Betrug auf eBay Kleinanzeigen: So schützen Sie sich vor den miesen Maschen!

Gebraucht-Portale sind voller Second-Hand-Schätze, die gehoben werden wollen. Aber Achtung: Betrug auf eBay Kleinanzeigen & Co. ist keine Seltenheit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Maschen entlarven und wie Sie sich schützen können.

© fizkes/shutterstock.com

Auf Gebraucht-Portalen wie eBay Kleinanzeigen finden Sie nicht nur tolle Schnäppchen und Second-Hand-Schätze, sondern leider auch Betrüger*innen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Betrug auf eBay-Kleinanzeigen entlarven und wie Sie sich bestmöglich schützen können.

Kleinanzeigen-Portale erfreuen sich großer Beliebtheit! Kein Wunder, lässt sich doch auf den Plattformen wie eBay Kleinanzeigenexternal, Quokaexternal oder Anutoexternal wunderbar nach Second-Hand-Schätzen und anderen Dingen stöbern. Doch allerdings wächst mit der Beliebtheit der Gebraucht-Seiten auch die Anzahl der Betrugsfälle bei eBay Kleinanzeigen & Co.

Betrug bei eBay Kleinanzeigen – Zahlung über PayPal „Familie und Freunde“

Die wohl bekannteste Betrugsmasche bei eBay Kleinanzeigen & Co.: Sie zahlen über PayPal und nutzen hier – wie von der Verkäuferin oder dem Verkäufer vorgeschlagen – die „Familie und Freunde“-Funktion, da keine Gebühren anfallen. Ware bekommen Sie nicht.

7 gängige Maschen für Betrug bei eBay Kleinanzeigen

1. Leerlieferungen

Die Person, die ihnen etwas verkauft hat, schickt brav ein Paket los – per Nachnahme. Sie zahlen beim Paketboten. Dass in dem Paket keine Ware ist, bemerken Sie erst später. Keine Chance, Ihr Geld wiederzubekommen.

So schützen Sie sich: Lassen Sie sich nicht auf Zahlungen per Nachnahme ein oder öffnen Sie das Paket direkt, wenn der Paketdienst noch an der Tür steht. So haben Sie einen Zeugen, um zu beweisen, dass Sie betrogen wurden.

2. Gefälschte Versandbestätigungen

Einige Anbieter versenden inzwischen gefälschte Versandbestätigungen, um ihren Betrug bei auf privaten Anzeigeportalen zu vertuschen. Zuvor überreden sie Sie, die Kommunikation per E-Mail weiterzuführen. Die Zahlung wird per Link-Klick über ein vermeintliches Post-Zahlungsverfahren eingeleitet. Ware erhalten Sie nicht – Ihr Geld ist weg.

So schützen Sie sich: Bleiben Sie auf der Plattform, um zu kommunizieren und geben Sie nach Möglichkeit Ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer nicht heraus.

3. Achtung vor der Abo-Falle

Eine Anzeige verspricht ein Produkt, das nach einem Link-Klick käuflich sein soll. Folgen Sie diesem, landen Sie auf einer Seite, die Sie zur Eingabe Daten auffordert – unter anderem Ihrer Handy-Nummer. Was nirgendwo steht: Dass Sie mit dem Abschicken der Informationen ein Abo abschließen, das in Ihre Handyrechnung integriert wird. Bis Ihnen dies auffällt, ist der Betrug schon längst passiert. 

So schützen Sie sich: Klicken Sie nicht auf Links und prüfen Sie Seiten im Internet, bevor Sie dort Daten eingeben.

4. TAN-Code-Abzocke

Ebenfalls über die Handyrechnung funktioniert die TAN-Code-Abzocke als Betrug auf eBay Kleinanzeigen & Co. Wenn Sie etwas anbieten, meldet sich ein*e Interessent*in. Ihnen wird ein Code zugeschickt, den Sie per Smartphone an die Person weitergeben sollen, um eine Zahlung auszuführen. Was Sie nicht ahnen: Mit der TAN-Eingabe schließen Sie selbst einen Kauf über Ihr Smartphone ab. 

So schützen Sie sich: Kommunizieren Sie nur auf der Plattform, nicht per SMS oder WhatsApp. Blockieren und melden Sie Nutzer*innen, die Ihnen TANs zusenden. Richten Sie bei Ihrem Smartphone-Tarif eine Drittanbieter-Sperre ein. So können Sie keine versehentlichen Käufe über TAN-Eingabe durchführen.

5. Dreiecksbetrug

Richtig perfide ist diese Art von Betrug bei Kleinanzeigen-Portalen: der Dreiecksbetrug. Interessent*innen kopieren Ihre Anzeige und erstellen selbst ein eigenes Inserat. Während diese sich von Ihnen die Zahlungsinformationen holen und Ihnen die angebliche Versandadresse durchgeben, locken sie über das Fake-Inserat weitere Menschen an. Diesem reicht er oder Sie dann Ihre Kontodaten weiter. Sie bekommen Geld von der nichtsahnenden dritten Person. Und versenden die Ware. Bis Sie merken, dass Sie einem Betrug aufgesessen sind, ist das Betrugsprofil gelöscht. Im besten Falle hat die dritte, unschuldige Person Anspruch auf Käuferschutz. Was bedeutet, dass Sie das Geld zurück buchen und Ihre Ware nicht mehr wiedersehen.

So schützen Sie sich: Prüfen Sie, wer Ihnen schreibt. Ist der Account erst vor Kurzem erstellt worden und hat noch gar keine Bewertungen, lassen Sie lieber die Finger vom Geschäft.

6. Bei Abholung Betrug

In der Regel ist es besser, die Ware direkt abholen und bezahlen zu lassen, denn Überweisungen oder Online-Zahlungen bergen mehr Gefahren für Betrug auf eBay Kleinanzeigen & Co. Allerding gibt es auch Betrüger*innen, die zu Ihnen nach Hause kommen. Die Masche: Interessent*innen geben vor, selbst nicht vorbeikommen zu können schicken stattdessen alternative Personen zur Abholung. Die Ware zahlt er oder sie über PayPal – in der Variante „Waren oder Dienstleistungen“. Die dritte, gesandte, Person nimmt die Ware mit. Später die Beschwerde: Die Ware sei nie angekommen – Konsequenz: Geld wird über PayPal zurückgesandt.
So schützen Sie sich: Stellen Sie eine Quittung für den Interessenten aus und notieren Sie dort sowohl dessen Namen als auch den Namen der Person, die die Ware abholt. Versuchen Sie, die Ware abholen zu lassen, wenn noch jemand im Haus ist – so haben Sie Zeug*innen. 

7. Tausch-Geräte

Eine weitere Betrugsmasche im Falle der Abholung: Sie inserieren ein Küchengerät. Die interessierte Kundschaft holt es bei Ihnen ab und zahlt auch direkt. Wenig später kommt eine Beschwerde: Das Gerät sei kaputt. Sie erklären sich bereit, es zurückzunehmen. Daraufhin wird Ihnen das Gerät zurückgebracht, Sie zahlen kulanter Weise das Geld zurück. Was Sie nicht wissen: In der Zwischenzeit hat der Käufer ein zweites Gerät besorgt, das demselben Typen entspricht wie Ihres. Dieses gibt er Ihnen und verkauft das ursprüngliche, noch funktionstüchtige Gerät.

So schützen Sie sich: Prüfen Sie Elektrogeräte immer einmal gemeinsam, bevor Sie die Ware abholen lassen. Auch hier sind Zeug*innen von Vorteil! Notieren Sie außerdem Geräte- und Seriennummer, um Verwechslungen zu vermeiden.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Sie sehen: Es gibt viele Maschen des Betrugs auf Kleinanzeigen-Portalen – und einige Dinge, die Sie selbst tun können, um sich zu schützen. Noch ein Tipp für Vintage-Fans: In der Shopsuche finden Sie zahlreiche Anbieter, die sowohl ein Gütesiegel und Bewertungen aufweisen und den Trusted Shops Käuferschutz anbieten.

Und was, wenn es Sie einmal erwischt hat? Expert*innen raten, direkt Anzeige zu erstatten – auch wenn es sich um Kleinstbeträge handelt. Sammeln Sie dazu Beweise wie Telefonnummern oder E-Mail-Adressen und warten Sie nicht zu lange nach dem Betrugsfall. Eventuell kann man den Übeltäter*innen mit einer der Kontaktinformationen noch auf die Schliche kommen.

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Wolfram Brandemanna
03.06.2023

Ich habe mein Geld für den Direktkauf, (siehe unten) zurückbekommen. Unklar ist weiterhin, weshalb der Verkäufer trotz Sofortzahlung, nicht an mich verkaufen wollte, oder konnte. Das Angebot ist noch immer online, und auch der Direktkauf ist immer noch möglich. Möglicherweise ist es ein fake Angebot, aber Kleinanzeigen ünternimmt nichts.
Trotzdem, es ist für mich ein Unding, das man mit jetzt "Kleinanzeigen" keinen Kontakt als privater Käufer oder Anbieter, aufnehmen kann. Man kann nur hoffen das ein Kauf gut geht. Denn man kann auch bei einer noch so guten Bewertung des Verkäufers nicht sicher sein das es den Anbieter überhaupt gibt, wenn es so leicht möglich ist den account eines anderen Anbieter zu stehlen.

Wolfram Brandemann
22.04.2023

1. Der Beste Schutz ist bei ebay-Kleinanzeigen überhaupt nichts zu kaufen. Ich bin hier bald soweit weil ich gerade 150,- € verloren habe, die ich gezahlt habe und keine Ware erhalten, der Fall liegt jetzt bei der Polizei zur Anzeige.
2. Fall, die neue Direktzahlung. Das gewünschte Teil wurde per Direktkauf sofort bezahlt. Ein paar Stunden später kommt die Meldung der Verkäufer hat das Geld zurücküberwiesen (darauf warte ich seit 2 Tagen). Es gibt von ebay-KL keine Begründung, kein Kontakt ist möglich, der VerKäufer antwortet nicht auf Fragen. Ich weiß also nicht ob ich das Geld jemals erhalte. Offernsichtlich ist der Verkäufer nicht über den "Direktverkauf" informiert gewesen, oder will auf diese Weise nicht verkaufen. Dieses Problem haben offensichtlich bereits mehrere Personen gehabt. Ebay KL schweigt dazu. Es gibt für private keine Telefon Nr. keine Hotline, keine email Kontakte, nichts. Ich meine diese Plattform sollte rechtlich überprüft werden, damit sie gewisse Standards einhält. Dazu gehört eine Beschwerdestelle, eine direkte Kontaktmöglichkeit wie bei ebay.de. Ebay-KL entwickelt sich zu einem Tummelplatz für Kriminelle. Ein Kauf ist jedes mal Glücksache, ob man an einen Vertrauenswürdigen Verkäufer geraten ist oder nicht. Ich werde versuchen herauszufinden wer die Kontrolle in der BRD für diese Plattform ausübt.

Michelle vom Trusted Shops Team
24.04.2023

Hallo Herr Brandemann,

dass Sie so Erfahrungen machen mussten, tut uns leid. Bleiben Sie wachsam und schauen Sie beim nächsten Mal genauer hin. Alternativ können Sie in allen Online-Shops, die unser Trusted Shops Gütesiegel tragen, und somit durch uns zertifiziert sind, sicher einkaufen.

In diesem Artikel erhalten Sie eine Übersicht von zertifizierten Online-Shops, bei denen Sie aufbereitete, gebrauchte Ware sicher kaufen können: https://www.trustedshops.de/magazin/refurbished-ware/

Wir wünschen Ihnen alles Gute.
Beste Grüße, Michelle vom Trusted Shops Team

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