Gastbestellung oder Kundenkonto: was ist sicherer?
Gastbestellung oder Kundenkonto? Der Beitrag zeigt Vorteile, Nachteile und Sicherheitsaspekte und wann welche Option sinnvoll ist.
Bei der Registrierung bei einem Online-Dienst wird oft deine Handynummer abgefragt. Das klingt plausibel, schließlich wird sie auch für Sicherheitsverfahren genutzt. Aber: Solltest du deine Handynummer im Internet wirklich angeben? Hier erfährst du, warum das riskant ist und wie du dich schützt.
Je mehr persönliche Informationen online verfügbar sind, desto leichter haben es Kriminelle. Deshalb gilt das Prinzip der Datensparsamkeit: Gib nur die Daten preis, die für einen Dienst wirklich notwendig sind – und hinterfrage immer, warum bestimmte Angaben verlangt werden. Plattformen wie Facebook fragen oft nach deiner Nummer, etwa um Kontakte zu synchronisieren oder „deinen Account zu schützen“. In der Praxis entsteht daraus jedoch ein zusätzlicher Datensatz, der mit anderen Informationen über dich verknüpft und zu Werbezwecken ausgewertet werden kann.
Genau diese Daten sind zudem bereits millionenfach durch Leaks öffentlich geworden. Gerät deine Nummer in die falschen Hände, können deine Online-Konten missbraucht werden – zum Beispiel, indem Betrüger*innen dich per SMS oder WhatsApp gezielt mit Phishing-Nachrichten ansprechen, die besonders glaubwürdig wirken, weil sie dich persönlich adressieren. Schon die Kombination aus deinem Namen und deiner Handynummer macht dich angreifbar: Kriminelle können dich identifizieren, Profile über dich erstellen, deine Aktivitäten über verschiedene Dienste hinweg verfolgen und deine Nummer als Einstiegspunkt nutzen, um weitere sensible Informationen über dich zu sammeln.
Mit der Methode des SIM-Swapping übernehmen Betrüger*innen deine Nummer. Sie besorgen sich vorher deine Zugangsdaten, täuschen den Mobilfunkanbieter und übertragen die Nummer auf eine andere SIM-Karte. Teilweise reichen dafür schon öffentlich zugängliche Daten wie Name, Adresse oder Geburtsdatum in Kombination mit Informationen aus früheren Datenlecks, um sich am Telefon als dich auszugeben und eine neue SIM-Karte zu beantragen.
Die Folge: Du verlierst plötzlich den Empfang, kannst nicht mehr telefonieren, keine SMS mehr empfangen und hast oft auch keinen mobilen Datenzugang mehr. Viele Betroffene merken zunächst nur, dass „kein Netz“ vorhanden ist – während im Hintergrund bereits die Nummer auf das Gerät der Kriminellen umgezogen ist.
Besonders gefährlich wird es, wenn du beim Online-Banking das mTAN-Verfahren nutzt oder dich per SMS-Code bei Online-Diensten anmeldest. Dann können Kriminelle den Sicherheitscode abfangen, Überweisungen tätigen, Zahlungen bestätigen oder neue Geräte und Apps in deinem Namen freischalten. In Kombination mit zuvor ausgespähten Zugangsdaten (zum Beispiel durch Phishing) erhalten sie so die vollständige Kontrolle über deine Konten.
Auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist nicht sicher, wenn deine Nummer übernommen wurde. Kriminelle können sich dann alle SMS-Codes zuschicken lassen und sich in deinem Namen bei Online-Diensten anmelden, Passwörter zurücksetzen oder Sicherheitsabfragen bestätigen. Da SMS unverschlüsselt sind, lassen sich die Codes zudem technisch relativ leicht abfangen oder umleiten – oft ohne dass du es sofort bemerkst. Noch problematischer: Viele Menschen verwenden dieselbe Handynummer bei mehreren Diensten. Wird sie übernommen, können Angreifer*innen so gleich mehrere Konten nacheinander kapern.
Besser: Nutze eine Authentifizierungs-App statt SMS. Apps wie Google Authenticator, Authy oder der integrierte Authenticator deines Passwortmanagers erzeugen Einmal-Codes direkt auf deinem Gerät und sind nicht an deine Handynummer gebunden. Selbst wenn deine SIM-Karte übernommen wird, bleiben die App-Codes geschützt. Ideal ist die Kombination aus einer solchen 2FA-App und einem sicheren Passwortmanager – so reduzierst du das Risiko, dass Kriminelle deine Konten übernehmen.
Viele Dienste erlauben die Passwort-Zurücksetzung über die Handynummer. Angreifer*innen können so dein Passwort ändern und sich Zugang verschaffen – oft reicht es, wenn sie vorher deine Nummer per SIM-Swapping übernommen oder über ein Datenleck erbeutet haben. Besonders kritisch ist das, wenn du dieselbe Nummer als „Rettungsanker“ bei mehreren Accounts hinterlegt hast: Wird sie missbraucht, können Betrüger*innen im schlimmsten Fall nacheinander Zugänge zu E-Mail, Social Media, Cloud-Speicher oder sogar deinem Online-Banking zurücksetzen.
Auch einmalige Aktivierungscodes, die per SMS kommen, sind ebenfalls unsicher. SMS werden unverschlüsselt übertragen, können technisch abgefangen, umgeleitet oder auf einem geklonten Gerät mitgelesen werden. Zudem ist die SMS-Absicherung oft die letzte Hürde, bevor sensible Änderungen – etwa das Hinterlegen einer neuen E-Mail-Adresse oder das Deaktivieren zusätzlicher Sicherheitsfunktionen – wirksam werden. Gelangen Kriminelle an diese Codes, können sie deinen Account dauerhaft übernehmen und dich aussperren.
Plattformen wie Facebook oder Instagram verdienen Geld mit personalisierter Werbung. Deine Handynummer ist ein wichtiges Identifikationsmerkmal, um Daten über verschiedene Plattformen hinweg zusammenzuführen. So lassen sich zum Beispiel deine Aktivitäten in Apps, dein Surfverhalten, deine Likes und Käufe einem eindeutigen Profil zuordnen. Auf dieser Basis erstellen Werbenetzwerke detaillierte Nutzungsprofile, mit denen sich sehr zielgenaue Anzeigen ausspielen lassen – etwa zu bestimmten Interessen, Kaufabsichten oder sogar Aufenthaltsorten.
Das Problem: Je genauer dieses Profil ist, desto weniger Kontrolle hast du darüber, wer was über dich weiß. Unternehmen können deine Nummer zudem mit weiteren Datenquellen abgleichen, etwa Datenhandel aus Leaks oder Informationen von Partnerdiensten. Dadurch entstehen umfassende digitale Dossiers, die nicht nur für Werbung, sondern im schlimmsten Fall auch für Diskriminierung oder unerwünschte Profilbildung genutzt werden können – zum Beispiel, wenn dir bestimmte Angebote gar nicht erst angezeigt oder Preise dynamisch angepasst werden.
Gastbestellung oder Kundenkonto? Der Beitrag zeigt Vorteile, Nachteile und Sicherheitsaspekte und wann welche Option sinnvoll ist.
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