Gastbestellung oder Kundenkonto: was ist sicherer?
Gastbestellung oder Kundenkonto? Der Beitrag zeigt Vorteile, Nachteile und Sicherheitsaspekte und wann welche Option sinnvoll ist.
Seit der Corona-Pandemie ist die Zahl der Onlineeinkäufe stark gestiegen. Etwa 40 Prozent mehr Pakete werden täglich ausgeliefert – die Weihnachtsfeiertage sowie das digitale Geschenke-Shopping unmittelbar davor noch nicht einmal mitgezählt. Wenn du am Tag der Lieferung nicht zu Hause bist, hast du die Möglichkeit, eine Abstellgenehmigung für deinen Wunschort zu erteilen. Doch wie sieht es hier mit deinen Rechten und dem Risiko aus?
Eine Abstellgenehmigung – häufig auch Garagenvertrag genannt – ist eine Vereinbarung zwischen dir und dem Zustelldienst. Du erlaubst dem Unternehmen damit, dein Paket an einem vorher festgelegten Ort abzustellen, ohne dass du es persönlich entgegennehmen musst. Solche Ablageorte können zum Beispiel eine Garage oder ein Gartenhaus sein, aber auch ein Hausflur, eine bestimmte Hausecke, eine Einfahrt oder ein Durchgang. Wichtig ist, dass dieser Ort eindeutig benannt und für die Zustellerinnen und Zusteller gut auffindbar ist.
Grundsätzlich kannst du zwischen zwei Arten von Abstellgenehmigungen unterscheiden: - eine einmalige Genehmigung, die nur für ein bestimmtes Paket gilt - eine generelle bzw. dauerhafte Genehmigung, die bis auf Widerruf gültig ist – allerdings immer nur für den jeweils ausgewählten Paketdienst.
Wenn du einen Garagenvertrag nutzen möchtest, schließt du diese Vereinbarung immer separat mit jedem Zustelldienst ab. Beachte dabei, dass die Haftungsregelungen je nach Paketdienst unterschiedlich sind: Wer also haftet, wenn ein Paket nicht wie vereinbart am Wunsch-Ablageort liegt, ist nicht einheitlich geregelt.
Wichtig: Für bestimmte Sendungsarten können in der Regel keine Abstellgenehmigungen erteilt werden. Dazu zählen meist Nachnahmesendungen, IdentService-Sendungen sowie Apothekensendungen.
Deinen Wunsch-Ablageort kannst du bei allen größeren Paketdiensten einrichten – die Bezeichnungen dafür variieren etwas. Hier ein Übersicht:
Bei DHL kannst du über die Funktion der Wunschzustellung unter anderem deinen Ablageort – einmalig oder dauerhaft – verwalten. Dieser sollte sich auf deinem Grundstück befinden, sicher und trocken sein. Neben dir können vier weitere Personen diesen Ablageort verwenden.
Bei Hermes kannst du einen dauerhaften Wunsch-Ablageort bestimmen – dieser gilt dann für jede Sendung. Die Einrichtung funktioniert im Gegensatz zum DHL-Service nicht ausschließlich digital. Das Formular musst du herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und einsenden. Als geeignet werden Garagen, Gartenhäuser oder überdachte Terrassen angegeben. Wichtig: Der Ort sollte trocken, frei zugänglich, aber möglichst nicht einsehbar sein. Über die Funktion der Wunschzustellung kannst du einmalig Ablageort, Zustellzeitpunkt und/oder Wunschnachbar*innen bestimmen. Hierfür benötigst du kein Kundenkonto, sondern lediglich die Sendungsnummer.

Der Service „UPS My Choice” ermöglicht es dir, einen Wunsch-Ablageort zu bestimmen sowie deine Sendungen umleiten zu lassen. Hier benötigst du wie bei DHL einen Kunden-LogIn.
Beim Paketdienst DPD kannst du dich über den Service myDPD registrieren und hast dann pro Sendung vier Möglichkeiten: Über die Funktion der Paketverfolgung kannst du das sogenannte Abstell-Okay geben. Oder u leitest das Paket an eine*n Nachbar*in oder in deinen Wunsch-Paketshop um oder änderst den Tag der Zustellung.
Der Zustelldienst GLS besteht, ähnlich wie Hermes, auf ein Formular, das ausgefüllt und unterschrieben vorliegen muss. Du kannst eine einmalige Abstellerlaubnis erteilen oder gleich dauerhaft deine Abstellgenehmigung einreichen.
Wenn du bei Amazon eine Bestellung tätigst, findest du im letzten Fenster des Bestellvorgangs unter Deiner Lieferadresse (Punkt 1) am oberen Ende der abgebildeten Seite die Schaltfläche „Lieferanweisungen hinzufügen“. Mit einem Klick darauf kannst du dein Paket an deinen Wunschort liefern lassen. Soll das Paket beispielsweise in der Nachbarschaft abgegeben werden, musst du die zugehörige Adresse angeben und die Nachbarin bzw. den Nachbarn über die Weitergabe der Daten informieren. Ist das nicht möglich, kannst du auch einen Ablageort für deine Sendungen auf deinem Grundstück festlegen. Amazon hält dazu eine Liste mit Auswahlmöglichkeiten für dich bereit. Die sicherste Variante, um dein Paket zu erhalten, wenn du nicht da bist, ist die Lieferung an eine Abholstation. Dort kannst du das Paket dann mit einem Code abholen.
Was passiert, wenn dein Paket nicht am Wunsch-Ablageort liegt – wer haftet dann? Rechtlich gesehen haftet der Shop, bei dem du bestellt hast, bis das Paket und der Inhalt dich unbeschadet erreicht hat. Erteilst du DHL, Hermes & Co. eine Abstellgenehmigung, reicht diese Haftung nur bis zum Abstellort. Wähle diesen Abstellort deshalb mit Bedacht aus: er sollte zwar frei zugänglich für Paketbotinnen und -boten sein. Aber auch vor neugierigen Blicken und Langfingern geschützt sein.
Übrigens: Wurde ein Paket fälschlicherweise bei der Nachbarin oder dem Nachbarn abgegeben oder ohne Genehmigung woanders abgegeben, greift der Trusted Shops Käuferschutz. Sollte die Sendungsverfolgung im Sande verlaufen, hilft dir unser Team aus dem Kundenservice gerne weiter.
Mehr dazu, was die Paketverteilenden dürfen, findest du in diesem Artikel. Wo deine Lieferung gerade ist, erfährst du über die Sendungsverfolgung bei den unterschiedlichen Paketzustelldiensten.
Bevor es Probleme mit Paketen gibt, die am Ablageort nicht auftauchen oder verschwinden, wählst du am besten lieber folgende Möglichkeiten:
Du siehst: Dein Paket an einem Wunsch-Ablageort abstellen zu lassen, birgt die Gefahr, dass du leer ausgehst. Willst du sichergehen, dass ein Paket ordnungsgemäß bei dir ankommt, solltest du eine der Ausweichmöglichkeiten wählen, anstatt eine Abstellgenehmigung zu erstellen.
16.12.25Gastbestellung oder Kundenkonto? Der Beitrag zeigt Vorteile, Nachteile und Sicherheitsaspekte und wann welche Option sinnvoll ist.
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