Schlimmer geht es nicht!
Am 03.12.2025 haben wir bei Vattenfallein Angebot angefragt und tatsächlich ein auf den ersten Blick faires Angebot erhalten:
* Treuebonus: 154 €
* Sofortbonus: 105 €
* Grundpreis: 22,90 € / Monat
* Verbrauchspreis: 27,50 Cent / kWh
Soweit, so gut.
Nur 5 Tage später, am 08.12.2025, schickt uns Vattenfall dann – unter anderer Vertragskontonummer und völlig unaufgefordert – ein „neues“ Angebot. Grund- und Verbrauchspreis sind identisch, aber zufällig ist der Bonus plötzlich um knapp 200 € niedriger:
* Treuebonus: 58 €
* Sofortbonus: 10 €
Die Frage drängt sich auf:
Warum wird einem Kunden, der ein gutes Angebot erhalten hat, kommentarlos ein deutlich schlechteres hinterhergeschickt – mit neuer Vertragsnummer und ansonsten möglichst unauffälligen Änderungen?
Wir haben das zum Glück bemerkt und dem „neuen“ Vertrag am 08.12.2025nachweislich widersprochen. Der Eingang des Widerspruchs wurde bestätigt. Fall erledigt – dachten wir.
Dann, knapp drei Monate später, am 03.03.2026 um 02:27 Uhr (nachts!) flattert plötzlich eine Vertragsbestätigung per E-Mail ins Postfach. Zur Erinnerung:
Wir hatten der Auftragsbestätigung bereits am 08.12.2025 widersprochen.
In dieser Vertragsbestätigung steht wörtlich:
„Mit der Vertragsbestätigung beginnt dann Ihr 14-tägiges gesetzliches Widerrufsrecht, das heißt Sie können den Stromliefervertrag mit uns auch innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss noch ohne Angabe von Gründen widerrufen.“
Sehr verständlich, sehr deutlich – dachten wir.
Also haben wir es „einfach gehalten“ und am gleichen Tag, dem 03.03.2026, erneut fristgerecht widerrufen.
Die Antwort von Vattenfall:
„Entsprechend unserer Widerrufsbelehrung, die Sie bei Auftragserteilung von uns erhalten haben, können Sie Ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen widerrufen. Diese Frist beginnt nach Erhalt der Widerrufsbelehrung in Textform bzw. mit Vertragsschluss. Ihr Widerruf erfolgte jedoch nach Ablauf dieser Frist, so dass er keine Rechtswirkung entfaltet.“
Zusammengefasst:
Vattenfall schreibt selbst, dass mit der Vertragsbestätigung das 14-tägige Widerrufsrecht beginnt, wir widerrufen am selben Tag, und dennoch behauptet man, die Frist sei abgelaufen. Eine interessante Auslegung von Zeit und Recht – allerdings nicht unsere.
Wichtiger Punkt:
Wir haben Vattenfall zu keiner Zeit einen Auftrag zur Stromlieferung erteilt.
Dennoch folgt ein wochenlanges Spiel des „Vertröstens“:
* „Wir wollen Ihre Zufriedenheit“ – seit über zwei Wochen hören wir praktisch nur Beruhigungsfloskeln.
* Der Netzbetreiber ist inzwischen informiert – und wird offenbar genauso ignoriert.
* Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale wurden eingeschaltet – und nicht nur die.
Dann der nächste Höhepunkt:
Vattenfall entschuldigt sich schließlich und erklärt, den Widerspruch anzuerkennen. Man könnte meinen, die Sache sei nun endlich geklärt.
Kurz darauf folgt jedoch eine weitere E-Mail, in der plötzlich mit einer Abrechnung von nie geliefertem Stromgedroht wird.
Kurz gesagt:
* Erst ein gutes Angebot
* dann heimlich ein deutlich schlechteres mit neuer Vertragsnummer
* dann Ignorieren eines bestätigten Widerspruchs
* dann eine Vertragsbestätigung mitten in der Nacht
* dann die Behauptung, ein fristgerechter Widerruf sei zu spät
* dann eine Entschuldigung
* und zum Schluss die Androhung, nicht gelieferte Energieabzurechnen.
Die Unannehmlichkeiten, für die sich Vattenfall „entschuldigt“, werden mit jeder neuen Mail größer. Wir werden daher alle für uns notwendigen Schritte einleiten – und können jedem nur empfehlen, sämtliche Schreiben von Vattenfall sehr genau zu prüfen und nichts ungeprüft durchgehen zu lassen.