23. Mai 2019

Schon gewusst? Diese Rechte haben Verbraucher beim Kauf im Online-Shop

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Online-Shopper kennen sich mit Rechten und Pflichten der digitalen Welt immer besser aus. Regelungen zu Rückgabefristen, Zahlungsbedingungen und Stornierungen sind ihnen bestens bekannt. Wie steht es mit Ihnen als Online-Händler? Dieser Artikel hilft Ihnen, mögliche Wissenslücken zu schließen.

14 Tage Widerrufsfrist, aber…

Die gesetzliche Widerrufsfrist beträgt 14 Tage (bei Marktplätzen wie Amazon oder eBay oft 30 Tage). Im Anschluss an den Widerruf haben Kunden aber noch einmal 14 Tage Zeit, um die Ware zurückzusenden. Der Widerruf (z.B. per E-Mail) und die Rücksendung können also zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden, so dass Verbraucher insgesamt noch länger als 14 Tage Zeit haben, die Ware zu testen.

Getrennte Lieferung kann Widerrufsfrist verlängern

Werden zwei Waren auf einmal bestellt, aber getrennt geliefert, läuft die Widerrufsfrist erst mit Erhalt der zweiten Ware. Erscheint also etwa das zweite bestellte Buch erst in drei Monaten, kann ein Kunde auch das erste, sofort gelieferte, noch nach drei Monaten und 14 Tagen widerrufen. Anders ist dies aber bei regelmäßiger Lieferung im Rahmen von Abos (z.B. Rasierklingen, Katzenfutter, etc.): Hier läuft die Frist ab Erhalt der ersten Ware.

Hygieneartikel sind rar

Nur die wenigsten Waren sind Hygieneartikel, die vom Widerruf ausgenommen sind. Auch probegeschlafene Matratzen können Kunden laut EuGH zurückgeben, ebenso getragene Badeanzüge oder Schuhe. Jedoch: Bei Nutzung über eine Prüfung hinaus müssen Kunden unter Umständen sogenannten Wertersatz leisten, so dass nicht der volle Kaufpreis erstattet wird. Hierfür ist allerdings eine korrekte Belehrung seitens des Händlers über diesen Wertersatz Voraussetzung.

Rücksendung ohne Originalverpackung möglich

Auch wenn die Originalverpackung fehlt, können Verbraucher die Ware im Rahmen des Widerrufs zurücksenden. Die häufig verwendete AGB-Klausel „Rücksendung nur in Originalverpackung“ ist unwirksam. Hat ein Kunde den Karton des Toasters nicht mehr, kann er ihn auch in einem Schuhkarton zurücksenden, ohne dass der Kaufpreis gemindert werden darf. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die Verpackung Teil des (hochwertigen) Produktes ist, wie z.B. bei einer Rolex-Uhr oder einem Parfüm. Hier darf ein Käufer zwar auch widerrufen, muss aber mit Abzügen bei fehlender Verpackung rechnen.

Händler können nicht einfach so “stornieren”

Wenn ein Vertrag geschlossen ist, kann der Händler nicht seinerseits einfach die Bestellung „stornieren“. Immer wieder wollen Händler, wenn die Ware ausverkauft ist oder ein falscher Preis ausgezeichnet war, von sich aus stornieren. Das geht nur unter eng begrenzten Voraussetzungen, z.B. bei einem gültigen Selbstbelieferungsvorbehalt oder unverzüglicher Anfechtung nach einem anerkannten Preisirrtum. Grundsätzlich gilt: Verträge sind einzuhalten. Ein Vertrag ist meist schon mit Bestellung geschlossen, wenn diese mit der sofortigen Bezahlung (z.B. PayPal) zusammenfällt, auch wenn der Shop in seinen AGB schreibt, ein Vertrag komme erst mit Lieferung zustanden.

 

Bei Rückfragen oder Anregungen können Sie uns gerne kontaktieren unter members@trustedshops.com.

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