Heute, 22.01.26 um 7:55 Uhr SMS mit der Nachricht des Spediteurs: "Guten morgen.
Das Sofa "Venezia" wurde am 22.01.26 früh geliefert, ist inzwischen aufgebaut und wurde für gut befunden.
Der Weg dorthin war jedoch facettenreich:
Die Bestellung am 09.01.26 über die gut strukturierte, deutschsprachige Homepage des Herstellers in Polen funktionierte problemlos, Bezahlung per PayPal und umgehende Bestellbestätigung verbunden mit der Info, dass innerhalb von 10 Tagen ein Lieferterminvorschlag unterbreitet wird, der dann promt nach 6 Tagen am 15.01.26 sowohl per Mail als auch SMS einging.
Eine unmittelbare Antwort war mir in dem Moment nicht möglich, aber kurz darauf rief auch noch der Support des Herstellers unter einer Görlitzer Rufnummer an und fragte nach einer Terminbestätigung für den 22.01.26 zwischen 8:00 und 12:00 Uhr - perfekt - festgemacht.
Heute, 22.01.26 um 7:55 Uhr SMS mit der Nachricht des Spediteurs: "Guten morgen. Mit eine sofa lieferung bin ich in 30 minuten da."
Exakt 8:25 biegt ein Transporter mit polnischem Kennzeichen in unseren Anliegerweg ein und steuert rückwärts auf das Hoftor zu - perfekt getimt! Dem Fahrzeug entsteigt ein freundlich grüßender Fahrer mit gepflegtem Erscheinungsbild, sauberer Arbeitskleidung und "Logist"-Aufschrift auf dem Jackenrücken. Nach kurzem Check der Eckdaten öffnet er die Flügeltüren des Soft-Kofferaufbaus und die tetrismäßig verstaute Ladung wird sichtbar - vorbildlich gesichert mit zwei Querriegeln vor den Flügeltüren. Offenbar sind wir die erste Auslieferungsstelle des heutigen Tages und vier Pakete wandern von der Ladefläche - zwei sind leicht zu tragen, für die anderen beiden steht schon meine Sackkarre bereit. Alles gut verpackt und unbeschädigt. Empfang quittiert - Anlieferung lupenrein!!!
Nun geht es ans Auspacken. Die beiden großen Pakete beinhalten das Quermodul mit Kissen und Montageset sowie den Ausleger, die kleinen Pakete die dazugehörigen Sitzlehnen. Alle Pakete sind doppelt in Folie mit Kartonage an den Ecken verpackt - das Cuttermesser ist also tabu! Wenn man sich ein klein wenig Zeit nimmt um herauszufinden, wo die Verpackung beginnt bzw. endet, ist die Rückabwicklung aber kein Problem. Dabei klimperte plötzlich etwas zu Boden - ein Kreuzschlitz-Bit: War das Absicht oder hatte den ein Montagearbeiter verloren? Zumindest passt er zu den mitgelieferten Spanplattenschrauben... ;-)
Alles sieht zunächst solide und gut verarbeitet aus. Spanplatten in ausreichender Dimension mit Kanthölzern und Streben verstärkt, der Bezug gut gespannt und ohne Fehlstellen. Was man vergeblich sucht, ist eine Aufbauanleitung. Dem Montageset liegt ein QR-Code bei, der aber leider nur völlig wertlose Werbung anpreist - absolute Luftnummer. Auf der Homepage des Herstellers findet sich dann wenigstens eine spartanische Skizze, die zumindest darüber informiert, welches Teil an welche Stelle gehört, keine Reihenfolge etc., Aufbauschritte Fehlanzeige. An dieser Stelle sei vorab festgestellt, dass dieses Sofa sicherlich wie angegeben von zwei Personen in 30 Minuten irgendwie zusammengeschossen werden kann, wer jedoch ausdrücklich Wert auf ein sehenswertes und dauerhaft haltbares Endprodukt legt, sollte spätestens jetzt seinen Denkapparat einschalten. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass irgendwann das Quermodul mit dem Ausleger verbunden werden muss, wobei das beim Quermodul nur von oben, beim Ausleger jedoch nur von unten möglich ist, insgesamt also auf dem "Rücken" liegend. Folglich sind zunächst beide Module zu montieren und zum Schluss miteinander zu verbinden. Als ersten Schritt erstmal die Füße anschrauben. Das ist an einigen Stellen bereits eine Herausforderung, weil dort die teilweise knappe Tackerung der Bezüge eine winklige Verschraubung unmöglich macht. Entweder gleicht man mit Beilagen aus oder nimmt schief stehende Füße einfach in Kauf. Dabei fällt außerdem auf, dass die Kunststofffüße offenbar mit Senkkopf-Spanplattenschrauben befestigt werden sollen, keine Flachkopfschrauben oder U-Scheiben etc. vorgesehen - da besteht durchaus die Gefahr, dass der Senkkopf den Kunststofffuß platzen lassen kann...
Die wohlsortierte Handwerker-Werkstatt hat natürlich passende 6-er U-Scheiben auf Lager und damit wirkt die Kraft senkrecht auf die Schraubhülsen ein. Danach die feststehende Rückenlehne des Auslegers und die klappbare Lehne des Quermoduls provisorisch angefädelt und fixiert, denn Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und tatsächlich war die Vorahnung gut und berechtigt, denn selbst unter Ausnutzung jeglichen Spielraums in den Verschraubungen sitzt die Oberkante der festen Rückenlehne um 8mm tiefer als die des Quermoduls - sieht echt sch.... aus! Nachdem sich diverse Hirnzellen bezüglich der Lösung mit dem geringsten Aufwand bei bestem Ergebnis ausgetauscht hatten, wurde das feststehende Rückenteil nochmal demontiert und die Bohrungen im Ausleger um 10mm nach oben zu Langlöchern aufgefräst. Nach erneutem Zusammenbau ergab sich das perfekte Bild mit lupenreiner Flucht über die Lehnenoberkante. Also alles festgezogen und mit sieben Spanplattenschrauben zusätzlich fixiert. (Eine Rückenlehne mit lediglich zwei Schrauben in Spanplatten-Gewindehülsen halten zu wollen, bedarf schon eines starken Glaubens...) Nun ging es an die endgültige Befestigung der klappbaren Rückenlehne, wobei jede Scharnierplatte mit jeweils drei Schrauben am Quermodul gehalten werden soll. Für die beiden unteren Schrauben pro Scharnierplatte kein Problem, die dritte obere Schraube trifft jedoch unmittelbar unterhalb der Schnittfläche des Kantholzes ein, sodass an dieser Stelle ein Aufplatzen des Holzes vorprogrammiert zu sein scheint. Also lieber eine zusätzliche Bohrung etwa mittig in die Scharnierplatte einbringen und das Holz vorbohren - passt. Als finalen Schritt nun noch die beiden Module auf dem Rücken liegend verbunden, ausgerichtet, festgezogen und das Sofa mit den Kissen komplettiert. Madame hat probegesessen und ist begeistert! Entspricht voll und ganz den Vorstellungen, angenehmer Sitzkomfort, straff aber nicht hart, Farbton wie abgebildet, passt sehr gut in den Raum.
Mein Fazit nach drei Stunden Aufbau als Einzelkämpfer:
Wer keinen großen Wert auf Passgenauigkeit und durchdachte Detaillösungen legt, kann zugreifen und macht nichts falsch, auch hinsichtlich des Preisangebots.
Wem von Geburt aus zwei linke Hände gegeben wurden, dabei noch jeweils fünf Daumen und trotzdem Ehrgeiz für ein sehenswertes Endprodukt entwickelt, sollte sich besser nach Alternativen umsehen...
Für einen versierten Handwerker ist es unter Mithilfe einer guten Werkstattausrüstung und mit etwas Hirnschmalz kein Problem, aus dem gelieferten Grundmaterial ein sehenswertes und dauerhaft haltbares Endprodukt entstehen zu lassen und angesichts des sehr attraktiven Preises ist der zeitliche Mehraufwand für eine solide Montage eher sportlich zu sehen.
Der Auftritt des Herstellers, die Auftragsabwicklung sowie die Anlieferung sind wirklich bemerkenswert vorbildlich - bei der Liebe zum Detail am Produkt ist noch Luft nach oben, aber Preis-Leistungs-Verhältnis unter dem Strich gut.