Du hast online ein Produkt gekauft und es gefällt dir nicht? Eigentlich kein Problem, weil du bei Online-Bestellungen ein 14-tägiges Widerrufsrecht hast. Doch das gilt unter anderem nicht, wenn es sich um ein individuell angefertigtes Produkte handelt. Wir haben eine Übersicht mit Waren erstellt, bei denen das Widerrufsrecht NICHT gilt.

Beim Online-Shopping hast du grundsätzlich das Widerrufsrecht, von dem du binnen 14 Tagen ab Lieferung der Ware Gebrauch machen kannst. So können Waren, die nicht deinen Vorstellungen entsprechen zum Händler zurückgesendet werden. Aber es gibt einige Artikel, die vom Widerruf ausgeschlossen sind. Achte also vor dem Kauf eines Produkts, ob es womöglich zu einem der folgenden Waren zählen könnte und informiere dich auf der Seite des Händlers, ob das Produkt vom Widerruf ausgeschlossen ist.

Bei diesen Produkten gilt kein Widerrufsrecht

Ein Widerrufsrecht besteht u.a. nicht bei Fernabsatzverträgen (das sind Kaufverträge, die ausschließlich unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln wie Telefon oder Online abgeschlossen wurden) für:

  1. Waren, die nicht vorgefertigt sind und für deren Herstellung eine individuelle Auswahl oder Bestimmung durch den Verbraucher maßgeblich ist oder die eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des Verbrauchers zugeschnitten sind. Zum Beispiel Maßanzüge oder eine auf deine Anforderungen hin zugeschnittene Küchenarbeitsplatte.
  2. Waren, die schnell verderben können oder deren Verfallsdatum schnell überschritten würde: Zum Beispiel frischer Fisch oder frisches Fleisch.
  3. Versiegelte Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn ihre Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde: Zum Beispiel Erotikspielzeug.
  4. Waren, wenn diese nach der Lieferung auf Grund ihrer Beschaffenheit untrennbar mit anderen Gütern vermischt wurden.
  5. Alkoholische Getränke, deren Preis bei Vertragsschluss vereinbart wurde, die aber frühestens 30 Tage nach Vertragsschluss geliefert werden können und deren aktueller Wert von Schwankungen auf dem Markt abhängt, auf die der Unternehmer keinen Einfluss hat,
  6. Ton- oder Videoaufnahmen oder Computersoftware in einer versiegelten Packung, wenn die Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde,
  7. Zeitungen, Zeitschriften oder Illustrierten mit Ausnahme von Abonnement-Verträgen,
  8. Waren oder Dienstleistungen, einschließlich Finanzdienstleistungen, deren Preis von Schwankungen auf dem Finanzmarkt abhängt, auf die der Unternehmer keinen Einfluss hat und die innerhalb der Widerrufsfrist auf treten können, insbesondere Dienstleistungen im Zusammenhang mit Aktien, mit Anteilen an offenen Investmentvermögen im  Sinne von § 1 Absatz 4 des Kapitalanlagegesetzbuchs und mit anderen handelbaren Wertpapieren, Devisen, Derivaten oder Geldmarktinstrumenten.
  9. Grundsätzlich Verträge zur Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Beherbergung zu anderen Zwecken als zu Wohnzwecken, Beförderung von Waren, Kraftfahrzeugvermietung, Lieferung von Speisen und Getränken sowie zur Erbringung weiterer Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen, wenn der Vertrag für die Erbringung einen spezifischen Termin oder Zeitraum vorsieht.
  10. Verträge, die im Rahmen einer Vermarktungsform geschlossen werden, bei der der Unternehmer Verbrauchern, die persönlich anwesend sind oder denen diese Möglichkeit gewährt wird, Waren oder Dienstleistungen anbietet, und zwar in einem vom Versteigerer durchgeführten, auf konkurrierenden Geboten basierenden transparenten Verfahren, bei dem der Bieter, der den Zuschlag erhalten hat, zum Erwerb der Waren oder Dienstleistungen verpflichtet ist (öffentlich zugängliche Versteigerung),
  11. Verträge, bei denen der Verbraucher den Unternehmer ausdrücklich aufgefordert hat, ihn aufzusuchen, um dringende Reparatur- oder Instandhaltungsarbeiten vorzunehmen; dies gilt nicht hinsichtlich weiterer bei dem Besuch erbrachter Dienstleistungen, die der Verbraucher nicht ausdrücklich verlangt hat, oder hinsichtlich solcher bei dem Besuch gelieferter Waren, die bei der Instandhaltung oder Reparatur nicht unbedingt als Ersatzteile benötigt werden,
  12. Verträge zur Erbringung von Wett-und Lotteriedienstleistungen, es sei denn, dass der Verbraucher seine Vertragserklärung telefonisch abgegeben hat oder der Vertrag außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurde,
  13. Notariell beurkundete Verträge; dies gilt für Fernabsatzverträge über Finanzdienstleistungen nur, wenn der Notar bestätigt, dass die Rechte des Verbrauchers aus § 312d Absatz 2 gewahrt sind.

Fazit zum Widerruf

Diese Aufzählung kann von Händlern nicht beliebig erweitert werden. Allerdings sind die genannten Ausnahmen aber nicht immer eindeutig. Du solltest also vor dem Kauf auf jeden Fall darauf achten, ob der Händler spezielle Angaben zum Widerruf gemacht hat. Solltest du dir nicht sicher sein, frag am besten direkt beim Händler oder dem Service-Team des Online-Shops nach.