Shopping-App oder Browser: Was ist sicherer?
App oder Browser beim Online-Shopping? Der Beitrag liefert einen Überblick, welcher Kaufweg wann sinnvoll ist und worauf es bei Datenschutz, Sicherheit...
Sichere zunächst alle Unterlagen: Bestellbestätigung, Zahlungsbeleg und den gesamten E-Mail-Verlauf. Diese Nachweise werden später benötigt.
Kontaktiere umgehend den Shop und erkläre schriftlich den Widerruf oder die Stornierung. Setze eine konkrete Frist zur Rückmeldung. Eine konkrete Frist heißt: Nenne einen Termin, keinen Zeitraum.
Parallel sollte geprüft werden, ob die Zahlung noch zu stoppen ist oder zurückgeholt werden kann. Diese Möglichkeiten sind je nach Zahlungsart über Bank, Kreditkartenanbieter oder Zahlungsdienst unterschiedlich
Je früher diese Schritte erfolgen, desto höher ist die Chance, den Schaden zu begrenzen.
Du kannst grundsätzlich den Kauf widerrufen oder anfechten.
In der Praxis ist das bei Fake-Shops schwierig, weil keine Reaktion erfolgt. Trotzdem solltest du den Widerruf nachweisbar erklären. Dies ist wichtig für die weiteren rechtlichen Schritte.
Ob das möglich ist, hängt von der Zahlungsart ab. Das Vorgehen ist wie folgt:
Wichtig: Auf keinen Fall abwarten, immer sofort aktiv werden.
Bleibe zunächst ruhig und prüfe die Forderung genau.
Widersprich immer schriftlich und nachweisbar (zum Beispiel per E-Mail mit Lesebestätigung oder per Einschreiben) und lege klar dar, dass keine Lieferung erfolgt ist oder ein Betrugsfall vorliegt. Verweise dabei auf deine bisherigen Nachweise (z. B. Bestellbestätigung, Zahlungsbelege, Screenshots, frühere Kommunikation). Fordere ausdrücklich den Nachweis, auf welcher Grundlage die Forderung besteht, und setze eine angemessene Frist zur Stellungnahme. Leiste in keinem Fall eine vorschnelle Zahlung – auch dann nicht, wenn mit Mahngebühren, negativen Schufa-Einträgen oder rechtlichen Schritten gedroht wird.
Dokumentiere die gesamte Kommunikation lückenlos und bewahre alle Schreiben, E-Mails, Screenshots und Versandnachweise sicher auf. Notiere dir zusätzlich Daten von Telefonaten (Datum, Uhrzeit, Name der Ansprechperson, Inhalt des Gesprächs), falls es zu mündlichem Kontakt kommt. Diese Dokumentation ist wichtig, um deine Position gegenüber Inkasso-Unternehmen, Zahlungsdiensten, Banken oder ggf. vor Gericht belegen zu können.
Bei Unsicherheit kann auch eine Verbraucherberatung oder eine andere unabhängige Beratungsstelle helfen. Dort erhältst du Unterstützung bei der Einschätzung, ob eine Forderung berechtigt ist, Formulierungshilfen für den Widerspruch und Hinweise zum weiteren Vorgehen – insbesondere, wenn bereits ein Inkasso-Unternehmen eingeschaltet ist oder gerichtliche Schritte angedroht werden.
Bestellungen auf Rechnung, per Ratenkauf oder mit “Später zahlen“-Diensten (z. B. Klarna, PayPal später zahlen oder ähnliche Anbieter) wirken oft zunächst sicher, weil noch kein Geld geflossen ist. Juristisch gilt jedoch: Theoretisch wird die Zahlung auch dann fällig, wenn keine Ware ankommt, denn der Zahlungsdienst hat den Betrag in der Regel bereits an den Shop ausgekehrt und fordert ihn nun von dir zurück.
Daher ist es besonders wichtig, den Zahlungsdienst sofort zu informieren und den Fall offiziell zu melden, sobald du den Betrug bemerkst. Nutze dafür die vorgesehenen Kontaktwege oder Streitfall-Funktionen im Kundenkonto und schildere genau, was passiert ist. Erkläre ausdrücklich, dass es sich um einen Betrugsfall handelt, dass keine Ware geliefert wurde und du den zugrunde liegenden Kaufvertrag anfechtest bzw. widerrufst. Füge nach Möglichkeit Nachweise bei (Bestellbestätigung, Zahlungsübersicht, E-Mail-Verkehr mit dem Shop, Screenshots der Shop-Seite).
Bitte den Zahlungsdienst zusätzlich, die Forderung vorläufig zu stoppen oder zu pausieren, bis der Fall geprüft ist, und zahle in dieser Zeit nicht “auf Verdacht“. Reagierst du schnell und nachvollziehbar, steigen die Chancen, dass du nicht auf den Kosten sitzenbleibst oder dass zumindest eine einvernehmliche Lösung gefunden wird.
Ja, eine Anzeige ist immer sinnvoll, auch wenn diese das Geld nicht oder nicht unmittelbar zurückbringt. Der Betrugsfall wird offiziell dokumentiert. Das kann gegenüber der Bank, dem Zahlungsdienst oder dem Käuferschutz eine Rolle spielen, wenn Ansprüche geltend gemacht werden. Oft wird dann eine Vorgangsnummer verlangt.
Außerdem trägt jede Anzeige dazu bei, dass solche Shops schneller erkannt und abgeschaltet werden. Die gesammelten Fälle helfen den Behörden bei der Ermittlung.
Die Anzeige kann online oder bei jeder Polizeidienststelle erfolgen. Wichtig ist, alle Unterlagen bereitzuhalten: Bestellbestätigung, Zahlungsnachweis, mögliche Screenshots vom Bestellvorgang und die gesamte Kommunikation mit dem Shop, zum Beispiel ein Ausdruck sämtlicher E-Mails.
Hierfür gibt es mehrere offizielle Stellen in Deutschland. Melden kannst du einen Fake-Shop zum Beispiel hier:
Wichtig: Je mehr Meldungen eingehen, desto schneller werden solche Shops erkannt und entfernt.
Das Trusted Shops Gütesiegel zeigt dir vor dem Kauf, dass der Shop auf „Herz und Nieren“ geprüft wurde – unter anderem in den Bereichen Datenschutz, Widerrufsrecht, Informationspflichten, Bestellprozess und Kundenservice. So erkennst du auf einen Blick, dass der Shop hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllt.
Wichtig: Klicke das Gütesiegel immer an und prüfe im geöffneten Browser-Fenster, ob du wirklich auf der offiziellen Trusted-Shops-Zertifikatsseite landest. Dort findest du Details zur Zertifizierung, Laufzeit, Bewertungen anderer Käufer*innen und Informationen zum geltenden Käuferschutz. Stimmt alles überein, kannst du sicher sein, dass es sich nicht um einen Fake-Shop handelt.
Und sollte es trotz allem zu Problemen kommen, bist du zusätzlich durch den Käuferschutz von Trusted Shops abgesichert. Dieser kann dich zum Beispiel unterstützen, wenn Ware nicht geliefert wird, erheblich von der Beschreibung abweicht oder eine Rückzahlung ausbleibt. So kombinierst du geprüfte Shop-Seriosität mit einem zusätzlichen Sicherheitsnetz für deinen Online-Einkauf.
Vorsicht. Fake-Shops melden sich häufig erneut. Meist werden weitere Zahlungen gefordert oder es sollen angebliche Probleme geklärt werden mit dem Ziel, zusätzliche Daten zu erhalten. Die Nachrichten können sehr professionell wirken, meistens setzen sie gezielt unter Druck.
Reagiere nur, um einen Widerspruch oder eine Stornierung zu tätigen, klicke hierfür aber nicht auf eine Weiterleitung innerhalb dieser Mail. Lasse dich im Zweifelsfall vor jeglicher Reaktion von einer sachkundigen Stelle (Verbraucherzentrale, Käuferschutz, Zahlungsdienst, Bank oder andere Stellen) beraten. Weitere Daten, ganz gleich welcher Art, sollten nicht preisgegeben werden! Zusätzliche Zahlungen solltest du ebenfalls nicht leisten.
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