Kundenservice / Gewährleistungsabwicklung bei Amazon
Am 7. Februar habe ich bei Amazon einen Defekt an meinem Fernseher gemeldet, der zu diesem Zeitpunkt erst rund 14½ Monate in Gebrauch war. Bereits bei der Meldung habe ich ausdrücklich nach dem Vorgehen gefragt, falls das Modell nicht mehr verfügbar sein sollte. Mir wurde zugesichert, dass Amazon in diesem Fall eine Lösung finden und sich hierzu mit dem Hersteller in Verbindung setzen werde.
Der Fernseher wurde am 11. Februar durch den Reparaturservice abgeholt. Aufgrund der bereits zuvor sichtbaren massiven Bildfehler war mir klar, dass es sich um einen Totalschaden handelt. Der Reparaturservice bestätigte mir dies auch mündlich. Am nächsten Morgen erhielt ich zusätzlich eine E-Mail, dass das Gerät irreparabel ist.
An dieser Stelle muss ich ausdrücklich hervorheben, dass ich selbst aktiv werden musste:
Ich war gezwungen, die E-Mail des Reparaturservices, in der der Totalschaden bestätigt wurde, eigenständig an Amazon weiterzuleiten. Diese Information wurde offenbar nicht automatisch zwischen Reparaturservice und Amazon ausgetauscht, obwohl der gesamte Vorgang (Kauf, Gewährleistung und Reparatur) über Amazon lief.
Ohne dieses Eingreifen meinerseits wäre der Vorgang nach meinem Eindruck nicht weiterbearbeitet worden.
Parallel dazu habe ich Amazon mehrfach kontaktiert:
• am 11. und 12. Februar per E-Mail mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass ich ein Ersatzgerät anstelle einer Rückerstattung wünsche
• am 12. Februar zusätzlich per direkter E-Mail an das Amazon-Impressum
• am 13. Februar eine weitere E-Mail mit der Bitte um eine schriftliche Stellungnahme zu den bisherigen, unbeantworteten Anfragen
Auf keine dieser E-Mails habe ich eine inhaltliche Antwort erhalten.
Hinzu kam, dass der Status in meinem Amazon-Konto objektiv nicht dem tatsächlichen Ablauf entsprach. Dort wurde angezeigt, der Fall sei abgeschlossen und das Gerät an mich zurückgesendet worden, obwohl dies nicht zutraf.
In einem Telefonat am 13. Februar erhielt ich zudem widersprüchliche und inhaltlich nicht nachvollziehbare Aussagen. Unter anderem wurde mir mitgeteilt, dass bereits ein minimaler Preisnachlass (angeblich sogar ab 1 €) dazu führen würde, dass kein Anspruch auf ein Ersatzgerät bestehe. Diese Aussage wurde als rechtliche Gegebenheit dargestellt.
Ebenfalls wurde erklärt, dass bei Nichtverfügbarkeit eines Modells kein gleichwertiger Austausch möglich sei. Als mögliche Lösung wurde mir nahegelegt, mich selbst an den Reparaturservice zu wenden, um gegebenenfalls ein repariertes oder gebrauchtes Gerät zu erhalten – obwohl ursprünglich ein Neugerät gekauft wurde und der gesamte Vorgang über Amazon lief.
Auch meine Bereitschaft, für ein gleichwertiges neues Gerät einen Aufpreis zu zahlen, wurde abgelehnt.
Diese Aussagen stehen im klaren Widerspruch zu der ursprünglichen Zusage bei der Defektmeldung, dass im Falle der Nichtverfügbarkeit eine abgestimmte Lösung unter Einbindung des Herstellers gefunden werde.
Am 16. Februar habe ich erneut telefonisch eine formelle Beschwerde aufgegeben. Mir wurde zugesagt, dass sich eine zuständige Fachabteilung bei mir melden werde. Diese Zusage wurde mir auch schriftlich per E-Mail bestätigt, eine Kontaktaufnahme erfolgte jedoch nicht.
Da auch zwei Tage später keine Rückmeldung vorlag, habe ich am 18. Februar erneut angerufen. Trotz der vorherigen Kontaktaufnahmen musste ich den gesamten Sachverhalt erneut schildern. Als „kulante Lösung“ wurde mir schließlich eine Gutschrift in Höhe von 10 € angeboten, die ich als nicht angemessen abgelehnt habe. Mir wurde zugesichert, dass dieses Angebot sowie meine Ablehnung schriftlich dokumentiert und per E-Mail bestätigt werden – auch diese Bestätigung habe ich bis heute nicht erhalten.
Zusätzlich wurde mir der Kaufbetrag ohne vorherige Abstimmung zurückerstattet, obwohl ich mehrfach und ausdrücklich schriftlich erklärt hatte, dass ich ein Ersatzgerät und keine Rückerstattung wünsche. Auch diese E-Mails blieben unbeantwortet.
Fazit:
Nicht der Defekt des Geräts selbst – nach vergleichsweise kurzer Nutzungsdauer – war ausschlaggebend, sondern der Umgang mit dem Gewährleistungsfall.
Unbeantwortete E-Mails, widersprüchliche Auskünfte, nicht eingehaltene Zusagen, unzutreffende Statusanzeigen und die Notwendigkeit, selbst interne Informationen weiterzuleiten, haben den Vorgang unnötig belastend gemacht. Eine transparente, abgestimmte Lösung – wie sie zu Beginn zugesagt wurde – erfolgte aus meiner Sicht nicht.