Fake-Wohnungsanzeigen: So verhalten Sie sich richtig

Gerade in Großstädten ist es schwierig, an bezahlbare Wohnungen zu kommen. Leider wimmelt es auch auf dem Wohnungsmarkt mittlerweile von gefälschten Anzeigen …

© Firma V/Shutterstock.com

In einer Großstadt eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist nicht einfach. Wie bei allen Themen lockt auch die Not, die Personen erleiden, wenn Sie dringend umziehen möchten oder müssen, auch Betrüger*innen an, die Sie mit unrealistischen Angeboten um Ihr Geld bringen möchten. Wir erklären, wie Sie Fake-Wohnungsanzeigen erkennen und was Sie tun können, um sich zu schützen.

Knapp 43 Millionen Wohnungen gibt es laut dem Statistischen Bundesamtexternal in Deutschland, etwas mehr als die Hälfte davon bewohnen Menschen zur Miete. Die Nachfrage steigt stetig, gerade in Großstädten. Je größer die Not, desto anfälliger werden Menschen, auf Fake-Anzeigen und Betrugsmaschen im Bereich Immobilien hereinzufallen. Und desto mehr lassen sich Kriminelle einfallen, um an Ihr Geld und Ihre persönlichen Daten zu kommen.

Wo begegnen Ihnen Fake-Wohnungsanzeigen?

Fake-Wohnungsanzeigen finden sich überall dort, wo Immobilien angeboten werden. 

Laut dem Website-Ranking-System Alexa Rankexternal sind dies die beliebtesten Immobilienportale:  

1. Immobilienscout24external, auch ImmoScout24

2. immoweltexternal

3. WG-gesucht.deexternal

4. immonet.deexternal

Auf Kleinanzeigen-Portalen werden ebenfalls Wohnungen angeboten – auch hier können Sie auf gefälschte Inserate stoßen.

So erkennen Sie Fake-Wohnungsanzeigen

Viele Fake-Wohnungsanzeigen erkennen Sie auf den ersten Blick. Bei manchen sind es die Details, die Sie stutzig machen sollten. Wir haben Ihnen fünf Alarmzeichen zusammengetragen: 

1. Zu günstiger Preis

Zu günstig, um wahr zu sein? Wenn eine Wohnung weit unter Marktwert und Mietspiegel angeboten wird, sollten Sie noch einmal genauer hinschauen. Fake-Wohnungsanzeigen locken oft mit (zu) guten Preisen.  

2. Unpassende Bilder

Wenn die Bilder der Wohnung in einem Wohnungsinserat aussehen wie aus einem Einrichtungshaus oder Hotel und so gar nicht zur Wohngegend passen, sollten Sie aufmerksam werden. Auch pixelige Fotos oder der Umstand, dass mehrere Wohnungen mit ähnlichen Fotos angeboten werden, kann ein Hinweis auf eine Fake-Wohnungsanzeige sein. Manchmal steckt dahinter auch nur, dass die Bilder aus der Planungsphase der Wohnung oder des Bauprojekts stammen. Schauen Sie einmal mehr hin und prüfen Sie die Anzeigen auf weitere Hinweise. Gegebenenfalls findet sich das gleiche Bild auch bei anderen Anzeigen des Anbieters – hier sollten Sie dann stutzig werden, weil sich auch gute Fotografien von Wohnungen oder Häusern heute einfach im Netz gekauft werden können.

3. Kontaktmöglichkeiten fehlen

Wer auf den gängigen Immobilienportalen gewerblich eine Wohnung oder ein Haus anbietet, muss in der Regel Kontaktdaten hinterlegen. Bei Angeboten von privat sowie Plattformen wie wg-gesucht.de oder einem Kleinanzeigenportal hingegen nicht. Prüfen Sie, wie lange jemand schon Mitglied bei dem Portal ist und lesen Sie Bewertungen, falls vorhanden. Existiert das Profil erst seit kurzem und es gibt keine oder nur wenige Bewertungen, nehmen Sie lieber Abstand. Wenn der Mensch, der die Immobilie anbietet, im Ausland lebt und keine Vertretung vor Ort hat, kann es sich um eine Fake-Wohnungsanzeige handeln.

Übrigens: Auch „offizielle“ Firmen und Anbieter sollten Sie einmal kurz checken, bevor Sie sensible Daten von sich selbst – wie etwa eine Mieterauskunft – übermitteln. Einige Betrüger sind smart genug und legen sich ein echt aussehendes Profil an.  

4. Fehlerhafte Anzeigentexte

Klar: Tipper macht jeder Mensch einmal. Wimmelt es in den Anzeigentexten nur so vor Rechtschreibfehlern oder Deutsch und Englisch werden auf unverständliche Art gemischt, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Fake-Wohnungsanzeige. Auch bei anderen Inseraten kopierte Texte sind meist fake. 

5. Vorkasse-Zahlungen als Bedingung

Ein klares Zeichen, dass Sie eine Fake-Wohnungsanzeige ausgespielt bekommen: Ein Besichtigungstermin kostet Geld, das per Vorkasse überwiesen werden soll. Der Betrug wird dann ersichtlich, wenn Sie zahlen – zu einer Besichtigung kommt es nicht, der Anbieter oder die Anbieterin wird nicht mehr auf Ihre Kontaktversuche reagieren. Vorkasse beim Thema Wohnungen oder Häuser mieten ist generell nicht üblich. Wenn Sie Kaution und eine erste Miete zahlen sollen, bevor Ihr Vertrag unterzeichnet ist, handelt es sich meist auch um eine Fake-Immobilie. Beides ist erst nach Unterschrift fällig. 

Eine weitere ähnliche Masche ist die, dass sich Kriminelle als Vermietende aus dem Ausland bei Ihnen zurückmelden, nachdem Sie Ihr Interesse bekundet hatten, und Ihnen direkt eine Wohnung zusichern, Sie müssten nur die Kaution oder eine erste Miete an ein Konto im Ausland überweisen. Oft geben sich die Personen als schwer beschäftigt und weit entfernt aus. Angeblich wird Ihnen der Schlüssel dann postalisch gesandt. Seien Sie achtsam, kaum ein*e echte*r Vermieter*in wird Ihnen ohne jeglichen vorherigen Kontakt oder die Sichtung Ihrer Unterlagen eine Immobilie überlassen.

Was tun, wenn Sie eine Fake-Wohnungsanzeige entdecken?

Kommt Ihnen beim Scrollen durch Websites oder Apps  eine Wohnungsanzeige betrügerisch vor? Dann melden Sie diese zunächst beim Portal selbst. Die Kontaktdaten finden Sie auf den jeweiligen Seiten. Bei manchen Anbietern können Sie sogar direkt unter einer Anzeige diese melden. 

Sind Sie der Betrugsmasche aufgesessen und haben zum Beispiel Geld überwiesen, können Sie laut der Verbraucherzentrale Folgendes tun: Versuchen Sie, Ihr Geld über Ihre Bank zurückzubekommen. Erstatten Sie Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle – übrigens auch ein Mittel der Wahl, sollten Sie einem Betrug auf einem Kleinanzeigen-Portal oder einem Fake-Shop aufgesessen sein. 

Sie sehen: Um Fake-Wohnungsanzeigen gilt Ähnliches wie bei anderen Betrugsmaschen im Web – prüfen Sie die Angaben und seien Sie lieber vorsichtig, wenn Ihnen Angaben unvollständig erscheinen. Überweisen Sie Geld nur, wenn Sie sicher sind, wohin es geht – und dass Sie es im Falle eines Falles zurückfordern können.

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