarten, klingen vielversprechend.

© MinskDesign/shutterstock.com

2022 wird aus Sicht der Verbraucher*innen ein hervorragendes Jahr. Behördengänge und Krankschreibungen werden ein Stück digitaler und somit auch deutlich komfortabler. Gleichzeitig stärkt der Gesetzgeber ihre Rechte erheblich, wenn es um digitale Produkte wie Smartphone-Apps, Streaming-Abonnements oder PC-Software geht. Auf welche Änderungen Sie sich im Detail einstellen können, lesen Sie hier.

Endlich komfortabler kündigen – sogar per Klick

Ab Juli 2022 wird es für Verbraucher*innen wesentlich einfacher, laufende Verträge zu kündigen. So zum Beispiel bei einem Mobilfunkanbieter, bei dem Sie bislang spätestens drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit kündigen mussten, damit sich der Vertrag nicht automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Für Verträge, die Sie ab dem 1. März 2022 abschließen, gibt es keine automatische Laufzeitverlängerung mehr. Gleichzeitig verkürzt sich die Kündigungsfrist auf einen Monat. Diese Frist gilt auch dann, wenn Sie den Stichtag für die Kündigung verpassen sollten. Zwar verlängert sich der Vertrag dann auf eine unbestimmte Zeit, kann jedoch jederzeit mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Richtig komfortabel wird die Kündigung von Verträgen, die Sie online abgeschlossen haben. Ab dem 1. Juli 2022 müssen die Anbieter hierzu einen Kündigungsbutton integrieren. In Sachen Internetverträgen gibt es schon seit Dezember 2021 Neuerungen: Um was es dabei genau geht und wie Sie ihr Geld zurückbekommen, lesen Sie hier.

Die Updatepflicht für digitale Produkte und Dienstleistungen kommt

Egal, ob es sich um ein PC-Spiel, E-Book, ein Abo bzw. eine App für einen Cloud- oder um gängige Streaming-Anbieter handelt: die ab 1. Januar 2022 geltenden Update- und Gewährleistung-Pflichten räumen Ihnen eine Reihe von Rechten ein, falls ein Programm oder eine App fehlerhaft ist und nicht wie vorgesehen funktioniert.

Daher haben Sie bei Produkten, die digitale Elemente enthalten, zukünftig Anspruch auf eine Mängelbeseitigung, Nachbesserung oder die Lieferung eines mängelfreien Produkts. Kann der Anbieter diesen Punkten nicht nachkommen, haben Sie zudem die Möglichkeit, vom Kaufvertrag zurückzutreten oder ggf. den Kaufpreis zu mindern. Weiterhin können Sie eine Aufwandsentschädigung bzw. einen Schadenersatz einfordern. Hinzukommt, dass digitale Produkte, die Sie ab dem ab 1. Januar 2022 kaufen, einer Gewährleistungsfrist von zwei Jahren unterliegen. Um das digitale Produkt auf Grund häufiger Änderungen der digitalen Umgebung anzupassen und auch Sicherheitslücken zu schließen unterliegen digitale Produkte nun auch einer Aktualisierungspflicht durch entsprechende Updates.

Umfassende Informationspflicht auf Online-Marktplätzen

Ab dem 28. Mai 2022 müssen die auf Vergleichsportalen wie Check24 beworbenen Produkte und Dienstleistungen, die von Partnern wie eBay, Amazon und Co. vertrieben werden, mit detaillierten Kundeninformationen versehen sein. Unter anderem müssen Kund*innen Einblick erhalten, wie das Ranking der Produkte in den Suchergebnissen zustande kommt. Hierzu werden Verivox und Co. unter anderem wohl zukünftig kommunizieren:

  • wann das jeweilige Angebot eingestellt wurde
  • die Anzahl der Aufrufe und Verkäufe
  • ob das Vergleichsportal eine Provision für eine eingestellte Dienstleistung oder Ware erhält
  • dass die Echtheit von Kundebewertungen sichergestellt ist und welches Verfahren hierzu angewendet wird
  • welche Anbieter das Vergleichsportal bei Produktbewertungen berücksichtigt hat.

Transparente und ehrliche Kundenbewertungen sind für Online-Shopper*innen von großer Bedeutung. Bei von Trusted Shops zertifizierten Shops können Sie sich stets darauf verlassen, dass der Service und die Kundenbewertungen der Händler*innen umfassend überprüft werden, bevor wir das Trusted Shops Gütesiegel vergeben.

Das Angebot an digitalen Behördengängen wird ausgebaut

Der gelbe Schein hat bald ausgedient! Falls Sie sich nach dem 1. Juli 2022 bei Ihrem Arbeitgeber krankmelden, profitieren Sie von einem komfortablen elektronischen Meldeverfahren, dass eigentlich schon ab dem 1. Januar 2022 verfügbar sein sollte. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder kurz eAU, können Ärzt*innen und Krankenkassen direkt an die Arbeitgeber*innen übermitteln. Allerdings gilt hierbei, dass in der Arztpraxis die dafür notwendige Ausstattung vorhanden sein muss. Mehr zum Thema Digitale Arztpraxis finden Sie in diesem Artikel.

Auch das Kundenportal der Bundesagentur für Arbeit wird digitaler. Ab dem 1. Januar ist eine Arbeitslosenmeldung auch online möglich. Allerdings ist hierzu unter anderem ein Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion, eine elektronischen eID-Karte nebst AusweisApp2 oder ein entsprechendes Kartenlesegerät notwendig.

Die Deutsche Bahn streicht das Nachlösen beim Schaffner

Ab dem 1. Januar können Sie bis zu 10 Minuten nach Fahrtantritt eine digitale Fahrkarte per App oder auf der Webseite der Deutschen Bahn buchen. Das Nachlösen beim Zugbegleiter ist ab diesem Stichtag nicht mehr möglich.

Fazit: 2022 wird für Verbraucher*innen komfortabler und transparenter. Erwähnenswert ist vor allem, dass Ihre Rechte auch auf den Bereich digitaler Produkte ausgeweitet werden. So müssen Sie sich nicht länger damit abfinden, wenn eine Software, App oder das Angebot eines Streamingdienstes nicht so funktionieren, wie vertraglich zugesichert. Auch die Offenlegung darüber, wie Produkte und Anbieter von Waren und Dienstleistungen in den Suchergebnissen von Vergleichsportalen angezeigt werden, ist ein längst überfälliger Schritt, der Online-Shopping transparenter macht.

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Kommentare

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Joachim
25.01.2022

hatte als "alter weißer Mann" mich mal etwas mathematisch, physikalisch, ökologisch, und sozialkritisch zu dem ganzen Thema geäußert...eben nicht in der Diskussion ohne Rückinfo übernommen.
Gebt bitte Bescheid, wenn nur Prodiskussion gewünscht ist. Mache mir dann nur auch Gedanken über Umfrageergebnisse.

Wolfgang Boje
25.01.2022

Für mich ist das kropfkompatible Gendern mehr als überfällig. Ich erwäge den Boykott von journalistischen Veröffentlichungen, um mein Missverständnis für diesen Schwachsinn zum Ausdruck zu bringen. Wer es nur so begreift, der bekommt es so von mir!

Daniela von Trusted Shops
25.01.2022

Hallo Herr Boje, danke für Ihre Meinung. Bei uns ist das Gendern über alle Touchpoints hinweg allerdings fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Liebe Grüße, Daniela vom Trusted Shops Team

Wolfgang Boje
26.01.2022

Hallo Daniela, danke für die freundliche Antwort. Freundlichkeit und Konsequenz sind die Eigenschaften, die ich am meisten schätze!
Unsere Wege trennen sich ab sofort!
Freundliche Grüße

Daniela von Trusted Shops
28.01.2022

Schade. Aber unsere Türen stehen jederzeit offen - wir freuen uns auch über Rückkehrer*innen. 😊

Wolfgang Burkhardt
24.01.2022

Dieser "Gender"-Mist. Wie verblödet wird denn unsere Sprache noch?
Verbraucher*in?
Muss man denn bei jedem Mode-Gag wirklich intensiv mitmachen?
Wenn ja, dann bitte in jeder Hinsicht konsequent, z.B. auch Nationalhymne textlich umarbeiten?
Anstatt Vaterland: "blühe deutsches Vater*in land?
Oh Leute, bitte mal auf Normalmaß runterkommen.
Danke.

Daniela von Trusted Shops
28.01.2022

Danke für Ihre Feedback. Für uns ist das Gendern allerdings fester Bestandteil unserer offenen und modernen Unternehmenskultur. LG, Daniela vom Trusted Shops Team

Ernst Tayler
24.01.2022

Ich wünsche mir, dass auf Rechnungen von Handys, Fernsehgeräten, Elektrogeräten usw. , bei denen beim Kauf keine umfangreiche Bedienungsanleitung mitgeliefert, der Link zum Download der Bedienungsanleitung angegeben sein muss.

Katrin Vogelbach
24.01.2022

Der Artikel "Auf welche Änderungen sich Verbraucher*innen 2022 einstellen können" hat leider nur für Deutschland Gültigkeit. Gerne hätte ich eine Version für die Schweiz!

Daniela von Trusted Shops
25.01.2022

Hallo Frau Vogelbach, da haben Sie recht. Das Magazin wird zumeist von Deutschen gelesen und betrifft daher nur deutsche Änderungen. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt. ;) Gruß, Daniela vom Trusted Shops Team

Jürgen Fabianska
24.01.2022

Nicht nur Hinweise, was sich ändert, sondern auch gleich Info, wie man das eine oder andere für sich nutzen kann. Toll, weiter so!

Daniela von Trusted Shops
25.01.2022

Wir danken für dieses fantastische Lob! 🤩 Ihr Trusted Shops Team

Richard
24.01.2022

Das Gendern unterlassen

Julian von Trusted Shops
08.02.2022

Hallo,
wir bei Trusted Shops möchten mit unseren Artikeln alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht ansprechen. Das Gendern gehört daher fest zu unserer Unternehmenskultur.
Viele Grüße, Julian vom Trusted Shops Team

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