Die Sprachassistenten großer Konzerne wie Google, Apple oder Amazon werden als nützliche Technikspielzeuge beworben, die Ihnen den Alltag erleichtern. Doch laden Sie sich damit nicht Datensammler in Ihr Wohnzimmer ein?

Sprachassistenten wie Siri kennen Sie sicher schon von Ihrem Smartphone. Sie bieten eine bequeme Möglichkeit, um schnell etwas herauszufinden, ohne selber zu googeln oder können Anrufe für Sie tätigen. Relativ neu ist jedoch, dass Sie die Geräte zu Hause in Form eines Lautsprechers nutzen können. Welche Funktionen die intelligenten Lautsprecher haben und was man bei der Nutzung beachten sollte, erfahren Sie hier!

Was können die digitalen Assistenten? 

Wie der Name schon sagt, erlauben Ihnen Sprachassistenten Informationen abzurufen, ohne Ihr Handy in die Hand zu nehmen oder eine Suchmaschine am Computer aufzurufen. Mit kurzen Befehlen wie „Alexa, wie wird das Wetter?“ oder „OK Google, schreibe eine Mail an … “ ertönt eine Stimme und gibt Ihnen Auskunft oder verfasst für Sie eine Nachricht. Sie organisiert auch Ihren Kalender oder spielt gewünschte Musik ab. Mit dem Sprachbefehl „Alexa, was gibt es Neues?“ können Sie sich auch Nachrichten anhören. Mittlerweile bieten sogar Banken wie Comdirect ihren Kunden an, Überweisungen per Sprachbefehl durchzuführen. Natürlich ist Amazons Alexa auch zum Online-Shopping ausgerichtet und Googles Assistant kann Ihr Licht oder die Heizung in Ihrem „Smart Home“ anschalten, sofern Sie denn vernetzte Geräte in Ihrer Wohnung besitzen.

Was wird an Sprachassistenten kritisiert?

Was nach einem reinen Komfortgewinn klingt, lässt leider viele Unklarheiten beim Thema Privatsphäre entstehen. Zu Recht stellt sich die Frage: Kann man diese Technologien sorglos nutzen, obwohl zu den Geschäftsmodellen der Firmen auch das Sammeln von Nutzerdaten gehört?

Sprachassistenten im Test

Diktieren Sie zum Beispiel E-Mails, dann geben Sie einen Einblick darüber, mit wem Sie sich zu welchen Themen austauschen. Wenn Sie über das Echo Ihr Lieblingsalbum abrufen, merkt sich Amazon Ihren Musik­geschmack. Die Stiftung Warentest weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass diese Daten gesammelt werden. Demnach gilt: Je intensiver Sie die Angebote nutzen, desto mehr Daten produzieren Sie. Hinzu kommt, dass alle Sprachaufzeichnungen nicht lokal auf den Geräten bleiben, sondern zur Auswertung auf Servern der Anbieter landen und auch für Werbezwecke verwendet werden könnten. Die Daten­schutz­erklärungen der Anbieter sind zudem leider oft unklar formuliert.

Sprachdaten werden auch unbeabsichtigt an Anbieter gesendet

Sprachassistent Google Assistant

Der Google Home Sprachassistent.

Die Verbraucherzentrale hat bei ihren Tests außerdem herausgefunden, dass die eingebauten Mikrofone auch unbeabsichtigt Alltagsunterhaltungen aufzeichnen und an die Anbieter übertragen. Dahinter steckt das Problem, dass sie auch ähnlich klingende Wörter als Kommando verstehen und sich aktivieren. Der Google Assistant soll nicht nur auf „Ok Google“, sondern auch auf „Ok Kuchen“ und „Ok Du“ hören. Alexa reagiert auch auf „Alexandra“ oder „Gecko“ für „Echo“. Was hier leicht kurios und witzig klingt, sollte Ihnen als Nutzer im Umgang aber bewusst sein.

Wie kann ich Sprachassistenten sicherer nutzen?

Möchten Sie genau wissen, wann eine Aufnahme läuft, dann haben Sie zwei einfache Möglichkeiten:

Sie schalten in den App-Einstellungen ein, dass immer ein Ton erklingt, wenn der Sprachservice eine Aufzeichnung beginnt und wenn er diese beendet.

Sie deaktivieren den Assistenten, indem Sie die Mikrofontaste am Lautsprecher betätigen. Das macht dann Sinn, wenn Sie wissen, dass Sie ihn in diesem Zeitraum nicht benötigen.

Zudem sollten Sie auf die Persönlichkeitsrechte von Besuchern in Ihrem Zuhause achten und sie über den digitalen Sprachassistenten informieren, wenn dieser eingeschaltet ist.

Fazit

Die Sprach­steuerung könnte in Zukunft beeinflussen, wie Sie Ihren digitalen Alltag gestalten. Jetzt schon können sie sich individuell an ihren Besitzer anpassen, aus den Anfragen lernen und entsprechend handeln. Als Nutzer müssen Sie aber selber entscheiden, ob die Vorteile überwiegen oder Ihr Misstrauen zu groß ist.