19. November 2019

Buzzword “Authentizität”: Wie echt muss ein Online-Shop auftreten?

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Buzzword "Authentizität": Wie echt muss ein Online-Shop auftreten?

“Seien Sie einfach Sie selbst” —  nicht nur Personen, sondern auch Unternehmen wird immer wieder dazu geraten, auf Authentizität zu setzen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Buzzword “Authentizität”? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit wenigen Kniffen eine authentische Außenwahrnehmung kreieren können und wie viel Echtheit ein Online-Shop ausstrahlen sollte.

Was bedeutet Authentizität?

Authentizität“, als Adjektiv “authentisch“, stammt vom griechischen Begriff “authentikós” und lässt sich mit “Echtheit” bzw. “den Tatsachen entsprechend” übersetzen. Spricht man einer Person zu, authentisch zu sein, so meint man damit, dass diese sich ungeschönt und wahrhaftig präsentiert und sich nicht von äußeren Einflüssen verbiegen lässt. Diese Person kehrt damit ihre inneren Werte und Emotionen nach außen.

Authentizität ist eine Qualität, die nicht nur im sozialen Miteinander mehr und mehr geschätzt wird, sondern in den vergangenen Jahren auch für Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat. Durch die Verankerung von Authentizität im Markenkern soll das Unternehmen nah- und greifbarer gemacht werden und an Identifikationspotenzial gewinnen. Auch für die Kundenbindung im Online-Shopping kann ein authentisches Auftreten positive Effekte haben. Denn: Wer weiß, wer das Produkt unter welchen Umständen erstellt hat, fühlt sich stärker an das Produkt und die Marke gebunden.

Am Anfang steht die Selbstreflexion

Doch viele Unternehmen, die sich “Authentizität” auf die Brand-Fahne geschrieben haben, zeigen sich nicht wahrhaftig authentisch. Bei dem Versuch, authentisch zu wirken, wird häufig nur inszeniert, was vermeintlich gut ankommt. Der Schuss geht dabei häufig nach hinten los. Deshalb sollten Sie sich im Hinblick auf Ihre Markenstrategie nie fragen: “Wer will ich sein?”, sondern immer “Wer bin ich?“. Aller Anfang ist dabei die schonungslose Selbstreflexion. Seien Sie ehrlich zu sich selbst.

Folgende Fragen können Ihnen bei der Bestandsaufnahme helfen:

  • Welche Werte vertrete ich als Unternehmen?
  • Wie ist mein Unternehmen entstanden?
  • Was ist mein Antrieb? Was möchte ich erreichen?
  • Worin besteht mein Alleinstellungsmerkmal?
  • Wie sieht mein Arbeitsalltag aus? Mit welchen Gegenständen und in welchen Arbeitsräumen agiere ich?

Um diese Fragen zu beantworten, können Sie zudem die zu Rate ziehen, die Ihr Unternehmen am besten kennen: Ihre Kolleginnen und Kollegen. Über eine Mitarbeiterbefragung lässt sich in Erfahrung bringen, was Ihre Mitarbeiter bewegt und motiviert (hat), in Ihrem Unternehmen zu arbeiten.

Auch die Betrachtung der Außenwirkung kann bei der initialen Bestandsaufnahme helfen. Welchen Eindruck haben Außenstehende von Ihrem Unternehmen, wie zum Beispiel Ihr Kundenstamm oder Ihr persönliches Umfeld? Nutzen Sie positive Erkenntnisse, um diese auch in der Markenkommunikation hervorzuheben und adressieren Sie negative Faktoren, um zu zeigen, dass Sie sich Ihrer Schwächen bewusst sind.

3 Tipps für mehr Authentizität

Wenn Sie intern Ihre Hausaufgaben gemacht haben, wird es Zeit, die Innensicht auch nach außen zu tragen. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Maßnahmen Sie auf Authentzität setzen können.

1. Finden Sie Ihre Stimme und verschaffen Sie ihr Gehör.

Um sich authentisch zu zeigen, müssen Sie eine Stimme finden, mit der Sie kommunizieren. Mit dieser Stimme sprechen Sie nicht nur auf Text-, sondern vor allem auch auf Bildebene.

Ein authentisches Look & Feel ist die Eintrittskarte zu Ihrem Shop. Denn noch bevor Ihre Kund*innen die ersten Überschriften gelesen haben, erleben Sie die optische Aufmachung Ihres Shops, das Corporate Design. Ein authentisches Design zeichnet aus, das es einzigartig ist. Und was ist so einzigartig, wie die Menschen, die dahinter stecken? Stock-Fotos sind austauschbar und werden von zahlreichen Unternehmen zur Visualisierung genutzt. Ein realer Blick hinter die Kulissen hingegen schafft Nahbarkeit und Vertrauen.

Bilden Sie die Personen allerdings nur in Situationen ab, die auch wirklich so in ihrem Büroalltag passieren könnten (z. B. beim Herstellen oder Verpacken eines Produkts). Zeigen Sie die Kolleg*innen also nur beim Kicker-Match, wenn dort auch regelmäßig Spiele ausgetragen werden. Wenn Ihre Kolleg*innen nicht gezeigt werden möchten, können auch unpersönlichere Bildelemente wie eine Handschrift oder eine stilisiertes Porträt einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters für einen persönlichen Touch sorgen.

Darüber hinaus sollte ein Corporate Design aber auch integer bzw. stimmig zu dem sein, was Sie verkaufen. Richten Sie sich bei der Gestaltung Ihrer Shop-Oberfläche nicht nur nach dem, was bei anderen bewährt scheint und was Sie als ansprechend empfinden. Wenn Sie zum Beispiel Schrauben vertreiben, könnte ein eher nüchternes und cleanes Design mit gediegeneren Farben zu Ihren passen. Wenn Sie allerdings italienische Spezialitäten im Sortiment haben, können Sie mit echten Fotos Ihres letzten Sardinien-Urlaubs punkten.

2. Machen Sie nicht jeden Trend mit.

So wie sich nicht jedes Design für Ihren Shop eignet, so ist auch nicht jede Werbemaßnahme bzw. Marketing-Botschaft passend. Erinnern Sie sich vielleicht daran, als der jugendsprachliche Ausdruck “Hallo, I bims!” in aller Munde war? Zahlreiche Unternehmen haben den Spruch für ihr Marketing genutzt — mit dem Ziel, eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Der Schuss ging bei ebenso vielen allerdings nach hinten los, weil die Maßnahme nicht zur Marke passte — anders gesagt: weil die Werbung nicht authentisch wirkte.

Vorsicht ist auch bei der Wahl der richtigen Marketing-Kanäle geboten. Ein Beispiel: Aktuell ist die Social-Media-Plattform TikTok als Kommunikationskanal in aller Munde. Doch nur, weil viele Unternehmen dort ihre Werbebotschaften platzieren, müssen Sie nicht mitziehen. Dies gilt vor allem, wenn Sie das Medium nicht gut kennen und entsprechend nutzen. Eine authentischere Außenwirkung erzielen Sie, wenn Sie sich bewusst auf die Formate konzentrieren, die zu Ihnen passen.

Auch mit aktuellen Entwicklungen wie Nachhaltigkeit oder Diversität ist ein ehrlicher Umgang essenziell. Präsentieren Sie sich nicht zukunftsgewandt, wenn Sie (noch) nicht soweit sind. Wenn Werbebotschaften als leere Worthülsen identifiziert werden können, spricht man von Whitewashing, auch Schönwascherei genannt. Formen des Whitewashings sind das Pinkwashing, bei unauthentischer Werbung mit Gender- und LGTBQ-Thematiken, oder Greenwashing, bei dem sich Unternehmen als unweltfreundlich präsentieren, ohne dafür Belege zu haben. Whitewashing kann für einen erheblichen Imageschaden und hohe Einbußen bei der Authentizität sorgen. Gehen Sie daher sehr sensibel damit um.

3. Lassen Sie Ihre Kund*innen zu Wort kommen.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Blind Date. Wem würden Sie eher Glauben schenken, wenn es um die Einschätzung Ihres Dates geht — dem Dating-Profil, das die Person von sich selbst erstellt hat oder aber den Eindrücken von Freund*innen, Verwandten und Bekannten der Person? Wenn Sie ein authentisches Bild bekommen wollen, sollten Sie die zweite Option wählen. Was für Personen gilt, hat auch beim Online-Shopping eine hohe Relevanz. Lassen Sie daher Ihre Kund*innen für sich sprechen. Der einfachste Weg, Ihre Kund*innen zu Wort kommen zu lassen, sind Shop- und Produktbewertungen. Für maximale Transparenz und Authentizität sollten Sie diese prominent in Ihren Online-Shop einbinden.

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Auch via Social Media können Sie wertvollen User-Generated Content sammeln. Sie verkaufen Damenmode? Animieren Sie Ihre Kundinnen, Tragefotos davon hochzuladen und mit einem bestimmten Hashtag zu versehen. Sie vertreiben Küchenzubehör? Lassen Sie sich zeigen, welche Gerichte Ihre Kund*innen mit den Geräten gezaubert haben. So kriegen potenzielle Neukunden einen authentischen Eindruck von Ihrem Kundenstamm. Das Bildmaterial können Sie optimal dazu nutzen, um Produktseiten damit anzureichern oder Kampagnen um authentische Momentaufnehmen zu ergänzen.

Fazit: Wie authentisch sollten Sie sich zeigen?

Absolute und ungeschönte Authentizität ist weder möglich noch nötig. Schließlich hat jedes Unternehmen Baustellen, die es nicht offenlegen möchte. Die Nutzer*innen würden diese vermutlich auch wenig interessieren. Trotzdem können Sie mit wenigen Kniffen Ihre echte Firmenpersönlichkeit zeigen und so das Vertrauen in Ihren Shop erhöhen. Elementar ist dabei, dass Sie Authentizität nicht nur als Marketing-Trend verstehen, sondern stets ehrlich zu sich und Ihren Kunden sind. Wie viel Sie dabei preisgeben wollen, entscheiden Sie.

Bleiben Sie authentisch! Oder wie wir in Köln sagen: Bliev wie de bes!

Bleiben Sie sie selbst! Oder wie wir in Köln sagen: Bliev wie de bes!

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