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Faktencheck: Lebensmittel und Drogerieartikel online bestellen

Aus einem Einkaufskorb fliegen Lebensmittel wie Ananas, Eier und Milch raus

Das Wichtigste in Kürze

Lebensmittel, Drogerieartikel und Alltagsprodukte werden immer öfter online gekauft. Laut Handelsverband Deutschland wuchs 2025 der Online-Umsatz mit Produkten des täglichen Bedarfs, und damit auch Lebensmittel und Drogeriewaren, signifikant: plus 10,4 Prozent. Für 2026 erwartet der HDE ein weiteres Wachstum im Onlinehandel.

Der digitale Alltagseinkauf funktioniert anders als der Kauf von Kleidung oder Technik. Frische, Kühlung, Ersatzartikel, Lieferfenster, Rückgabe und Endpreis spielen eine größere Rolle. Die Lieferkette stellt besondere Herausforderungen. Liefergeschwindigkeit, Produktschutz und Kühlketten sind zu beachten.

 

Faktencheck 1: Der günstigste Produktpreis ist nicht immer der günstigste Einkauf

Der Preisvergleich online ist einfach und geht schnell. Das ist besonders praktisch bei Vorratsprodukten, Waschmittel, Windeln, Tierfutter oder größeren Packungen. Und dennoch sagt der einzelne Produktpreis wenig über den tatsächlichen Einkauf aus.

Relevant ist der Gesamtpreis. Inklusive Liefergebühren, Mindestbestellwerte, Servicepauschalen, Zuschläge für schnelle Lieferung und mögliche Preisunterschiede bei Ersatzartikeln. Ein Shampoo kann online günstiger sein. Wenn dafür aber Lieferkosten oder ein Mindestbestellwert dazukommen, kann sich die Rechnung schnell verschieben.

Wichtig für den Check: Nicht nur den Artikelpreis vergleichen, sondern den Betrag im Warenkorb mit allen anfallenden Gebühren.

 

Faktencheck 2: In Sachen Frische zählen Lieferung und Reklamation

Bei frischen Lebensmitteln hat das Produktbild keine Aussagekraft. Ob Beeren, Salat oder Kühlware in einem frischen Zustand ankommen, hängt von der Lieferdauer, dem Transport, der Verpackung und dem Umgang des Shops mit Reklamationen ab.

Kühlware setzt eine zuverlässige Kühlkette voraus. Wird sie unterbrochen, kann das Lebensmittel an Qualität verlieren oder schneller verderben. Bei empfindlichen Produkten kommt es darauf an, wie der Anbieter transportiert, wann geliefert wird und was passiert, wenn Ware beschädigt, aufgetaut oder verdorben ankommt.

Wichtig für den Check: Vor der Bestellung die Regeln für Reklamationen bei verdorbener, beschädigter oder falsch gelieferter Ware prüfen.

 

Faktencheck 3: Ersatzartikel können praktisch sein – aber nicht bei jedem Produkt

Fehlt ein Artikel im Sortiment, bieten viele Shops Ersatzprodukte an. Die Auswahl erfolgt unkompliziert durch den Shop, so das häufige Angebot. Bei Toilettenpapier oder Spülmittel ist das kein Problem. Bei Lebensmitteln, Babyprodukten, Nahrungsergänzung oder Kosmetik schon.

Der Ersatzartikel kann andere Inhaltsstoffe aufweisen, mehr kosten, weniger Inhalt bieten oder einfach nicht zu den persönlichen Anforderungen passen. Relevant ist das vor allem bei Allergien, veganer Ernährung, Babynahrung, Diätprodukten, Duftstoffen oder sensibler Haut.

Wichtig für den Check: Vorher festlegen, ob Ersatzartikel erlaubt sind. Empfehlung: nur Ersatzprodukte mit einer Vorab-Bestätigung akzeptieren.

 

Faktencheck 4: Rückgabe bei Alltagsprodukten nicht immer einfach

Für Onlinekäufe gibt es das Widerrufsrecht. Mit Ausnahmen. Schnell verderbliche Waren können vom Widerruf ausgeschlossen sein. Ebenso versiegelte Waren, wenn sie aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind. Betroffene Produktgruppen: Kosmetik, Hygieneartikel, bestimmte Gesundheitsprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel. Ausschlaggebend ist, ob die Ware geöffnet, entsiegelt oder verderblich ist.

Die EU-Verbraucherrechte-Richtlinie regelt Informationspflichten und das Widerrufsrecht im

Wichtig für den Check: Vor dem Kauf darauf achten, ob das Produkt zurückgegeben werden kann und unter welchen Bedingungen.

 

Faktencheck 5: Lieferfenster bei Lebensmitteln verbindlich?

Wurde Kleidung bestellt, dann spielt es meist keine Rolle, ob das Paket morgens oder abends kommt. Bei Lebensmitteln ist der Zeitpunkt ein Kriterium. Kühlware darf nicht länger vor der Tür stehen. Frische Produkte sollten nicht im Paketshop landen, da die Haltbarkeit gefährdet sein könnte.

Das Zeitfenster der Lieferung ist wichtig. Wer nicht sicher zu Hause ist, sollte sich darum kümmern, dass die Ware angenommen und ggf. direkt gekühlt werden kann.

Wichtig für den Check: Bei Kühlware und frischen Lebensmitteln nur Lieferoptionen wählen, die in den Tagesablauf passen.

 

Faktencheck 6: Lohnt sich eine App?

Anbieter locken mit App-Rabatten, Push-Hinweisen und gespeicherten Einkaufslisten. Das kann verlockend sein, ist aber nur dann sinnvoll, wenn regelmäßig beim selben Shop bestellt wird. Rechnungen, der Lieferstatus, frühere Bestellungen und Retouren sind schneller auffindbar und Rabatte können sich auszahlen.

Bei Ersteinkäufen und einzelnen Käufen wird meist der Kauf über den Browser empfohlen. Die Vorteile: Es wird keine zusätzliche App installiert, die Push-Nachrichten sendet oder Zugriff auf Smartphone-Funktionen erfordert .

Wichtig für den Check: Eine App nur dann installieren, wenn sie echten Nutzen bringt, nicht aufgrund eines einmaligen Rabatts.

 

Faktencheck 7: Geprüfte Shops auch beim Alltagseinkauf wichtig

Bei der Bestellung von Lebensmitteln und Drogerieartikeln, Gesundheitsprodukten, Tiernahrung oder Babyartikeln geht es um sensible Punkte. Die Lieferung, die Lagerung und die gesamte Abwicklung müssen verlässlich sein. Der Shop sollte persönlich erreichbar sein, für Nachfragen oder bei Reklamationen. Echte Bewertungen, eine Zertifizierung als unabhängig geprüfter Shop oder ein Käuferschutz können hilfreich sein.

Darüber hinaus sollte auch beim schnellen Alltagseinkauf immer erkennbar sein, wer verkauft, wie geliefert wird und was bei Problemen passiert.

02.07.26