Unseriös, Abzocke, Lügen und Respektlosigkeit
Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte leiten Sie diese Nachricht an die Geschäftsführung oder eine tatsächlich entscheidungsbefugte Beschwerdeleitung weiter und nennen Sie mir außerdem den Namen sowie eine direkte Kontaktmöglichkeit der zuständigen Person. Nach dem bisherigen Verlauf möchte ich nicht weiter mit Mitarbeitenden kommunizieren, deren konkrete Aussagen später als unverbindliche „Erwartung“ dargestellt werden, deren Zeitangaben einer einfachen Kalenderrechnung nicht standhalten und deren Lösungen pünktlich dann verschwinden, wenn sie für Swappie Kosten oder Aufwand verursachen könnten.
Ich habe am 1. März 2026 bei Swappie ein iPhone 12 mini im Zustand „Premium“ mit „neuem Akku“ für 184,99 € gekauft. Geliefert wurde ein Gerät, das sich trotz vollständiger Ladung innerhalb weniger Stunden entlädt. Nach einer Überprüfung bei MediaMarkt wurde mir für den angeblich neuen Akku eine Kapazität von lediglich 1.013 mAh genannt. Es kann durchaus sein, dass es sich technisch gesehen um einen neuen Akku handelt. Allerdings ist ein neuer Akku mit weniger als der halben üblichen Nennkapazität eines iPhone 12 mini von 2.227 mAh eine interessante Interpretation von „neu“. Wer ein iPhone 12 mini mit einem neuen Akku kauft, erwartet normalerweise keinen Akku, der zwar möglicherweise fabrikneu ist, leistungsmäßig aber offenbar eher zu einem deutlich günstigeren Gerät passt. Das zeigt ein bemerkenswert kreatives Verständnis davon, was Swappie unter „Premium“ und einem „neuen Akku“ versteht. Wer ein alltagstaugliches Smartphone erwartet, sollte bei Swappie offenbar nicht nur nachfragen, ob der Akku neu ist, sondern vorsichtshalber auch, ob seine Kapazität der Originalkapazität eines iPhone 12 mini im Neuzustand entspricht.
Ich habe den Mangel innerhalb der Rückgabefrist gemeldet und ein Ticket eröffnet. Danach erhielt ich über längere Zeit keine praktikable Lösung und musste zusätzlich WhatsApp nutzen, um überhaupt weiterzukommen. Swappie bestätigte später selbst, dass ich Anspruch auf ein Premium-Gerät mit neuem Akku habe, das nicht nach wenigen Stunden ausgehen sollte, und dass Swappie die volle Verantwortung für diesen Defekt übernehme. Man sollte meinen, dass damit der schwierige Teil erledigt wäre: Es liegt ein mangelhafter Artikel vor, der Verkäufer erkennt den Mangel an und löst ihn. Bei Swappie war das offenbar erst der Beginn eines bemerkenswert komplizierten Vorgangs.
Im WhatsApp-Chat vom 13. April 2026 bestätigte Antonio von Swappie zunächst, dass kein Gerät mit denselben Merkmalen wie mein aktuelles Telefon verfügbar sei. Anschließend schlug Antonio im Namen von Swappie konkret vor, ich solle die Website beobachten und bei erneuter Verfügbarkeit ein neues Gerät kaufen. Nach Erhalt des neuen Telefons könne die Rückgabe meines aktuellen Telefons gegen eine vollständige Rückerstattung arrangiert werden. Ich stimmte diesem Vorschlag zu. Das war keine unverbindliche Anregung, kein netter Gedanke und keine von mir später frei erfundene „Erwartung“. Es war ein klar vorgeschlagener Ablauf: passendes neues Gerät kaufen, Daten übertragen, das mangelhafte Gerät zurückgeben und eine vollständige Erstattung erhalten. Genau deshalb war ich bereit, auf die erneute Verfügbarkeit zu warten.
Als später wieder iPhone-12-mini-Geräte verfügbar waren, war nach meiner Feststellung kein für mich gleichwertiges Gerät mit denselben Merkmalen zu meinem ursprünglich gezahlten Preis erhältlich. Ich sollte also für die Umsetzung der von Swappie selbst vorgeschlagenen Lösung möglicherweise zusätzlich Geld ausgeben, obwohl der gesamte Vorgang nur notwendig wurde, weil ich ein angebliches Premium-Gerät mit einem nicht alltagstauglichen Akku erhalten hatte. Das ist eine interessante Form der Fehlerbehebung: Der Kunde zahlt mehr, investiert zusätzlich kostbare Zeit und übernimmt erneut das Risiko, diesmal keinen Elektroschrott zu erhalten, sondern endlich ein iPhone 12 mini in dem Premium-Zustand mit neuem Akku, für den er bereits beim ersten Kauf bezahlt hat.
Dabei ist ein Smartphone kein Toaster, auf den man im heutigen Alltag problemlos Tage oder Wochen verzichten kann. Ich bin auf das Gerät beruflich und privat angewiesen, insbesondere für Mehrfaktor-Authentifizierung per SMS oder App, Banking, Kommunikation und alltägliche digitale Dienste. Die von Swappie angebotene Garantieabwicklung verlangt jedoch, dass ich mein einziges Smartphone zunächst einsende, auf Eingang und Prüfung warte und erst danach gegebenenfalls Ersatz erhalte. Das bedeutet Ausfallzeit und zusätzlichen Aufwand wegen eines Mangels, den Swappie selbst anerkannt hat.
Besonders aufschlussreich ist, dass Swappie einen Vorabaustausch in meinem Fall als angeblich unmöglich darstellt. Gleichzeitig erklärt Swappie, dass Kunden mit aktivem Swappie-Care-Abonnement ein Ersatzgerät vor Rücksendung des alten Geräts erhalten können. Der Vorabaustausch ist technisch und organisatorisch also keineswegs unmöglich. Er ist lediglich für Kunden ohne zusätzliches Abonnement nicht vorgesehen, selbst dann nicht, wenn bereits ein angebliches Premium-Gerät mit neuem Akku bezahlt wurde und dieses mangelhaft geliefert wurde.
Swappie erklärte am 5. August 2026 selbst, die frühere WhatsApp-Vereinbarung intern erneut zu prüfen. Dabei wurde der damalige Ablauf ausdrücklich benannt: zunächst ein neues Gerät bestellen und das aktuelle Telefon anschließend gegen vollständige Rückerstattung zurücksenden. Am 8. August 2026 bestätigt Martin dann erneut, dass diese Möglichkeit damals angeboten worden war, lehnt ihre Umsetzung aber nun ab.
Die Begründung mit den angeblich „fast sechs Monaten“ verdient eine eigene Würdigung. Die dokumentierte WhatsApp-Vereinbarung stammt vom 13. April 2026, Martins Absage vom 8. August 2026. Nach jedem üblichen Kalender liegen dazwischen knapp vier Monate. Bei Swappie werden daraus offenbar „fast sechs Monate“ – eine beeindruckend großzügige Zeitrechnung, die praktischerweise genau dann zur Anwendung kommt, wenn eine zuvor im Namen des Unternehmens angebotene vollständige Erstattung nicht mehr umgesetzt werden soll. Vielleicht gelten bei Swappie nicht nur für Akkukapazitäten besondere Maßstäbe, sondern auch für Monate: 1.013 mAh werden offenbar als „neuer Akku“ verstanden, und knapp vier Monate als „fast sechs“. Für den Kunden ist das durchaus lehrreich, jedenfalls dann, wenn er lernen möchte, wie flexibel Produktbeschreibungen, Zusagen und Kalenderdaten ausgelegt werden können.
Der gesamte Ablauf erweckt bei mir den Eindruck, dass ich über E-Mail und WhatsApp so lange vertröstet wurde, bis die Rückgabe- beziehungsweise Erstattungsfrist aus Sicht von Swappie abgelaufen war. Danach wurde genau die ursprünglich angebotene Lösung unter Verweis auf die verstrichene Zeit nicht mehr umgesetzt. Das Ergebnis ist für Swappie ausgesprochen praktisch: Zuerst wird eine vollständige Rückerstattung als Lösung angeboten, danach wird kommuniziert, geprüft, auf Verfügbarkeit verwiesen und abgewartet. Am Ende soll genau diese angebotene Lösung wegen der inzwischen verstrichenen Zeit nicht mehr gelten. Das ist kein kundenorientierter Umgang mit einem Mangel, sondern wirkt wie eine bemerkenswert effiziente Methode, den Aufwand und die Folgen eines Fehlers auf den Kunden zu verlagern.
Antonio hat die vorgeschlagene Lösung ausdrücklich im Namen von Swappie angeboten. Unabhängig davon, ob er intern dazu berechtigt war oder nicht, muss Swappie für diese Zusage einstehen. Als Kunde durfte und musste ich darauf vertrauen, dass Vereinbarungen, die über offizielle Kommunikationskanäle von Swappie getroffen werden, verbindlich sind. Es kann nicht sein, dass ich nach einer konkreten Zusage nun deutliche Mehrkosten, Ausfallzeiten und zusätzlichen organisatorischen Aufwand tragen soll. Sollte Antonio tatsächlich nicht befugt gewesen sein, eine entsprechende Vereinbarung zu treffen, ist dies eine interne Angelegenheit von Swappie. In diesem Fall sollte Swappie die Vorgänge personalrechtlich prüfen und disziplinarische Maßnahmen ergreifen. Interne Zuständigkeits-, Abstimmungs- oder Befugnisfragen dürfen jedoch keinesfalls auf dem Rücken des Kunden ausgetragen werden. Ich erwarte keinen Gefallen von Swappie. Ich erwarte lediglich, dass Swappie für ein mangelhaft geliefertes Premium-Gerät sowie für die in seinem Auftrag getroffenen Vereinbarungen einsteht.
Ich fordere daher innerhalb von sieben Kalendertagen die Benennung der zuständigen Geschäftsführung oder Beschwerdeleitung samt direkter Kontaktmöglichkeit, eine verbindliche Entscheidung darüber, ob Swappie die am 13. April 2026 vorgeschlagene Lösung mit Neukauf eines passenden Ersatzgeräts und anschließender vollständiger Rückerstattung umsetzt, sowie andernfalls eine konkrete schriftliche Erklärung, weshalb eine im Namen von Swappie angebotene Lösung später nicht mehr gelten soll, obwohl die Verzögerung und die fehlende gleichwertige Verfügbarkeit nicht von mir verursacht wurden. Außerdem erwarte ich eine schriftliche Stellungnahme dazu, warum ein Vorabaustausch für Swappie-Care-Kunden möglich ist, für einen Kunden mit einem anerkannt mangelhaften Premium-Gerät jedoch nicht, und wie aus dem Zeitraum vom 13. April 2026 bis zum 8. August 2026 „fast sechs Monate“ werden.
Bis zu einer belastbaren Antwort bleibt bei mir der Eindruck zurück, dass Swappie aus einem klaren Akkumangel, der unkompliziert hätte gelöst werden können, durch widersprüchliche Kommunikation, nachträgliche Umdeutung und die Verlagerung der Nachteile auf den Kunden ein erhebliches Vertrauensproblem verursacht hat.