Chinesische Online-Shops- und -Portale wie AliExpress, Shein oder Temu erfreuen sich weltweit einer enormen Beliebtheit. Millionen Kund*innen bestellen täglich Produkte direkt aus China – von Mode und Elektronik bis hin zu Haushalts- und Lifestyle-Artikeln. Das Erfolgsrezept der Anbieter*innen aus Fernost: ein riesiges Sortiment, aggressive Preise und eine stetig verbesserte Logistik.
Worauf du achten solltest, ob deine Bestellung problemlos durch den Zoll geht und welche Plattformen aktuell besonders relevant sind, erfährst du hier.
Der globale E-Commerce wächst seit Jahren rasant – und chinesische Online-Händler*innen spielen dabei eine zentrale Rolle. Neben Amazon zählen Plattformen aus China zu den größten Gewinnern des internationalen Online-Handels. Ein erheblicher Anteil der weltweiten Online-Bestellungen entfällt inzwischen auf Anbieter*innen aus dem Reich der Mitte.
Auch in Deutschland bestellen Konsument*innen immer häufiger direkt bei chinesischen Plattformen. Besonders AliExpress, Shein und Temu haben ihre Marktanteile deutlich ausgebaut. Gründe dafür sind neben niedrigen Preisen vor allem eine verbesserte Nutzerführung, mobile Shopping-Apps und zunehmend kürzere Lieferzeiten – teils durch europäische Zwischenlager.
Seit dem Wegfall der früheren Freigrenze fallen für jede Bestellung aus China Einfuhrabgaben an:
Einfuhrumsatzsteuer:
Grundsätzlich werden 19 % Einfuhrumsatzsteuer erhoben. In der Praxis wird sie jedoch erst ab einem Gesamtbetrag (Warenwert + Versandkosten) von 5,24 Euro fällig, da der zu zahlende Steuerbetrag unterhalb von 1 Euro in der Regel nicht eingezogen wird. Liegt deine Bestellung darüber, wird die EUSt entweder direkt beim Checkout (wenn der Shop am entsprechenden Verfahren teilnimmt) oder bei der Zustellung durch den Paketdienst erhoben. Plane diese zusätzlichen Kosten daher von Anfang an mit ein.
Zollgebühren:
Ab einem Warenwert von 150 Euro können zusätzlich Zollgebühren anfallen. Deren genaue Höhe hängt von mehreren Faktoren ab:
Je nach Kombination dieser Faktoren kann es sein, dass deine Sendung beim Zollamt landet und du sie dort persönlich abholen und die fälligen Abgaben bezahlen musst. Bei höherwertigen Bestellungen lohnt sich daher ein genauer Blick in den Zolltarif oder ein Kostenrechner, um eine realistische Gesamtkalkulation zu erhalten.
Viele große Plattformen wie AliExpress oder Temu bieten mittlerweile „VAT included“-Modelle an, bei denen Steuern bereits beim Checkout abgeführt werden – das reduziert Überraschungen bei der Zustellung. Achte in jedem Fall auf entsprechende Hinweise im Bestellprozess („inkl. VAT/Tax“ oder IOSS-Nummer), damit du weißt, ob zusätzliche Gebühren bei der Lieferung auf dich zukommen können.
Der Bestellprozess unterscheidet sich heute kaum noch von dem europäischer Shops. Preise werden meist direkt in Euro angezeigt, und große Anbieter bieten vertraute Zahlungsarten an.
Besonders gefragt sind:
Gerade im Bereich Fast Fashion und Trendprodukte reagieren chinesische Händler*innen extrem schnell auf die Nachfrage.
AliExpress ist der Endkund*innen-Marktplatz der Alibaba Group und funktioniert ähnlich wie eBay. Händler*innen aus aller Welt verkaufen dort ihre Produkte. Das Sortiment ist riesig – von Elektronik über Mode bis hin zu Ersatzteilen. Käufer*innen profitieren von einer Geld-zurück-Garantie und einem umfangreichen Käuferschutz.
Temu hat sich in kurzer Zeit zu einem der am schnellsten wachsenden Shopping-Portale weltweit entwickelt. Die Plattform setzt auf extrem niedrige Preise, hohe Rabatte und ein stark app-zentriertes Einkaufserlebnis. Temu tritt häufig selbst als Vertragspartner auf und übernimmt Zoll- und Steuerabwicklung.
Shein ist längst mehr als ein reiner Fast-Fashion-Anbieter. Neben Bekleidung bietet die Plattform inzwischen auch Beauty-, Haushalts- und Lifestyle-Produkte an. Shein investiert stark in Logistikzentren außerhalb Chinas, was Lieferzeiten spürbar verkürzt.
Banggood ist besonders bei Technik- und Gadget-Fans beliebt. Der Shop verkauft überwiegend eigene Ware und betreibt mehrere EU-Lager, wodurch viele Produkte schneller geliefert werden. Versandkosten sind meist bereits im Preis enthalten.
JD Worldwide richtet sich stärker an Käufer*innen, die Originalprodukte und Markenware suchen. Die Plattform gilt als seriös, ist preislich aber weniger aggressiv als Temu oder AliExpress.
Chinesische Online-Shops haben sich in den letzten Jahren stark professionalisiert und sind für viele Käufer*innen echte Alternativen zu Amazon geworden. Plattformen wie AliExpress, Temu, Shein oder Banggood bieten ein riesiges Sortiment zu sehr attraktiven Preisen.
Dennoch gilt:
Gerade bei höherpreisigen Produkten lohnt sich der Vergleich mit Händler*innen aus der EU. Besonders sicher bestellst du, wenn du auf etablierte Plattformen setzt oder in zertifizierten Shops einkaufst und vom Trusted Shops Käuferschutz profitierst.