20. August 2019

Wie die “Sharing Economy” das Kaufverhalten Ihrer Kund*innen verändert hat

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Wie die "Sharing Economy" das Kaufverhalten Ihrer Kunden verändert hat

Tauschen statt kaufen, leihen statt besitzen: In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger werden, tendieren mehr und mehr Konsumentinnen und Online-Käufer dazu, Güter mit anderen Menschen zu teilen. Dieses Phänomen nennt man Sharing Economy. Doch was genau steckt dahinter und was bedeutet das für Sie als Shopbetreiber*in?

Was bedeutet Sharing Economy?

Sharing Economy, auf Deutsch auch Ökonomie des Teilens genannt, beschreibt eine Wirtschaftsform, in der die Nutzung, das Teilen und das Leihen von Gütern über dem Besitz derer steht. Dadurch soll vor allem die Nachhaltigkeit gefördert werden. Zusätzlich soll aber auch die Effizienz gesteigert werden, indem ungenutzte und überflüssige Güter von einem Handelspartner genau dahin vermittelt werden, wo Bedarf besteht. Im englischsprachigen Raum wird dafür häufig auch der Begriff Collaborative Consumption genutzt, was den kollaborativen bzw. gemeinschaftlichen Aspekt dieser Wirtschaftsform unterstreicht.

Das Phänomen der Sharing Economy ist allerdings kein neues: Haben Sie schon mal einen Waschsalon besucht? Versteckt sich noch immer ein alter Videotheksausweis in Ihrem Portemonnaie? Das Prinzip dahinter ist das gleiche — doch mit der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung werden Leih- und Tauschsysteme für Unternehmen wie Konsumenten leichter zugänglich und schneller vermittelbar gemacht. Die Basis aller Systeme der digitalen Sharing Economy ist Vertrauen. Ohne Vertrauen würde gerade in Modellen, wo der Austausch der Waren zwischen zwei Privatpersonen bzw. Internetnutzern, die einander unbekannt sind, nicht funktionieren.

In welchen Formen sieht man die Sharing Economy?

Die Branchen, in denen die Sharing Economy ihre Blüten zeigt, sind so zahlreich wie divers: Von Mitfahrzentralen, Streamingdiensten und Partnervermittlungen über Wohnungs- und Kleidertauschbörsen bis hin zu Plattformen für Foodsharing kann das Modell des Teilens in sämtlichen Bereichen gefunden werden.

Die Sharing-Modelle lassen sich dabei in zwei Kategorien aufteilen: Zum einen gibt es das Full-Mesh-System, bei dem von einem zentralen Anbieter, der die Ware, zum Beispiel das Elektroauto, für Endverbraucher*innen zur Verfügung stellt. Dem gegenüber steht das Own-to-Mesh-Modell, in dem horizontal zwischen Nutzer und Nutzer vermittelt wird. Der Anbieter des Sharing-Systems stellt dabei nur die Plattform, zum Beispiel als Website oder App, zur Verfügung — agiert also lediglich als Vermittler (wie zum Beispiel die Plattform für gebrauchte Kleidung Kleiderkreisel oder die App Too Good To Go).

Was bedeutet das für den eCommerce?

Für viele Konsumentinnen und Online-Käufer ist das Tauschgeschäft mittlerweile bereits zum täglichen Begleiter geworden — so haben zum Beispiel 2019 über eine Million Deutsche bereits einen Carsharing-Dienst genutzt*. Gerade jüngere Fahrerinnen und Fahrer tauschen sogar den Besitz eines eigenen Autos gegen die regelmäßige Nutzung eines Carsharing-Dienstes.

Zahlreiche Unternehmen haben sich diese Entwicklung bereits zu Nutzen gemacht. In den letzten Jahren etablieren sich immer mehr Sharing-, Streaming- und Tauschanbieter am Markt. Doch was kann das für Ihr Online-Geschäft bedeuten?

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Auch etablierte Online-Shops springen auf den Zug mit auf. So hat zum Beispiel Zalando zusätzlich zum klassischen Webshop mit Zalando Wardrobe eine Plattform geschaffen, über die Nutzer ihre getragene Kleidung an andere Nutzer verkaufen können. Quasi: Bei Zalando gekauft, getragen und über Zalando weiterverkauft. Der Full-Service-Gedanke ist für Nutzerinnen und Nutzer bequem und kann positive Streueffekte auf Ihre Brand haben.

Vielleicht ist eine ähnliche Erweiterung ja auch für Ihr Business denkbar? Sie haben Geräte wie Bohrmaschinen oder Akkuschrauber in Ihrem Sortiment? Bieten Sie diese doch auch zum Mieten statt zum Kauf an. So können Sie Ihre Zielgruppe um Gelegenheits-Handwerkerinnen und -Bastler erweitern. Sie haben ein Fachgeschäft für Aquaristik, Golfsport oder Aquarellfarben? Schaffen Sie ein Forum für Enthusiasten Ihres Fachgebiets, über das sie sich austauschen und Erfahrungen teilen können. Die Assoziation mit Ihrer Marke wird die Chance erhöhen, dass die nächste Anschaffung über Ihren Online-Shop getätigt wird.

Was denken andere? Lassen Sie Ihre Kunden sprechen.

Was andere gut finden, das möchte ich auch haben” — der sogenannte Social Proof ist in Zeiten der Sharing Economy ein essenzieller Treiber des eCommerce. Der kollaborative Konsum ermöglicht mehr Nutzer*innen, Produkte zu nutzen und auszuprobieren. Für potenzielle Neukundinnen und -kunden sind die gesammelten Erfahrungsberichte ein wertvolles Puzzlestück im Entscheidungsprozess — sofern sie echt und vertrauenswürdig sind. Sammeln Sie deshalb echte Shop- und Produktbewertungen und zeigen Sie diese präsent in Ihrem Online-Shop an. Kundenfeedback ist der effektivste Conversiontreiber und Content-Generator in der Sharing Economy.

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Mein Haus. Mein Garten.” war gestern: Nutzen statt besitzen

In Zeiten, in denen alles zu jeder Zeit verfüg- und abrufbar ist, ist es vielen Nutzerinnen und Nutzern nicht mehr wichtig, eine Ware zu besitzen, um mit ihr zufrieden zu sein. Einstige Statussymbole wie das Auto wandern mehr oder mehr von der eigenen Garage auf das Smartphone in der Hosentasche — gerade von jüngeren Nutzern und in städtischen Gebieten. Immer mehr Nutzer*innen achten zudem auf Nachhaltigkeit und legen weniger Wert darauf, neue Produkte zu konsumieren. Gebrauchte Waren erfreuen sich daher immer größerer Beliebtheit. So können Sie vielleicht auch beschädigte oder bereits genutzte Waren in Ihr Sortiment aufnehmen — sofern Sie etwaige Mängel und Gebrauchsspuren in einer transparenten Produktbeschreibung kommunizieren.

Setzen Sie auf mobile (App-) Nutzung.

Mit voranschreitender Technologie und Vernetzung steht die Nutzung von Smartphones und anderen smarten Geräten immer mehr im Mittelpunkt der Online-Shoppings. Doch auch die Entwicklungen der Sharing Economy haben das Nutzerverhalten maßgeblich beeinflusst: Gerade Apps, die darauf ausgerichtet sind, Nutzerinnen und Nutzer innerhalb weniger Sekunden zum nächsten Auto oder Fahrrad zu leiten, erhöhen die allgemeine Erwartungshaltung Ihrer Kunden. Das Angebot einer schnellen und intuitiven App kann somit zu einem wichtigen Werkzeug für die Zufriedenheit Ihrer Kundinnen und Kunden werden.

Agieren Sie nachhaltig und umweltbewusst.

Durch den Klimawandel wird das Bewusstsein für ein nachhaltiges Handeln immer größer und wichtiger. Der Erfolg und die Omnipräsenz der Sharing Economy zeigt, dass Umweltbewusstsein auch für digitale Shopper ein wichtiges Thema ist. Eine Studie zeigt: 60 Prozent aller deutschen Online-Käuferinnen und -Käufer legt Wert auf nachhaltiges Online-Shopping. Nutzen Sie diese Entwicklung für Ihren Online-Shop und suchen Sie nach Optimierungspotenzial in Sachen Nachhaltigkeit. Ob die Nutzung erneuerbarer Energien wie Ökostrom, Retourenvermeidung durch detailliertere Produktbeschreibungen oder umweltfreundliche Verpackungsmöglichkeiten — jeder kleine Schritt kann zugleich der Natur, aber auch Ihrer Brand helfen.

Retouren senken: So geht's

Mehr spannende Beiträge aus unserer Reihe #digitaltrust finden Sie auf unserem Blog.

* Quelle: IfD Allensbach, Juli 2019

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