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Shopping in den USA – was musst du beachten?

Geschrieben von Daniel Ott | Dec 17, 2025 8:14:18 AM

Lust auf einen Shoppingtrip nach New York? Dafür musst du längst nicht mehr ins Flugzeug steigen. Das Internet bringt das Einkaufsparadies direkt zu dir nach Hause. Aber musst du beachten, wenn du in den USA bestellst? Hier sind die wichtigsten Tipps für dich.

Auf die Währung achten

Endlich gefunden: die perfekten Sneaker – und dann auch noch so günstig! Schnell bestellen? Stopp! Schau dir zuerst genau an, was sie am Ende wirklich kosten. Produkte aus US-Shops sind in der Regel in Dollar ausgezeichnet, nicht in Euro. Viele Kreditkartenanbieter berechnen zusätzlich Gebühren für Auslandseinsatz oder die Umrechnung in Euro. Auch Zahlungsdienste wie Paypal können eigene Umrechnungskurse und Aufschläge nutzen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Tipp: Rechne den Preis in Euro um und prüfe, ob sich der Kauf wirklich lohnt – am besten inklusive aller anfallenden Zahlungsgebühren. Achte außerdem darauf, ob der Shop eventuell schon einen „Euro-Preis“ anzeigt, der aber mit einem ungünstigen Wechselkurs berechnet wurde. Der Bankenverband bietet hier einen Währungsrechner, mit dem du den tatsächlichen Kurs vergleichen kannst.

Längere Lieferzeiten einplanen

Jedes Paket aus den USA muss durch den Zoll. Ein schneller Versand wie innerhalb Deutschlands ist nicht möglich. Je nachdem wie dein Paket verschickt wird, kannst du mit folgenden Lieferzeiten rechnen:

  • Schiff: ca. 4 Wochen (Ostküste), 6–7 Wochen (Westküste)
  • Luftfracht: meist 10–12 Tage

Informiere dich vor der Bestellung, welchen Weg dein Paket nimmt.
Wie die Zollabwicklung funktioniert, erfährst du hier beim Zoll.

In einigen Fällen kann die Sendung auch direkt einen Zusteller der Deutschen Post ausgeliefert werden. In diesen Fällen übernimmt die Deutsche Post AG die zollamtliche Abfertigung in Vertretung des Anmelders oder Empfängers.

Wichtig: Wenn du dein Paket selbst abholst, warte nicht zu lange. Ab dem 10. Tag fallen Lagerkosten an, nach 14 Tagen geht die Sendung zurück. Briefe und Päckchen bis 2 kg werden nur 7 Tage gelagert.

Versandkosten im Blick behalten

Neben dem Produktpreis können hohe Versandkosten anfallen – besonders bei Express- oder Kurierdiensten. Prüfe deshalb genau, ob Versandpauschalen auch für den Versand nach Deutschland gelten, ob zusätzliche Zuschläge für Auslandslieferungen, Sperrgut oder Versicherung erhoben werden und ob eventuell noch Bearbeitungsgebühren des Zustellers dazukommen. Berücksichtige diese Kosten unbedingt in deiner Gesamtrechnung – sonst wird das vermeintliche Schnäppchen durch Versand und Nebenkosten schnell deutlich teurer als gedacht.

Vorsicht: Europäisches Verbraucherrecht gilt häufig nicht

Bei Bestellungen in den USA kannst du dich nicht auf die gewohnten Rechte wie Widerruf oder Gewährleistung berufen. Häufig gelten die deutlich verbraucherfreundlicheren EU-Regeln dort nicht – etwa was Rückgabefristen, Mängelansprüche oder Informationspflichten des Shops angeht. Kommt es also zu Problemen mit der Ware oder bekommst du gar nichts geliefert, ist es oft schwer, deine Rechte gegenüber einem ausländischen Shop durchzusetzen.

Tipp: Prüfe die Seriosität des Shops genau. Gibt es nur eine Mailadresse als Kontakt, kein vollständiges Impressum, keine Adresse und keine Telefonnummer oder wird nur Vorkasse angeboten? Dann lieber nicht bestellen. Achte außerdem auf transparente AGB, klare Informationen zu Rückgabe und Reklamation sowie auf unabhängige Kundenbewertungen und bekannte Vertrauenssignale wie Gütesiegel.

Zollkosten nicht vergessen

Jedes Paket aus Nicht-EU-Ländern wird vom Zoll geprüft. Ob und wie viel du zahlen musst, hängt vom Warenwert und der Art der Ware ab. Bei der Feststellung, ob Wertgrenzen eingehalten sind, ist der Sachwert der Ware ausschlaggebend. Bei Waren zu kommerziellen Zwecken ist der Sachwert der Preis der Waren selbst ohne Transport- und Versicherungskosten. Sind diese jedoch im Preis enthalten und nicht als solche, werden sie als Teil des Sachwertes angesehen. Mehr dazu findest du hier.

Keine Freigrenze mehr für die Einfuhrumsatzsteuer

Seit dem 01.07.2021 gilt: Für jede Ware aus den USA musst du Einfuhrumsatzsteuer zahlen.

    • Regulär: 19 %
    • Ermäßigt: 7 % (z. B. für Bücher, Lebensmittel)

Weitere Verbrauchsteuern können anfallen (z. B. für Alkohol, Tabak, Kaffee).

Kosten bei einem Warenwert bis 150 €

Zollfrei, aber die Einfuhrumsatzsteuer fällt weiterhin an. Auch die Bagatellgrenze von 5 € wurde abgeschafft.
Details zu den Änderungen findest du hier.

Kosten bei einem Warenwert über 150 €

Ab 150 € wird die Ware zollpflichtig. Beispiel: Kleidung = ca. 12 % Zoll + 19 % MwSt.
Wie hoch der Zollsatz ist, hängt von der Ware ab und variiert für die meisten Sendungen nach Deutschland zwischen 0 % und 17,5 %. Während elektronische Geräte wie Smartphones oder Notebooks bis auf die Einfuhrumsatzsteuer mit einem Zollsatz von 0 % verzollt werden, liegen die Sätze für Kleidungsstücke höher. So werden Schuhe mit einem Oberteil aus Leder mit einem Zollsatz von 8 % und Bekleidung aus Textilien mit einem Zollsatz von 12 % berechnet. Die genannten Zollsätze sind jedoch nur Anhaltspunkte, die je nach Beschaffenheit der Ware auch abweichen können. Beispiele für Warenarten und deren Einfuhrabgabensätze findest du hier.

Paket vom Zoll beschlagnahmt – was tun?

Manche Waren dürfen nur mit Genehmigung eingeführt, andere gar nicht. Auch Verstöße gegen Markenrechte führen zur Beschlagnahme.
Was erlaubt ist, liest du hier.
Widersprichst du nicht innerhalb von 10 Tagen, darf der Zoll die Ware vernichten. Bei Widerspruch geht es vor Gericht – und anwaltliche Hilfe wird dringend empfohlen.

Um nicht in eine solche Situation zu kommen, ist es wichtig, nur bei seriösen Shops aus Amerika zu bestellen. Überprüfe also immer erst die Vertrauenswürdigkeit des Shops und lese die Kundenbewertungen durch. Im europäischen Online-Handel kannst du dich immer auf das Trusted Shops Gütesiegel verlassen.

Paket verschollen?

Der Zoll gibt keine Auskunft über den Verbleib deiner Sendung. Nur das Beförderungsunternehmen (z. B. Deutsche Post, Kurierdienste) kann dir hier weiterhelfen. Prüfe zunächst die Sendungsnummer und nutze die Online-Sendungsverfolgung des Anbieters. Bleibt der Status länger unverändert oder fehlen Informationen, wende dich direkt an den Kundenservice des Versanddienstleisters und halte alle relevanten Daten (Bestellnummer, Versanddatum, Absender) bereit. In vielen Fällen kann der Zusteller eine Nachforschung einleiten oder dir genau sagen, ob die Sendung noch beim Transporteur, beim Zoll oder bereits auf dem Rückweg zum Absender ist.

Aus den USA bestellen – Ja oder nein?

US-Shopping bietet eine große Auswahl und teilweise Produkte, die es in Europa nicht gibt, aber auch lange Lieferzeiten, Zollkosten und Bürokratie.
Mein Tipp: Prüfe die Seriosität des Shops und kalkuliere alle Kosten ein. Dann steht deinem Einkauf nichts im Weg!