Gastbestellung oder Kundenkonto: was ist sicherer?
Gastbestellung oder Kundenkonto? Der Beitrag zeigt Vorteile, Nachteile und Sicherheitsaspekte und wann welche Option sinnvoll ist.
Das Kundenkonto ist bequem: Adresse speichern, Bestellung verfolgen, beim nächsten Mal schneller bezahlen. Sicherer oder zwingend notwendig ist es nicht. Aus Datenschutzsicht gilt: Für einen einzelnen Kauf oder wenn nur sehr selten bestellt wird, reicht eine Gastbestellung aus. Online-Shops sollten diese gleichwertig anbieten. Sinnvoll kann ein Kundenkonto dennoch sein. Es erleichtert Rücksendungen den Zugriff auf frühere Käufe.
Viele Shops leiten im Checkout automatisch zum Kundenkonto. Der Grund: Beim nächsten Kauf geht es schneller. Die Nebenwirkung: Es bleiben empfindliche Daten im Shop gespeichert. Neben Name und Adresse auch Zahlungsdaten oder bevorzugte Lieferadressen.
Anders bei der Gastbestellung. Diese reduziert die Datenmenge auf das, was für die konkrete Bestellung gebraucht wird. Und senkt damit die Angriffsfläche. Wenn später ein Datenleck passiert, liegen dort im Idealfall weniger persönliche Informationen. Wer einen Shop nur einmal nutzt oder diesen nicht kennt, muss kein Kundenkonto anlegen.
💡Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass Passwörter von Kundenkonten ein beliebtes Ziel von Phishing sind. Mehr über Phishing Mails
Eine Gastbestellung ist weniger komfortabel, Rücksendungen sind oft umständlicher. Retourenlabel oder die Bestellbestätigung müssen per E-Mail gesucht werden. Wer die Bestätigung löscht oder die Mail nicht findet, hat mehr Aufwand.
Wichtig zu wissen: Gastbestellung bedeutet nicht automatisch anonym. Es werden weiterhin personenbezogene Daten verarbeitet. Der Unterschied liegt im dauerhaften Kundenprofil mit Login.
Immer dann, wenn regelmäßig im selben Shop bestellt wird. Bestellungen bleiben übersichtlich und Rechnungen abrufbar, Retouren sind oft leichter anzustoßen. Auch Garantie- oder Servicefälle lassen sich schneller zuordnen.
Relevant sind Kundenkonten zum Beispiel bei Drogerieartikeln, Tierbedarf, Technikzubehör oder Lebensmitteln.
💡Sicher ist das Konto nur, wenn es gut geschützt wird. Neben einem eigenen Passwort möglichst mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Mehr im Faktencheck: Unverzichtbar Multi-Faktor-Authentifizierung
Ein Kundenkonto speichert je nach Shop die Bestellhistorie, Adressen, Merklisten, Retouren und Zahlungsinformationen und weitere Daten.
Ein weiteres Risiko ist das Passwort. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen Passwörter mehrfach. Eine Sicherheitslücke sind auch Konten mit gespeicherten Zahlungsarten oder alten Adressen.
Und: Wer in zwanzig Shops Konten hat, muss auch zwanzig Zugänge schützen.
Datenschutzrechtlich ist das nicht unumstritten. Die Datenschutzkonferenz hat 2022 formuliert: Online-Shops sollen grundsätzlich einen Gastzugang bereitstellen, wenn daneben ein fortlaufendes Kundenkonto angeboten wird. Begründung: Für einen einzelnen Kauf ist ein dauerhaftes Konto nicht erforderlich.
Es gibt aber auch Gegenpositionen. Die IHK Regensburg verweist auf ein Urteil des Landgerichts Hamburg vom 22. Februar 2024, das der Auffassung der Datenschutzkonferenz widerspricht. Nach dieser Entscheidung muss ein Händler nicht zwingend einen Gastzugang anbieten, wenn er beim Kundenkonto datenschutzfreundlich vorgeht und nur notwendige Daten erhebt.
Für einen einzelnen Kauf ist die Gastbestellung meist sicherer im Sinne von Datensparsamkeit. Für regelmäßige Käufe kann das Kundenkonto alltagstauglicher sein, weil Bestellungen besser nachvollziehbar bleiben.
Vor der Entscheidung, ob Kundenkonto oder Gast, lohnt sich ein Blick auf den Shop. Das BSI empfiehlt, vor dem Kauf Rückgaberegeln, Zahlungsarten, Datenschutzinformationen und Gütesiegel zu prüfen. Das gilt besonders bei unbekannten Shops.
15.05.26Gastbestellung oder Kundenkonto? Der Beitrag zeigt Vorteile, Nachteile und Sicherheitsaspekte und wann welche Option sinnvoll ist.
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